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22.03.2013

16:02 Uhr

Preisdruck

Tiefkühl-Riese Frosta bricht der Gewinn ein

Als Reaktion auf Lebensmittelskandale verzichtet Tiefkühlhersteller Frosta auf künstliche Zusätze. Doch dem Preisdruck der Branche ist das Unternehmen nicht gewachsen. Die Umsätze und der Gewinn schrumpfen.

Tiefkühlkost-Hersteller Frosta hat ein schweres Jahr hinter sich. dpa

Tiefkühlkost-Hersteller Frosta hat ein schweres Jahr hinter sich.

BremerhavenDer harte Preiskampf und Wettbewerb auf dem Markt machen dem Tiefkühlkosthersteller Frosta zu schaffen. Der Überschuss sank 2012 auf 6,1 Millionen Euro, nach 8,7 Millionen Euro im Vorjahr. Das Ergebnis vor Steuern verringerte sich auf 8,3 (12,3) Millionen Euro, der Umsatz ging um 1,3 Prozent auf 380 Millionen Euro zurück.

„2012 war ein schwieriges Jahr“, sagte Finanzvorstand Stephan Hinrichs am Freitag in Bremerhaven. Mit dem Tiefkühl-Produzenten TST sei ein neuer Wettbewerber auf dem Markt. „Das hat uns sehr zu schaffen gemacht.“ Der Preisdruck im Markt sei stark. 30 Mitarbeitern musste gekündigt werden. Der Umsatzrückgang betreffe vor allem das Geschäft mit Kundeneigenmarken, die Marke Frosta habe zugelegt. In den ersten Monaten 2013 hätten sich Umsatz und Ergebnis zudem erholt. „Die Wettbewerbssituation bleibt jedoch weiterhin angespannt.“

Als Konsequenz auf die Lebensmittelskandale der vergangenen Monate will Frosta von Anfang April an im Internet Informationen zu sämtlichen Zutaten eines Fertiggerichts der Marke Frosta inklusive der Herkunftsländer bereitstellen. „Wir sind die erste Lebensmittelmarke, die das anbietet“ sagte Ehlers. „Die Verbraucher möchten wissen, was sie essen und auch wo es herkommt.“

Die Verbraucher seien wegen der Lebensmittelskandale wie Lasagne mit Pferdefleisch verunsichert. Zu teuer wäre es gewesen, alle Informationen auf die Verpackung zu drucken, da sie sich oft veränderten, sagte Ehlers. „Mal kommen die Tomaten aus Italien, mal aus Spanien, mal aus Polen.“ Da das Unternehmen direkt beim Hersteller einkaufe, seien alle Daten nachvollziehbar.

Vor zehn Jahren hatte das Unternehmen das sogenannte Frosta-Reinheitsgebot eingeführt. Seitdem werden bei der Marke Frosta keine künstlichen Zusatzstoffe oder Geschmacksverstärker verwendet. Der Umsatz war nach der Einführung aber zunächst massiv eingebrochen.

Von

dpa

Kommentare (1)

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DEUFRA2011

22.03.2013, 16:44 Uhr

Die Branche ist selber schuld an der Misere. Ist doch wieder nur ein Trick, mit dem Verzicht auf "künstliche" Geschmacksverstärker". Was soll das für den Konsumten schon bedeuten? Manche Hersteller schreiben ja sogar drauf "ohne" Geschmacksverstärker, nur weil die geschmacksverstärkende Substanz die da gerade verwendet wird, nicht auf irgendwelchen Listen vorkommt. Wenn man vollwertige Ausgangsmaterialien verwendet, braucht man gar keine Geschmacksverstärker, auch keine natürlichen.
Die erste Marke oder das Label das wirklich hoch qualitative Produkte garantieren kann, wird auch bei einem redlich höheren Preis Erfolg haben. Das Problem mit den "Bio" Eiern ist doch exemplarisch. Wir haben die sogar gekauft, weil wir meinten den Hühnern etwas Gutes zu tun. Selbst da hat man uns betrogen.




Ich würde mich ja gerne auf eine Marke oder ein Label verlassen können, aber leider bin ich nicht sicher ob ich für den höheren Preis auch bessere und gesündere Ware bekomme. In soweit ist auch das Argument falsch, dass der zu preisbewußte Konsument Schuld an der Misere habe. Wann auch BIO Ware mit Skandalen zu kämpfen hat, dann kann ich ja auch gleich die Billigste Alternative kaufen

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