Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

01.06.2016

15:50 Uhr

Protest gegen Steuer

Ryanair streicht Flughafen nahe Oslo

Eine neue Steuer auf Flugreisen in Norwegen ärgert Ryanair. Der Billigflieger will einen Flughafen nahe Oslo daher nicht mehr anfliegen. Für den kleinen Flughafen ist diese Entscheidung existenzbedrohend.

Die irische Fluggesellschaft will einen Flughafen nahe Oslo nicht mehr anfliegen. dpa

Ryanair

Die irische Fluggesellschaft will einen Flughafen nahe Oslo nicht mehr anfliegen.

Aus Protest gegen eine neue Steuer auf Flugreisen in Norwegen fliegt Ryanair einen Flughafen nahe Oslo nicht mehr an. Die Basis auf dem kleinen Flughafen Rygge nahe der norwegischen Hauptstadt werde im Oktober geschlossen, sagte der Chef der irischen Billig-Fluggesellschaft, David O'Brien, zum Inkrafttreten der neuen Abgabe am Mittwoch. Die norwegische Regierung hatte die Steuer von 80 Kronen (8,60 Euro) für Flugreisen beschlossen, um den Staatshaushalt aufzubessern.

Mit der Entscheidung fallen 16 Verbindungen weg. Der Verkehr von Ryanair in Norwegen halbiert sich.

Mit diesen Extras verdienen die Airlines gutes Geld

Lufthansa

Im Jahr 2014 hat die Lufthansa ihre Einnahmen aus dem Vielfliegerprogramm Miles & More mehr als verdoppelt. 90 Millionen Dollar an Einnahmen standen zu Buche.

Quelle: The Car Trawler Yearbook of Ancillary Revenue

Air Asia

Air Asia bietet seinen Passagieren Wlan für weniger als drei Dollar während des Flugs an, dass für Chatprogramme wie WhatsApp benutzt werden kann.

Jetblue

Jetblue will bald neue Paketangebote vorstellen. Besonders günstig sind dabei Handgepäck-Flüge. So sollen jährlich bis zu 200 Millionen Dollar mehr eingenommen werden.

Ryanair

Billigflieger Ryanair geht davon aus, dass 25 Prozent seiner Kunden Geschäftsreisende sind. So buchen bis zu 9000 Kunden pro Tag das teurere Business-Plus-Paket.

Spirit

Spirit erzielte durch den Verkauf von zugeteilten Sitzplätzen Einnahmen von 76,2 Millionen Dollar, das entspricht im Durchschnitt 5,30 Dollar pro Passagier.

Allegiant

Im vergangenen Jahr steigerte der US-Billigflieger Allegiant seine Einnahmen durch den Verkauf von Dritt-Dienstleistungen (Hotelzimmer, Mietwagen, Hotel Shuttle Service) um 30,1 Prozent.

Volaris

Die mexikanische Billig-Airline Volaris erzielte mehr als 3,5 Millionen Euro durch Mitgliedschaften in seinem „V-Club“. Dieser bietet den Mitgliedern günstigere Flugtarife.

Tigerair

Wer schon mal am Flughafen in Singapur gestrandet ist, wird hierfür sicher Verwendung finden: Tigerair bietet mi seinem „Tigerconnect“-Programm für 18 Dollar eine Sightseeing-Tour durch die Stadt an für Kunden, die länger als acht Stunden auf ihren Anschlussflug warten müssen.

American und US Airways

Die US-Fluglinien setzten im Jahr 2014 287 Milliarden Flugmeilen für Vielflieger ab, 61 Prozent davon wurden an Mitglieder des entsprechenden Programms verkauft.

Virgin Australia

Virgin Australia verkaufte sein Vielflieger-Programm für 295 Millionen Dollar.

Mit dem Weggang von Ryanair scheint auch das Ende des Flughafens Rygge rund 60 Kilometer vor Oslo besiegelt. Der Airport hatte bereits erklärt, er werde schließen müssen, sollte Ryanair sich zurückziehen. Rund 1000 Menschen droht demnach die Arbeitslosigkeit.

Ryanair-Chef O'Brien sagte, es gebe „noch eine Möglichkeit“. Wenn die Steuer wieder abgeschafft werde, halte die Fluggesellschaft an ihrer Basis fest. Sie werde dann unverzüglich wiedereröffnet. Regierungschefin Erna Solberg hatte in den vergangenen Wochen aber bereits mehrfach deutlich gemacht, sich ihre Entscheidungen nicht von Ryanair „diktieren“ zu lassen.

Ryanair bietet aber auch künftig Flüge nach Oslo an. Die Billigfluglinie steuert dort noch den Privatflughafen Torp rund 90 Kilometer südwestlich von Oslo und den internationalen Flughafen Gardermoen an.

Von

afp

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×