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16.07.2011

15:09 Uhr

Preisoffensive

Saturn will eigenen Online-Handel starten

Europas größte Elektronikhandelskette Media-Saturn bläst zum Angriff auf die Online-Händler - und will dabei auf eine Tiefpreisstrategie setzen. Metro-Chef Cordes hat nun erstmals verraten, wann der Einstieg geplant ist.

Auch im Internet will der Elektronik-Händler Saturn auf Kampfpreise setzen. Quelle: dpa

Auch im Internet will der Elektronik-Händler Saturn auf Kampfpreise setzen.

Berlin„Wir werden in Deutschland im vierten Quartal mit Saturn online gehen und im ersten Halbjahr 2012 mit Media Markt“, sagte Metro-Chef Eckhard Cordes der „Welt am Sonntag“. Man rechne damit, „dass wir dann in den gesättigten Märkten wie Deutschland relativ schnell auf einen deutlich höheren Online-Anteil am Gesamtumsatz kommen können“, betonte er. Ein Anteil von 30 Prozent sei „mittelfristig“ nicht vollkommen unrealistisch. 

Cordes kündigte an, dass es bei Saturn und Media Markt in Deutschland ein Online-Kernsortiment geben werde, dessen Preise man auch in den Filialen wiederfinden werde. Darüber hinaus wolle man im Internet wie im stationären Geschäft „den besten Preis bieten“ - Abweichungen seien aber immer möglich. Die Geschäftsführer in den Märkten vor Ort hätten weiterhin die Preishoheit. 

Media Markt und Saturn gelten derzeit als Sorgenkinder des Handelsriesen Metro. Als einzige Töchter verdienten sie im vergangenen Jahr operativ weniger als im Vorjahr. Aus Sicht von Branchenkennern lassen sich heute nur noch über das Internet zweistellige Wachstumsraten erzielen. Im März hatte Media-Saturn bereits die Übernahme des Online-Händlers Redcoon bekannt gegeben, mit dem das Internetgeschäft vorangebracht werden soll. 

Gegen den Aufbau eines Internet-Arms wurden bei Media-Saturn lange vor allem Kannibalisierungseffekte angeführt: Der Verlust von Umsätzen in den Läden zugunsten des Internets. Auch die Unternehmensstruktur erschwerte den Online-Einstieg: So ist jeder Geschäftsführer eines Media- oder Saturn-Marktes an seinem Laden beteiligt und genießt Preishoheit. 

Mit einer Fusion der eigenen Kaufhof-Häuser mit Karstadt rechnet Metro-Chef Cordes nach eigenen Worten nicht mehr: „Ich halte einen Zusammenschluss von Karstadt mit unserem Kaufhof weiterhin für richtig, aber die andere Seite will nicht. Dann eben nicht, für mich ist das Thema Deutsche Warenhaus AG abgehakt.“ 

Einen Börsengang der Metro-Tochter Kaufhof hält Cordes dagegen weiterhin für möglich: „Das ist nicht abgehakt. Dies ist eine Idee, die aus unseren permanenten Gesprächen mit Bankern hervorgegangen ist. Diese bescheinigen uns, dass Kaufhof jetzt einen Reifegrad erreicht habe, der die Kette börsenfähig mache.“ Man habe aber keine Eile: „Denn der Kaufhof verdient gutes Geld, in jedem Jahr übrigens mehr.“

Von

dpa

Kommentare (3)

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hr3

16.07.2011, 23:03 Uhr

Glückauf: das Ding wurde verpennt.
Na dann: viel Spaß mit dem Verdrängungswettbewerb, der macht die ganze Sache allerdings nur teurer: billig ist immer mindestens dreimal so teuer.

DasKartellamt

17.07.2011, 01:39 Uhr

Es gibt kein Wettbewerb in Deutschland,Metro-Media Markt-Saturn hat alles gemobt.Zwei Kaufhof in einer Stadt ist einer
zuviel.

Account gelöscht!

17.07.2011, 14:09 Uhr

Konkurrenz belebt das Geschäft - also lasst uns die Konkurrenz aufrechterhalten: Finger weg von Monopolisten!

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