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22.05.2014

15:15 Uhr

Proteste bei McDonald's

Gefängnis statt mehr Geld

Tausende Mitarbeiter haben die Firmenzentrale von McDonald's belagert. Die Forderung: höhere Löhne. Doch die Demonstration endete für viele Mitarbeiter nicht mit mehr Geld, sondern im Knast.

Die Polizei hält Mitarbeiter von Fast-Food-Ketten vor McDonald's zurück. AFP

Die Polizei hält Mitarbeiter von Fast-Food-Ketten vor McDonald's zurück.

Oak BrookDie Forderung nach einem besseren Stundenlohn bei McDonald's endete für Dutzende US-Mitarbeiter in Polizeigewahrsam. Nach Gewerkschaftsangaben hatten sich am Mittwoch vor der Firmenzentrale in Oak Brook nahe Chicago mehr als 2000 Menschen versammelt, um mit Schildern wie „Wir sind mehr wert“ auf ihre niedrigen Einkommen hinzuweisen. Nachdem sich die Demonstranten geweigert hätten, das Gelände zu verlassen, seien mehr als 100 von ihnen vorübergehend festgenommen worden, erklärten die Organisatoren der Aktion.

An diesem Donnerstag ist die Hauptversammlung von McDonald's, was eine Bühne für Kritiker ist. Im vergangenen Jahr hatte eine Neunjährige Konzernchef Don Thompson in die Mangel genommen und ihm vorgeworfen, Kinder zu ungesundem Essen zu verleiten. In diesem Jahr machen nun die Mitarbeiter mobil. Sie verlangen einen Stundenlohn von 15 Dollar (umgerechnet 11 Euro). Der Durchschnittslohn in der Branche liegt nach Angaben des Arbeitsministeriums bei 9,08 Dollar. Manche Beschäftigte bekommen sogar nur den gesetzlichen Mindestlohn von 7,25 Dollar und haben seit Jahren keine Erhöhung gesehen.

Hintergrund der Proteste ist die Debatte um die ungleiche Verteilung der Einkommen zwischen Managern und einfachen Beschäftigten. So lag das Gesamtgehalt von McDonald's-Chef Thompson im vergangenen Jahr bei 9,5 Millionen Dollar. Ein Mitarbeiter in einem Schnellrestaurant verdiente dagegen im Schnitt 18 880 Dollar. Bereits vor einer Woche hatten Beschäftigte in den USA für höhere Löhne demonstriert und Restaurants auch anderer Ketten lahmgelegt. Die Proteste gingen am Rande der McDonald's-Hauptversammlung weiter.

Die wertvollsten Fast-Food-Marken

Methodik

Einmal jährlich berechnet das US-Marktforschungsinstitut Millward Brown den Markenwert der wertvollsten Fast-Food-Ketten der Welt. Handelsblatt Online zeigt, welche Marken besonders gut abschneiden. (Stand: Mai 2013)

Platz 10

Taco Bell - Markenwert: 1,99 Milliarden Dollar

Die berühmte Burrito-Kette verkauft ihre mexikanischen Spezialitäten vor allem in den USA. Zwei Millionen Kunden und 5800 Filialen machen die Möchtegern-Mexikaner zu dem Umsatztreibern des Fast-Food-Riesens Yum!-Brands.

Platz 9

Burger King - Markenwert: 2,44 Milliarden Dollar

Was die Größe betrifft sind die Erfinder des Whoppers der größte McDonalds-Konkurrent. Beim Markenwert spielt die Burgerkette trotz 12.700 Filialen in 73 Ländern weltweit aber in einer anderen Liga.

Platz 8

Panera - Markenwert: 3,03 Milliarden Dollar

Die Backshop-Kette ist neu in den Top 10. Dort gibt es Brötchen, aber auch kleine Speisen wie Suppen. Die Kette hat mehr als 1700 Filialen in den USA und Kanada.

