Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

20.07.2014

10:53 Uhr

Probleme mit Scannern

Flüssigkeiten dürfen erst 2016 ins Handgepäck

Noch mindestens zwei Jahre soll es dauern, bis bei Flügen das lästige Flüssigkeiten-Verbot wegfällt. Grund dafür ist, dass verlässliche Kontrollgeräte bislang fehlen. Wasser könnte indes eher an Bord genommen werden.

Durchsichtiger Ein-Liter-Plastikbeutel, Fläschchen mit nicht mehr als 100 Milliliter Inhalt: Die EU-Regeln sind Passagieren lästig – und werden es noch mindestens zwei Jahre lang sein. ZB

Durchsichtiger Ein-Liter-Plastikbeutel, Fläschchen mit nicht mehr als 100 Milliliter Inhalt: Die EU-Regeln sind Passagieren lästig – und werden es noch mindestens zwei Jahre lang sein.

BerlinFluggäste müssen sich voraussichtlich noch bis 2016 gedulden, bevor sie Flüssigkeiten wieder in größeren Mengen im Handgepäck mitnehmen dürfen. Grund dafür sind die technisch noch nicht ausgereiften Scanner an den Kontrollstellen. Die Arbeitsgemeinschaft Deutscher Verkehrsflughäfen (ADV) plädiert dafür, die bestehenden Regeln erst dann zu ändern, wenn alle Probleme mit den Scannern gelöst sind. Einen von der EU-Kommission geplanten Zwischenschritt, demzufolge ab Anfang 2015 die Mitnahme von Wasser erlaubt wäre, lehnen die Flughafenbetreiber ab.

Das würde die Kontrollen erschweren und die Wartezeiten für die Passagiere verlängern, sagte die ADV-Koordinatorin Heike van Hoorn in Berlin. „Schon heute stoßen die Flughäfen bei den operativen Abläufen der Handgepäckkontrollen aufgrund häufiger Fehlalarme der Kontrollgeräte an ihre Grenzen.“ Wenn man nun die Mitnahme von Wasser im Handgepäck gestatte, müsste das Sicherheitspersonal zwangsläufig mehr Taschen und Koffer durchsuchen.

An den deutschen Flughäfen seien für das Handgepäck derzeit verschiedene Scanner im Einsatz, erläuterte van Hoorn. Einige könnten lediglich explosive Flüssigkeiten herausfiltern. Andere seien in der Lage, die Art der Flüssigkeit genauer zu bestimmen. In der Praxis habe sich gezeigt, dass die präziseren Geräte häufiger Fehlalarm auslösten. Die Scanner würden aber permanent weiterentwickelt. Der Flughafenverband ADV erwartet, dass eine verlässliche Technologie, die problemlos die Mitnahme von Flüssigkeiten ermöglicht, „nicht vor 2016“ verfügbar ist.

Kommentar zur Sicherheit im Flugverkehr: Zeig mir Deinen Akkustand!

Kommentar zur Sicherheit im Flugverkehr

Zeig mir Deinen Akkustand!

Die USA wollen keine leeren Smartphones mehr an Bord von bestimmten Flügen zulassen. Passagiere könnten außerdem intensiver abgetastet werden. Die Maßnahmen dokumentieren die Hilfslosigkeit der US-Sicherheitsbehörden.

Die Mitnahme von Flüssigkeiten an Bord ist seit einem versuchten Terroranschlag in London 2006 stark eingeschränkt. Es dürfen nur Flüssigkeiten, Sprays und Gele in Behälter mit bis zu 100 Millilitern Volumen in einer durchsichtigen Plastiktüte mitgenommen werden. Erlaubt sind auch Medikamente und Babynahrung in größeren Mengen.

Im Januar 2014 wurden die Regeln für Transferpassagiere gelockert: Ihnen ist es nun wieder erlaubt, beim Umsteigen die Getränke und Kosmetika mitzunehmen, die sie im Flughafen-Sicherheitsbereich gekauft haben. Die Artikel müssen dabei mit Kaufbeleg in einem versiegelten Beutel bleiben.

Von

dpa

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×