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10.02.2005

13:30 Uhr

Probleme auf der High-Tech-Strecke bei Tempo 300

ICE-Lärmschutzwände gehen in die Knie

Rund drei Jahre nach Inbetriebnahme der superschnellen ICE-Strecke Köln-Frankfurt muss die Deutsche Bahn die Lärmschutzwände erneuern. Die drei bis fünf Meter hohen Aluminium- Schutzwände halten der Druckwelle der 300 Kilometer schnellen Züge der dritten ICE-Generation nicht Stand.

Foto: dpa.

Foto: dpa.

HB BONN. Wie viele Millionen Euro der Austausch der Lärmschutzwände letztendlich kosten wird, ist nicht absehbar, offen auch, wer für den Schaden oder Teile davon aufkommt. Bereits seit 2003 werden die beschädigten Abschnitte der insgesamt 25 Kilometer langen Schutzwände entlang der Strecke nach Angaben eines Bahnsprechers vom Donnerstag auf zwei Meter Höhe zurückgebaut. So soll verhindert werden, dass Personen zu Schaden kommen oder der Bahnbetrieb behindert wird.

Die Bahn hat eine Expertenkommission eingesetzt, die mit Hilfe der Industrie und Wissenschaft eine Lösung des Problems erarbeiten soll. Im Frühjahr sollen im Siebengebirge an der Grenze zwischen Nordrhein- Westfalen und Rheinland-Pfalz Messungen an einer 300 Meter langen Schutzwand aus Beton Aufschluss darüber geben, ob dieses Material besser geeignet ist. „Zur Zeit gibt es keine Aluminiumwände, die den Druck aushalten“, sagt Bahnsprecher Udo Kampschulte.

Vergleichbare Strecken zu der Route, auf der Züge in 55 Minuten vom Kölner Dom zum Flughafen Frankfurt fahren, gibt es in Deutschland nicht. „Da wurde technisches Neuland betreten“, sagt der Sprecher des Bonner Eisenbahnbundesamtes, Marc Wille.

Für den Bau der Strecke sei eine funktionale Ausschreibung herausgegeben worden, sagt Kampschulte. Die Bahn habe also erwartet, dass die Arbeiten entsprechend der technischen Vorgaben und termingerecht abgeschlossen werde würden. Dazu gehörten auch Schallschutzwände, von denen erwartet worden sei, dass sie 20 bis 30 Jahre hielten. Monate nach Inbetriebnahme der Strecke aber kündigten sich die ersten Schäden an.

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