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04.06.2014

15:13 Uhr

Preisschlacht mit Aldi und Lidl

Tesco-Chef sieht schwächstes Quartal seit 40 Jahren

Es ist der größte Rückgang seit Jahrzehnten: Tescos Umsatz in Großbritannien bricht um knapp vier Prozent ein. Die Preisschlacht mit deutschen Discountern setzt Tesco zu – doch sie will die Preise weiter senken.

Tesco erwartet weiterhin ein schwieriges Umfeld in Großbritannien, weil dort immer mehr Menschen zu Discountern gehen. Denn die Konjunkturerholung kommt bislang kaum in Form von steigenden Löhnen bei den Verbrauchern an. Reuters

Tesco erwartet weiterhin ein schwieriges Umfeld in Großbritannien, weil dort immer mehr Menschen zu Discountern gehen. Denn die Konjunkturerholung kommt bislang kaum in Form von steigenden Löhnen bei den Verbrauchern an.

LondonDie Preisschlacht mit Discountern wie Aldi und Lidl hat dem führenden britischen Einzelhändler Tesco den größten Umsatzrückgang seit Jahrzehnten eingebrockt. In seiner 40 Jahre langen Karriere bei Tesco könne er sich nicht an ein schwächeres Quartal erinnern, sagte Konzernchef Phil Clarke am Mittwoch.

Im ersten Geschäftsvierteljahr ging der vergleichbare Umsatz auf dem Heimatmarkt um 3,8 Prozent zurück. Vor allem im Geschäft mit Lebensmitteln setze die Billigkonkurrenz dem Unternehmen zu. Dennoch will der Konzern die Preise weiter senken.

Der Umsatzrückgang dürfte auch den Druck auf Clarke erhöhen, der seit zwei Jahren mit einem milliardenschweren Modernisierungsplan versucht, die Wende bei dem 95 Jahre alten Traditionsunternehmen zu schaffen. Zumal der weltweit drittgrößte Einzelhändler hinter US-Branchenprimus Wal-Mart und dem französischen Rivalen Carrefour im laufenden Geschäftsjahr mit dem dritten Gewinnrückgang in Folge rechnet.

Größte Einzelhändler weltweit (Umsatz 2012)

Platz 10

Best Buy (USA)

Die US-Amerikaner aus Richfield, Minnesota, sind einer der führenden Anbieter für Unterhaltungselektronik. Der Umsatz im Jahr 2012 betrug 50,7 Milliarden Dollar.

Platz 9

Walgreens (USA)

Mit rund 7.000 Filialen in den USA und Puerto Rico, von denen ein Drittel 24 Stunden am Tag geöffnet sind, schafft es Walgreens unter die zehn größten Einzelhändler. Am Hauptsitz in Deerfield, Illinois, konnte man sich 2012 über einen Umsatz von 71,6 Milliarden Dollar freuen.

Platz 8

Home Depot (USA)

Die Amerikaner bezeichnen sich selbst als größte Baumarktkette der Welt. Was den Umsatz angeht, haben sie recht. Mit rund 74,8 Milliarden Dollar kann keine andere Baumarktkette mitthalten.

Platz 7

Tesco (Großbritannien)

Die blau-weiße Handelskette aus Cheshunt gehört schon seit Jahren zu den größten Supermarktkonzernen. Weltweit beschäftigen die Briten 520.000 Mitarbeiter und machten 2012 einen Umsatz in Höhe von 83,5 Milliarden Dollar. Das US-Geschäft mit 5.000 Beschäftigen will Tesco abstoßen.

Platz 6

Metro (Deutschland)

Der deutsche Handelsriese aus Düsseldorf ist der drittgrößte Einzelhändler Europas. International erreicht der Dax-Konzern mit einem Umsatz von 87,8 Milliarden Dollar im Jahr 2012 ebenfalls einen Spitzenplatz, auch wenn das Unternehmen mit Schwierigkeiten kämpft.

Platz 5

Kroger

Was als kleiner Lebensmittelladen in Cincinnati begann, ist mittlerweile einer der größten Supermarktketten der Welt. Im Jahr 2012 setzte der Lebensmittelhändler 96,8 Milliarden Dollar um.

Platz 4

Costco Wholesale (USA)

Die 500 Cash&Carry-Märkte der US-Großhandelskette sind in den USA weit verbreitet. Der Hauptsitz liegt in der Kleinstadt Issaquah bei Seattle im Bundesstaat Washington. Mit 99,1 Milliarden Dollar fiel der Umsatz auch 2012 gigantisch aus.

Platz 3

Carrefour (Frankreich)

Kein europäischer Einzelhändler ist größer als Carrefour. Mit fast 500.000 Mitarbeitern weltweit machten die Franzosen im Jahr 2011 einen Umsatz von 104 Milliarden Dollar.

Platz 2

CVS Caremark (USA)

In der Kleinstadt Woonsocket im US-Bundesstaat Rhode Island ist die drittgrößte Handelskette der Welt beheimatet. Der Drogerie- und Pharmahändler setzten im Jahr 2012 rund 123 Milliarden Dollar um.

Platz 1

Walmart (USA)

Unangefochten an der Spitze bleibt der Handelsgigant aus Bentonville, Arkansas. Gigantische 443,85 Milliarden Dollar setzte der Konzern 2012 um - bei einem Gewinn von 15,7 Milliarden Dollar. Weltweit beschäftigt der Konzern mehr als zwei Millionen Mitarbeiter.

Quelle: Eigene Recherche.

„Clarks einzige Möglichkeit ist es jetzt, die große Bazooka rauszuholen und die Wettbewerber wegzublasen“, sagte Branchenexperte John Ibbotson von der Beratungsfirma Retail Vision. Tesco erwartet weiterhin ein schwieriges Umfeld in Großbritannien, weil dort immer mehr Menschen ihren täglichen Einkauf bei Discountern erledigen. Denn die Konjunkturerholung kommt bislang kaum in Form von steigenden Löhnen bei den Verbrauchern an.

Von

rtr

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