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12.11.2011

11:13 Uhr

Procter & Gamble

Ganz nah dran am Kunden

VonAstrid Dörner

Egal welche Lebenslage - mit Pampers, Ariel oder Oral B ist der Konsumgüterhersteller Procter & Gamble ganz nah dran am Kunden. Bei der Entwicklung zukünftiger Produkte überlässt der US-Konzern nichts dem Zufall.

Firmensitz von Procter & Gamble in Cincinnati. ap

Firmensitz von Procter & Gamble in Cincinnati.

CincinnatiFür Babys und Kleinkinder ist der große Saal mit den bunten Wänden ein Paradies: Hier dürfen sie herumrennen, Krach machen, in der Puppenküche spielen. Für die größeren gibt es Saft und Kekse – unter einer Bedingung: Wer hier spielen will, muss Windeln der Marke Pampers tragen. Denn was auf den ersten Blick aussieht wie ein Schlaraffenland für Kleinkinder ist in Wahrheit streng geheime Forschung.

Die Kleinsten werden von einer Forschergruppe auf Schritt und Tritt beobachtet und untersucht: Ist die Windel verrutscht? Wo entstehen Druckstellen? Ist etwas ausgelaufen? Sieht das Baby unglücklich aus? Nach dem Spielen kommt der kritische Blick in die Windel: Wie viel Pipi ist verdampft? Wie wurde der Rest in der Windel aufgenommen? Wie trocken oder wie gereizt ist Babys Popo?

Willkommen im „Baby-Center“ des weltgrößten Konsumgüterkonzerns Procter & Gamble. 16 Kilometer nördlich vom Hauptquartier in Cincinnati hat der Konzern das größte von insgesamt vier Baby-Labors. Eines der drei kleineren steht im deutschen Schwalbach.

Pampers ist die umsatzstärkste Marke des Konzerns, der weitere bekannte Namen wie Ariel, Oral B, Meister Proper und Wella unter einem Dach vereint. Von den 82 Milliarden Dollar Umsatz im vergangenen Jahr kamen zehn Milliarden allein vom weltweiten Geschäft mit Windeln und Wischtüchern. Kein Wunder, dass Procter aufwendig an der Windel der Zukunft forscht.

Die Windeln werden von Hand gefertigt

Das Baby-Labor zeigt beispielhaft, wie Innovation bei dem größten Konsumgüterhersteller der Welt funktioniert: beobachten, fragen, ausprobieren. Kein anderer Konzern ist so nah dran am Konsumenten: Procters Beobachter gehen mit Verbrauchern einkaufen, schauen ihnen zu beim Wäsche waschen, beim Schminken und beim Rasieren. Sie beobachten Mütter in China und berufstätige Männer in Indien, um herauszufinden, mit welchen Neuheiten sich am besten Geld verdienen lässt.

Die Idee ist simpel: Procters Produkte sollen den Verbraucher über den gesamten Lebenszyklus und überall auf der Welt verfolgen. Von der Windel, über Shampoo und Zahnpasta bis hin zum Deodorant und zur Creme für die reife Haut stellt der Konzern alles her, was man im täglichen Leben braucht.

Was im Baby-Center entwickelt und getestet wird, kommt frühestens 2014 auf den Markt. „Wir suchen hier nach großen Ideen. Bis es so eine aus unserem Labor bis in die Läden schafft, kann das schon mal sieben bis zehn Jahre dauern“, sagt Aaron Seitz, der die Forschungen leitet.

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