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15.08.2016

21:54 Uhr

Procter & Gamble

Neue Besen kehren anders

VonThomas Jahn

Fast ein Jahr hielt sich der neue Chef von Procter & Gamble zurück. Jetzt tritt er mit guten Zahlen vor. Seine Philosophie: Zurückhaltung statt Auftrumpfen. Jetzt stellt das Unternehmen gar seine Facebook-Anzeigenstrategie in Frage.

Procter & Gamble Co.: Der neue Chef David Taylor setzt auf Zurückhaltung. AP

Procter & Gamble Co.

Procter & Gamble Co.: Der neue Chef David Taylor setzt auf Zurückhaltung.

Karriere um jeden Preis ist nichts für David Taylor. Als ihm Procter & Gamble vor einigen Jahren eine Beförderung anbot, lehnte er ab. Er wollte nicht weg ziehen, seine drei Kinder waren dabei, die High School zu beenden. „Es ist entscheidend zu wissen, wo für einen die Grenzen liegen“, sagt der Amerikaner.

Höchst ungewöhnlich für einen Spitzenmanager. Noch ungewöhnlicher, dass er es auf den Chefsessel von dem Konsumgüterkonzern schaffte. Taylor steht für einen neuen Geist im Unternehmen: Alles steht auf dem Prüfstand. So verkaufte Procter & Gamble zahlreiche seiner ehemals 180 Marken. So veräußerte es 2015 für 13 Milliarden Dollar 43 Marken im Schönheitsgeschäft, darunter Wella oder Cover Girl, an Coty, dem Parfümkonzern der deutschen Unternehmerfamilie Reimann.

Meistens spricht Taylor nicht, er hört lieber zu. Als er 2015 Chef von dem Konsumgüterkonzern wurde, machte sich in aller Ruhe mit dem Geschäft und seinen Problemen vertraut. Ein ganzes Jahr dauerte es, bis er vor wenigen Tagen erstmals an der Telefonkonferenz mit Analysten teilnahm, um die Quartalsergebnisse zu besprechen. „Procter & Gamble kann sich anpassen, entwickeln und verändern, wo immer es zum Erfolg nötig ist“, sagte Taylor den neugierigen Zuhörern.

Das hört sich zurückhaltend an, und soll es auch sein. Taylor steht für eine neue Philosophie. Noch vor wenigen Jahren glaubte Procter & Gamble an seine Allmacht. So besaß es 180 Marken, darunter Produkte wie Batterien oder Tierfutter, die wenig mit dem Kerngeschäft von Körperpflege und Hygiene zu tun hatten. Das Resultat: Schwaches Wachstum.

Procter & Gamble feuerte 2013 den Vorstandschef und holte den früheren CEO A.G. Lafley aus dem Ruhestand zurück. Der baute das Unternehmen gewaltig um und setzte 2015 Taylor als seinen Statthalter ein. Von den 180 Marken blieben nur noch die größten 60 bis 70. So veräußerte Procter & Gamble 2015 für 13 Milliarden Dollar 43 Marken im Schönheitsgeschäft, darunter Wella oder Cover Girl, an Coty, dem Parfümkonzern der deutschen Unternehmerfamilie Reimann.

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