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25.07.2015

16:15 Uhr

Privatisierungen in Hellas

Fraport hofft weiter auf griechische Flughäfen

Der Frankfurter Flughafenbetreiber stand kurz vor der Übernahme von 14 griechischen Airports, als Athen den Deal auf Eis legte. Ein Syriza-Minister übt nun heftige Kritik. Doch Fraport gibt die Hoffnung noch nicht auf.

Fraport will 14 griechische Flughäfen betreiben – der Deal wurde aber von der Regierung in Athen vorerst gestoppt. dpa

Flughafen Thessaloniki

Fraport will 14 griechische Flughäfen betreiben – der Deal wurde aber von der Regierung in Athen vorerst gestoppt.

FrankfurtStefan Schultes derzeitiger Lieblingsflughafen steht im russischen St. Petersburg. Dort habe man ein tolles Team beieinander, die Passagiere strömen nur so und die Investitionen in altes und neues Terminal seien absolut im Plan, schwärmt der Chef des Frankfurter Flughafenbetreibers Fraport.

Auf ähnliche gute Nachrichten aus dem Euro-Staat Griechenland wartet der MDax-Konzern schon lange, hat die Hoffnung aber noch nicht aufgegeben, in naher Zukunft drei Flughäfen auf dem griechischen Festland und elf Airports auf beliebten Urlaubsinseln in der Ägäis übernehmen zu können.

An welchen Flughäfen Fraport beteiligt ist

Bulgarien

Airports Burgas und Varna: Fraport hält 60 Prozent an der deutsch-bulgarischen Gesellschaft Fraport Twin Star Airport Management. Die Verträge haben eine Laufzeit von 35 Jahren.

China

Xi'an Xianyang International Airport: Fraport hält 24,5 Prozent. Der Konzern ist der erste ausländische Flughafenbetreiber, der sich an einem nicht börsennotierten Flughafen in China engagiert.

Deutschland

Flughafen Hannover-Langenhagen: Fraport hält seit 2001 an dem Airport 30 Prozent der Anteile, die anderen 70 Prozent teilen sich die Stadt Hannover und das Land Niedersachsen.

Griechenland

14 Regionalflughäfen: Es galt bereits als ausgemacht, dass Fraport den Betrieb von 14 Regionalflughäfen übernimmt. Die neue griechische Regierung stellte das Vorhaben zunächst infrage, im Dezember 2015 wurden dann aber die Verträge für das 1,23-Milliarden-Euro-Investment unterschrieben

Indien

Delhi International Airport: Fraport ist seit 2006 für 30 Jahre mit zehn Prozent an dem Betrieb des Flughafens in der indischen Hauptstadt beteiligt.

Peru

Aeropuerto Internacional Jorge Chávez, Lima: Fraport hält 70 Prozent der Anteile und ist langfristig im Rahmen eines Konzessionsvertrags engagiert.

Russland

Pulkovo Airport St. Petersburg: Fraport ist an dem Flughafenbetreiber Northern Capital Gateway beteiligt. Der Anteil beträgt 35,5 Prozent.

Senegal

Aéroport Blaise Diagne, Dakar, im Bau: Die Fraport-Beteiligung Daport betreibt den Flughafen nach Fertigstellung für 22 Jahre.

Slowenien

Aerodrom Ljubljana: Fraport hält 97,99 Prozent an dem Flughafen in Slowenien.

Türkei

Antalya Airport: Im Rahmen des Joint Ventures ICF Airports betreibt Fraport mit der türkischen IC Holding den Flughafen von Antalya. Fraport hält mit 51 Prozent die Mehrheit.

Im November vergangenen Jahres wähnten sich die Deutschen im Verbund mit ihrem griechischen Partner Copelouzos schon fast am Ziel, als ihnen die staatliche Privatisierungsgesellschaft HRDAF gegen starke internationale Konkurrenz den Zuschlag erteilte. Im Portfolio waren die Flughäfen in der zweitgrößten griechischen Stadt Thessaloniki sowie auf Top-Inseln wie Kreta, Rhodos, Mykonos oder Santorini.

Für die Betreiberkonzession bis in Jahr 2055 sollten bei der für Herbst 2015 anvisierten Vertragsunterzeichnung 1,23 Milliarden Euro fließen.

Doch daraus, wie auch aus den versprochenen Millionen-Investitionen der Fraport, wird vorläufig nichts, denn der Deal wurde von der neuen Syriza-Regierung umgehend auf Eis gelegt. Dort liegt er immer noch - bis zur Klärung der Frage, wie denn nun griechisches Staatseigentum mit einem Volumen von angeblich 50 Milliarden Euro privatisiert werden soll. Angestrebt wird eine von den Griechen geführte und von Europa kontrollierte Treuhandgesellschaft, die dann auch die Flughäfen an den Mann bringen soll.

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Rund 50 Milliarden Euro soll Griechenland durch die Privatisierung einnehmen, fordern die Gläubiger. Nun gibt es Ideen für Verkaufsobjekte: Inseln, Häfen, Stadien. Viele Projekte kommen einem aber verdächtig bekannt vor.

Am Donnerstag äußerte der griechische Infrastrukturminister Christos Spirtzis noch einmal heftige Kritik an dem Deal mit Fraport: „Bei dieser Privatisierung soll der griechische Staat 14 gewinnbringende Flughäfen verkaufen, und die anderen 30 Flughäfen, die keinen Gewinn machen und subventioniert werden müssen, bleiben beim griechischen Staat“, sagte Spirtzis dem ARD-Magazing „Monitor“. „Das ist ein Modell, das so noch nirgendwo in Europa angewandt wurde. Das passt eher zu einer Kolonie als zu einem EU-Mitgliedsland.“

Fraport-Chef Schulte will zum jetzigen Zeitpunkt trotz aller politischen Querelen und Unwägbarkeiten die Hoffnung auf jährlich rund 20 Millionen Passagiere an den Griechen-Flughäfen nicht aufgeben. Das ist etwa ein Drittel des Aufkommens an der Heimatbasis Frankfurt. „Es ist vereinbart, dass demnächst die Gespräche wieder aufgenommen werden. Schaun 'mer mal“, sagt Schulte vorsichtig optimistisch, denn so weit wie bei den Griechen war Fraport bei internationalen Ausschreibungen schon lange nicht mehr.

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