Platz 7

Tim Hortons - Markenwert: 3,38 Milliarden Dollar

Durch rasantes Wachstum hat die kanadische Kette in ihrem Heimatland sogar McDonald's überholt. In den 3300 Filialen werden besonders Kaffee und Donuts verkauft.

Platz 6

Chipotle - Markenwert: 4,97 Milliarden Dollar

Burritos und Tacos sind die Klassiker bei der US-Kette, die mexikanisches Essen serviert. Das Unternehmen wurde vor 20 Jahren gegründet und gehörte zwischendurch ein paar Jahre zu McDonald's.

Platz 5

Pizza Hut - Markenwert: 6,01 Milliarden Dollar

Die 12.000 Filialen der weltgrößten Pizzakette gehören ebenfalls zum Yum!-Imperium. Statt mit der klassischen italienischen Pizza feiert die Kette vor allem mit Pan-Pizzen Erfolge, die in der Pfanne serviert werden.

Platz 4

Kentucky Fried Chicken (KFC) - Markenwert: 9,95 Milliarden Dollar

Noch heute lächelt KFC-Gründer Colonel Harland Sanders von jedem Eimer mit Hähnchenflügeln, der über die Ladentheke geht. Die Kette, die ebenfalls zu Yum! gehört, steht seit mehreren Jahren in der Kritik von Tierschützern.

Platz 3

Subway - Markenwert: 16,69 Milliarden Dollar

Während Subway in den USA als beliebter Franchisepartner gilt, gingen der Sandwich-Kette in Deutschland reihenweise die Franchisenehmer von der Stange. Im Markenwert werden die US-Brötchengeber aber nur von zwei Konzernen geschlagen.

Platz 2

Starbucks - Markenwert: 17,89 Milliarden Dollar

Die Zeit des rasanten Wachstums ist vorbei. Die US-Kaffeekette wächst, aber die Wirtschaftskrise hinterlässt ihre Spuren in der Bilanz. Im Markenwert ist trotzdem keine Kaffeekette besser – und Starbucks hat im Vorjahresvergleich stark zugelegt.

Platz 1

McDonald's - Markenwert: 90,26 Milliarden Dollar

Das goldene M, Heimat von Big Mac und Chicken McNuggets, ist beim Markenwert einsam an der Spitze. Mit 34.000 Filialen in 118 Ländern gibt es kaum einen Winkel der Welt, in dem der Fast-Food-Riese nicht aktiv ist.

Die Unzufriedenheit entlädt sich damit immer lautstärker. Vor zwei Monaten hatten McDonald's-Mitarbeiter in drei US-Bundesstaaten den Fast-Food-Primus wegen unfairer Bezahlung verklagt und von „Lohn-Diebstahl“ gesprochen. So hätten die Mitarbeiter unter anderem unbezahlte Überstunden leisten oder die Zeitkonten manipulieren müssen, lautete der Vorwurf. McDonald's hatte versichert, den Vorwürfen nachzugehen.

In Deutschland war Burger King unter Druck geraten, nachdem die RTL-Sendung „Team Wallraff - Reporter Undercover“ über Hygieneverstöße und schlechte Arbeitsbedingungen bei einem Lizenznehmer berichtet hatte.

Nach dem Wegfall einfacher Arbeiten in vielen Industriebetrieben weichen insbesondere ungelernte Kräfte oft in die Fast-Food-Branche aus. Angesichts niedriger Löhne sind sie nicht selten zusätzlich auf staatliche Unterstützung angewiesen. Präsident Barack Obama hatte vor diesem Hintergrund zu Jahresbeginn eine Initiative für einen höheren Mindestlohn gestartet. Er hob die Schwelle per Erlass von 7,25 auf 10,10 Dollar pro Stunde an - allerdings nur für Unternehmen, die für den Staat arbeiten. Für eine flächendeckende Einführung muss der Kongress ein Gesetz beschließen.

Von

dpa

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

22.05.2014, 16:57 Uhr

Wann lassen die Leute endlich die Finger von diesem Ausbeuterfraß?

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