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25.09.2013

19:48 Uhr

Privatjets der Fluggesellschaften

Wenn die Erste Klasse nicht genug ist

VonTobias Döring

Airlines fliegen nicht nur Linie, sondern haben auch Privatjets im Angebot. Emirates hat jetzt ein eigenes Angebot gestartet. Die Fluggesellschaft vom Golf setzt auf viel Platz – und Luxus pur.

Blick ins Bad – aber nicht von einer Nobelvilla, sondern in das des neuen Privatjets von Emirates. Emirates

Blick ins Bad – aber nicht von einer Nobelvilla, sondern in das des neuen Privatjets von Emirates.

DüsseldorfDer Türknauf, die Armatur des Waschbeckens und selbst der Halter der Toilettenpapier-Rolle: alles glänzt golden. Über dem Waschtisch hängt ein hell angestrahlter Spiegel, auf einer Ablage eine Vase mit einer blühenden Strelitzie. Was aussieht wie das Badezimmer einer Nobelvilla, befindet sich im neuesten Flugzeug von Emirates. Die Golf-Airline hat jetzt einen eigenen Privatjet-Service gestartet – und setzt dabei auf Luxus pur.

Die Lufthansa hat seit einigen Jahren ein ähnliches Angebot im Programm. Weniger luxuriös, aber ebenso flexibel buhlt „Lufthansa Privat Jet“ um Kunden, die gerne individuell fliegen. Partner dabei ist Warren Buffetts Privatjet-Anbieter Netjets. Die Fluggesellschaften Lufthansa und Emirates setzen mit ihren Privatjets auf einen Trend: Vielen betuchten Reisenden reicht die Erste Klasse im Linienflieger nicht mehr aus. Dennoch wollen sie auf die Verbindungen und den Service der Airlines nicht verzichten – und haben auch keine eigene Maschine. Dann sind sie bei den Airlines an der richtigen Adresse.

„Emirates Executive“ ist im August zunächst mit einer Maschine gestartet. Die Fluggesellschaft hat dafür einen Airbus A319 umgebaut. Wo bei dichter Bestuhlung theoretisch bis zu 150 Passagiere Platz nehmen können, bietet das Flugzeug als Privatjet Platz für gerade einmal 19 Reisende. „,Emirates Executive‘ verbindet den hohen Bordstandard, den unsere Gäste von Emirates kennen, mit der Flexibilität und dem Luxus eines gecharterten Flugzeugs“, sagt Emirates-Manager Adnan Kazim.

Auf welchen europäischen Flughäfen die meisten Privatjets abheben

Platz 10

Kiew-Schuljany (Ukraine) - 552 Abflüge

Mit einem Wachstum von 29 Prozent bei Privatfliegern und mehr als 60 Prozent plus bei Charterfliegern im Jahresvergleich im Monat Dezember kann kein Flughafen bei Privatflügen stärker zulegen als der Hauptstadtflughafen der Ukrainer.

(Stand: Dezember 2013, Quelle: WingX Advance)

Platz 9

Wien-Schwechat (Österreich) - 612 Abflüge

4,6 Prozent mehr Privatjet-Starts als im Vorjahr, bei Charterfliegern 2,7 Prozent plus, das reicht für Österreichs Hauptstadt für einen Platz in der europäischen Top-10 der Flughäfen für Privatflieger.

Platz 8

Mailand-Linate (Italien) - 615 Abflüge

Die italienische Modemetropole hat im Jahresvergleich satte 24,6 Prozent mehr Abflüge von Privatjets zu verbuchen. Bei Charterflügen steht unterm Strich ein Minus von 8,7 Prozent.

Platz 7

Nizza (Frankreich) - 636 Abflüge

Die Metropole der Schönen und Reichen an der Cotê d'Azur gehört auch in diesem Jahr zu den beliebtesten Zielen des Jet-Sets im Dezember. Trotzdem sank die Zahl der Privatabflüge um 0,5 Prozent. Charterflüge legten um 6,7 Prozent zu.

Platz 6

Zürich (Schweiz) - 768 Abflüge

In der Schweiz sinkt das Aufkommen der Privatflieger dagegen. Im Jahresvergleich stiegen die privaten Abflugzahlen im Mai um 1,2 Prozent, bei Chartern um 0,6 Prozent.

Platz 5

London-Farnborough (Großbritannien) - 800 Abflüge

Die Privatjets landen wieder häufiger nahe der britischen Hauptstadt. Die Zahl der Abflüge konnte im Mai um 7,6 Prozent zulegen, Charterflüge um 19,2 Prozent.

Platz 4

London-Luton (Großbritannien) - 918 Abflüge

Der Flughafen im Norden von London ist der wichtigste Abflughafen für Privatflieger in England. Im Vergleich zum Vorjahr hoben 0,3 Prozent weniger Privatjets ab. Bei Chartern legten die Flugzahlen dagegen um 13,9 Prozent zu.

Platz 3

Moskau-Wnukowo (Russland) - 1.045 Abflüge

Russlands Neureiche sind international berühmt berüchtigt. Für die Privatflieger gehören sie zu den wichtigsten Kunden, auch wenn die Zahl der Privatabflüge im Vergleich zum Vorjahr um 6 Prozent geschrumpft ist. Charter legten leicht um 3,4 Prozent zu.

Platz 2

Genf (Schweiz) - 1.277 Abflüge

Die Steueroase in der Schweiz ist Hauptsitz vieler großer Unternehmen und damit ein interessantes Ziel für gutbetuchte Fluggäste. Die Zahl der Abflüge ging im vergangenen Jahr allerdings um 11,9 Prozent zurück. Charterflieger starteten 8,9 Prozent weniger.

Platz 1

Paris - Le Bourget (Frankreich) - 1.702 Abflüge

Kunst, Mode und savoir vivre - die französische Hauptstadt versprüht viel Charme, und bleibt bei Privatfliegern die beliebteste Destination. Um 6,1 Prozent steige die Zahl der privaten Abflüge im Jahresvergleich. Charterflieger starteten 2,3 Prozent seltener.

„Mit kleineren Maschinen lässt sich im Mittleren Osten nichts gewinnen“, erläutert Gerald Wissel von der Luftfahrtberatung Airborne im Gespräch mit Handelsblatt Online. Während in Europa kleine und mittlere Flugzeuge gefragt seien, sei der Markt im arabischen Raum einfach ganz anders gestrickt. Der Emir von Katar, Scheich Hamad Bin Chalifa al-Thani, reist mit einem eigenen Airbus A340 um die Welt.

Die A319 von „Emirates Executive“ ist ein ähnliches Kaliber. Es gibt zehn Suiten, in denen die Passagiere zu Bett gehen können. Der Salon für rund ein Dutzend Reisende sieht aus wie ein großes Wohnzimmer, der bei Bedarf auch zum Arbeits- oder Esszimmer werden kann. Dazu hat Emirates dem Privatjet ein eigenes Bord-Unterhaltungssystem verpasst. „Emirates wird die A319 auslasten – und sicher auch noch eine zweite und dritte Maschine im arabischen Raum“, ist sich Wissel sicher. Die Fluggesellschaft wollte sich auf Anfrage nicht dazu äußern, ob und wie sie das Geschäft ausbauen will.

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