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28.07.2014

12:12 Uhr

Prognose angehoben

Ryanair erhöht Druck auf Lufthansa und Co.

Nach Easyjet legt auch Ryanair gute Quartalszahlen vor. Die Airline hebt sogar die Jahresprognose an. Billigflieger haben wieder Konjunktur – im Winter wird sich der Konkurrenzkampf noch einmal verschärfen.

Konkurrenz unter Billigfliegern

Ryanair ist längst nicht mehr allein

Konkurrenz unter Billigfliegern: Ryanair ist längst nicht mehr allein

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Düsseldorf/DublinNur den halben Preis für aufgegebenes Gepäck, Kinderwagen dürfen gratis mit und an Bord gibt es Flaschenwärmer: Ryanair macht seit neuestem auf Familien-Airline. Der Billigflieger ist gerade dabei, sich neu zu erfinden. Nicht nur Familien stehen dabei im Fokus, Ryanair spricht auch verstärkt Geschäftsreisende und Senioren an.

Und die Iren haben mit ihrer Service-Offensive offenbar Erfolg. Im abgelaufenen Quartal hat Ryanair den Gewinn auf 197 Millionen Euro mehr als verdoppelt, teilte die Fluggesellschaft am Montag mit. Das liegt mit am späten Osterfest. Doch auch im gesamten Geschäftsjahr bis Ende März sollen nun höhere Erlöse stehen: Europas größte Billig-Airline hat die Gewinnprognose auf 620 bis 650 Millionen Euro angehoben. Zuvor war Ryanair von maximal 620 Millionen Euro ausgegangen.

Die größten europäischen Billigflieger

Platz 10

Wizz Air: 42 Flugzeuge

Die ungarische Fluglinie Wizz Air hat ihr Streckennetz vor allem in Osteuropa. In Deutschland fliegt sie mit ihren 42 Airbus A320 die Flughäfen in Dortmund, Frankfurt-Hahn, Köln/Bonn, Lübeck und Memmingen an.

Quelle: DLR Low-Cost-Monitor 1/2014 (Stand: Frühjahr 2014). Es wurden ausschließlich in Deutschland operierende Airlines in das Ranking aufgenommen.

Platz 9

Jet 2: 49 Flugzeuge

Die britische Billig-Airline Jet 2 gibt es erst seit dem Jahr 2002, trotzdem hat sie mit 49 Flugzeugen eine der größten Flotten unter den europäischen Billig-Airlines. Mit ihren 38 Boeing 737-Maschinen und elf Boeing 757 fliegt die Airline viele Urlaubsziele im Mittelmeer und außerdem New York City an.

Platz 8

Germanwings: 55 Flugzeuge

Die Lufthansa-Tochter bleibt in den Top Ten der europäischen Billigflieger. Germanwings kommt der Aufstellung zufolge auf 55 Flugzeuge in der Flotte. Weil die Lufthansa allerdings noch weitere Flugverbindungen und Maschinen an die Tochter abgibt, wird die Zahl der Flieger noch zunehmen.

Platz 7

Flybe: 59 Flugzeuge

Die britische Airline Flybe betreibt mit 37 Maschinen die größte Flotte an Bombardier Dash Q8-400 Maschinen weltweit. Dazu kommen 22 Flieger von Embraer. Flybe hat seinen Sitz in Southampton und fliegt in Deutschland die Flughäfen in Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg, Hannover und Stuttgart an.

Platz 6

Vueling: 72 Flugzeuge

Die spanische Fluggesellschaft Vueling startete im Jahr 2004. Die Flotte der Billig-Airline besteht aus Flugzeugen der Typen Airbus A320 und A319. Der Billigflieger gehört mittlerweile zur International Airline Group (IAG), der Mutter von British Airways und Iberia. Die Flotte wächst weiter – auch dank der Übernahme von Iberia-Verbindungen.

Platz 5

Air Berlin: 88 Flugzeuge

Die Netzwerk-Airline Air Berlin ist ebenfalls im Ranking vertreten – mit Strecken, die als Low-Cost-Flüge gelten (siehe Hinweis). Die Fluggesellschaft hat 41 Airbus A319, A320 und A321, 46 Boeing 737 und eine ATR in der Flotte.
Hinweis: Das DLR spricht bei Air Berlin von einer „Grauzone“, in der mehrere Geschäftsmodelle Anwendung finden. In das Ranking wurden nur die bisherigen Low-Cost-Strecken der in Air Berlin aufgegangenen Fluggesellschaften aufgenommen. Bei der Flotte verhält es sich offenbar ähnlich. Die komplette Flotte von Air Berlin finden Sie hier.

Platz 4

Norwegian: 91 Flugzeuge

Zu Norwegian gehören 87 Boeing 737 und vier 787, viele davon sind mit Portraits berühmter skandinavischer Persönlichkeiten geschmückt. Norwegian gehört damit mittlerweile zu den großen im europäischen Luftraum.

Platz 3

HOP!: 102 Flugzeuge

Die Fluggesellschaft ist neu im Ranking – und schießt gleich auf Rang drei vor. Das hat einen einfachen Grund: Der Zusammenschluss mehrerer ehemaliger französischer Regionalflieger unter dem Dach der Air France bedient erst seit kurzem den deutschen Markt.

Platz 2

Easyjet: 197 Flugzeuge

Die britische Fluglinie Easyjet ist die Nummer zwei der Billigflieger in Europa. Zu der wachsenden Flotte gehören 138 Airbus A319 und 59 Airbus A320.

Platz 1

Ryanair: 297 Flugzeuge

Mit einer Flotte von mehr als knapp 300 Flugzeugen ist Ryanair unumstritten die größte Billig-Airline in Europa. Und die Flotte wird noch größer: Bei Boeing haben die Iren zuletzt 175 neue Flugzeuge bestellt.

Im Frühjahr waren die Aussichten noch trüb. Erstmals seit fünf Jahren ging der Gewinn bei Ryanair im Geschäftsjahr 2013/14 zurück. Zuvor hatten die Iren zwei Gewinnwarnungen ausgegeben.

Doch jetzt boomen die Billigflieger wieder. Am Donnerstag hatte bereits Konkurrent Easyjet starke Zahlen für das Vierteljahr bis Ende Juni verkündet. Die Briten legten bei Passagierzahlen und Umsatz deutlich zu. Während die Zahl der Fluggäste im Vergleich zur Jahresmitte 2013 um gut neun Prozent auf 17,9 Millionen wuchs, kletterten die Erlöse um knapp neun Prozent auf 1,2 Milliarden britische Pfund (rund 1,5 Milliarden Euro). Der Vorsteuergewinn im Gesamtjahr soll auf 545 bis 570 Millionen britische Pfund steigen, dies wären 14 bis 19 Prozent mehr als im Vorjahr.

Mit ihren guten Ergebnissen vergrößern Ryanair und Easyjet den Druck auf die etablierten Airlines des Kontinents wie Lufthansa, Air France-KLM oder British Airways. Im Winter könnte der noch zunehmen, denn die Billig-Airlines haben bereits angekündigt, ihre Streckennetze auszubauen.

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