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03.05.2011

18:31 Uhr

Preissteigerung

Discounter erhöhen Preise für Milchprodukte

Nach Aldi zieht nun auch Deutschlands drittgrößter Discounter Netto nach und erhöht die Preise für Milchprodukte. Milch und Co. werden damit auf breiter Front teurer. Doch nicht teuer genug, klagen viele Milchviehhalter.

Ein Melkkarussel in Berne. Milchviehhalter klagen, dass die erhöhten Preise der Discounter noch immer nicht die Kosten der Milchbauern decken könnten. Quelle: ap

Ein Melkkarussel in Berne. Milchviehhalter klagen, dass die erhöhten Preise der Discounter noch immer nicht die Kosten der Milchbauern decken könnten.

Berlin Der Deutsche Bauernverband begrüßte die Preiserhöhung zwar, der Bundesverband Deutscher Milchviehhalter bemängelte jedoch, dass die Preise noch immer nicht die stetig steigenden Kosten der Milchbauern decken könnten.

Der Lebensmitteldiscounter Aldi, der in der Branche als Preisführer und Orientierungspunkt für andere Unternehmen gilt, hatte am Montag nach Angaben des Wirtschaftsinfomationsdienstes Preiszeiger die Preise für Milchprodukte um bis zu acht Prozent erhöht. Die Steigerung war das Ergebnis der jüngsten Verhandlungsrunden mit Molkereien über Halbjahresverträge. Der Liter H-Milch verteuerte sich von 56 auf 60 Cent. Der Preis für einen 250-Gramm-Becher Speisequark stieg von 37 auf 40 Cent. Und der 200-Gramm-Becher Sahne kostet 43 statt 39 Cent.

Milchbauern unzufrieden

Der Bundesverband Deutscher Milchviehhalter gab sich dennoch unzufrieden mit der Preissteigerung. "Angesichts der exorbitanten Preise für Energie und Futtermittel ist die Erhöhung des Milchpreises bei weitem nicht genug, um die Ausgaben zu decken", sagte ein Sprecher. Die Schuld dafür könne man jedoch nicht beim Handel suchen. "Die Schuld ist bei der Molkereiwirtschaft zu suchen, die holen immer noch nicht genug für die Bauern heraus bei den Verhandlungen", sagte der Sprecher. Schließlich kämen von den vier Cent maximal zwei beim Bauern an. Der Rest bleibe bei den Molkereien.

Optimistischer schätzte der Deutsche Bauernverband die Lage ein. "Die Nachfrage nach Milch und Molkereiprodukten hat sich deutlich verbessert", sagte ein Sprecher. Die Preise könnten durchaus noch etwas stärker steigen, aber im Vergleich zu den Milchpreisen von vor zwei Jahren sei der aktuelle Preis ein Hoffnungsschimmer. "Vor zwei Jahren lag der Erzeugerpreis noch zwölf Cent tiefer", sagte der Verbandssprecher. Dennoch bedeute es für die Milchbauern kein Aufatmen. Die Produktionskosten seien in den letzten Jahren massiv gestiegen. "Die Preissteigerung ist insofern mehr als gerechtfertigt."

Branchenkenner gehen davon aus, dass auch die übrigen Konkurrenten die Preise erhöhen werden. Ein Edeka-Sprecher kündigte bereits an: "Wir werden uns marktkonform verhalten." Andere Discounter wie Lidl und Penny wollten sich nicht zu Preissteigerungen äußern. Auch von Aldi selbst war keine Stellungnahme zu erhalten.

Von

dapd

Kommentare (1)

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fuerTiere

04.05.2011, 12:33 Uhr

Viele Milchkühe leben in vollautomatisierten Fabriken anstatt auf grünen Wiesen. Andere leben in kleineren Ställen in tierquälerischer Anbindehaltung. Hochleistung vollbringen müssen sie alle. In »Melkkarussells« werden Milchkühe von Robotern gemolken, Computer überwachen alle Daten. Zwischen 20 und 40 kg Milch müssen sie am Tag geben‑ für jeden Liter Milch muss eine Kuh 500 Liter Blut durch ihr Euter pumpen. Knochenbrüche und Stoffwechselkrankheiten sind unter den Bedingungen in vielen Milchfabriken keine Ausnahmen, der Körper entzieht sich selbst Energie. Unter diesen Belastungen sind die Tiere nach spätestens 5–7 Jahren ausgelaugt und unrentabel. Der letzte Gang führt zum Schlachthof.

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