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14.05.2014

14:17 Uhr

P+S-Werft

Neues Übernahmeangebot aus Lettland

Störfeuer oder solides Angebot? Ein Interessent aus Lettland hat kurz vor Verhandlungsende mit Nordic Yards ein Angebot für die P+S-Werft vorgelegt. Doch bislang fehlt noch der wichtige Finanzierungsnachweis.

Der Ausrüstungskai auf der P+S-Werft am Standort Volkswerft Stralsund: Ein Interessent aus Lettland bringt Unruhe ins Spiel. dpa

Der Ausrüstungskai auf der P+S-Werft am Standort Volkswerft Stralsund: Ein Interessent aus Lettland bringt Unruhe ins Spiel.

StralsundKurz vor Abschluss der Verhandlungen über den Verkauf der insolventen P+S-Werft an Nordic Yards hat sich ein Interessent aus Lettland gemeldet. Dieser habe ein Angebot vorgelegt, aber keinen Finanzierungsnachweis erbracht, sagte ein Sprecher der Insolvenzverwaltung am Mittwoch. Nach Angaben des NDR will der Bieter 12, 5 Millionen Euro zahlen und bis Ende des Jahres 260 Arbeitsplätze garantieren - mehr als Nordic Yards.

Unterdessen laufen die Vertragsverhandlungen mit Nordic weiter. Eine Unterzeichnung des Vertrages wird noch im Mai erwartet. „Es gibt keinen Anlass zur Befürchtung, dass die Verhandlungen gefährdet sein könnten“, sagte Nordic-Sprecher Stefan Sprunk. Die Verhandlungen seien „sehr weit fortgeschritten“, die Gespräche mit der Insolvenzverwaltung sehr kooperativ.

Das Auf und Ab der P+S-Werften

1948

Die Volkswerft Stralsund und die Peene-Werft Wolgast werden gegründet.

1992

Die Bremer Hegemann-Gruppe übernimmt die Peene-Werft in Wolgast. Jahrelang hat sie volle Auftragsbücher.

Juli 2007

Die Hegemann-Gruppe übernimmt auch die Volkswerft Stralsund. Sie will in die Produktion besonders großer Containerschiffe einsteigen.

Frühjahr 2009

In beiden Werften werden die Aufträge knapp. Hegemann kündigt die Umstellung auf den Spezialschiffbau an.

Juni 2009

Finanz-und Wirtschaftsministerium geben grünes Licht für eine Bürgschaft über9 Millionen Euro.

Juni 2010

Die beiden Werften stellen sich unter dem Namen P+S- Werften neu auf. Die Hegemann-Gruppe hält einen Anteil von 7 Prozent, die HSW Treuhand- und Beteiligungsgesellschaft ist mit 93 Prozent beteiligt.

August 2010

Die Belegschaften erklären sich zu kostenloser Mehrarbeit bereit, um die weitere Sanierung der Werften zusichern.

August 2011

Die P+S-Werften erhalten einen Millionenauftrag über den Bau von zwei Offshore-Installationsschiffen.

März 2012

Land, Bund und Banken einigen sich auf Unterstützung bei der Finanzierung von Schiffbauaufträgen. Grund sind die teureren Spezialschiffe.

Mai 2012

Ein Finanzloch von 200 Millionen Euro gefährdet den Fortbestand. Das Land ist grundsätzlich zu erneuter Hilfe bereit, braucht aber die Zustimmung der EU und sieht auch Bund, Banken, das Unternehmen und die Belegschaft mit in der Verantwortung.

Juni 2012

Es stellt sich heraus, dass fast 300 Millionen Euro Umstrukturierungsbeihilfe nötig sind. Die Mitarbeiter erklären sich bereit, sich an der Rettung mit 68 Millionen Euro zu beteiligen. Schwerin sagt ein Darlehen von bis zu 152,4 Millionen Euro zu.

Juli 2012

Die EU-Kommission genehmigt die staatliche Garantie für die P+S Werften unter Vorbehalt.

August 2012

Der frühere Airbus-Manager und Sietas-Werftsanierer Rüdiger Fuchs wechselt als Unternehmenschef an die Spitze der P+S-Werften. Er deckt größere Probleme als bisher bekannt auf, darunter Lieferverzögerungen für Scandlines-Fähren und zwei Spezialfrachter.

20. August

Das Land stoppt die Hilfen.

29. August

Die Werftengruppe reicht den Insolvenzantrag ein.

Auch das Wirtschaftsministerium reagierte zurückhaltend auf die Offerte. „Nicht jeder Interessent hat ein tragfähiges Konzept mit Finanzierungsnachweisen“, sagte ein Sprecher des Ministeriums. Im April hatte sich die Landesregierung für einen Verkauf der Werft an Nordic ausgesprochen. „Wir sind an belastbaren Fakten interessiert, und daran hat sich nichts geändert“, sagte der Ministeriumssprecher. Das in russischem Besitz befindliche Unternehmen Nordic will die Werft zum 1. Juni 2014 übernehmen und dort vor allem Offshore-Plattformen bauen. Bereits zum 1. Mai hatte Nordic 48 P+S-Mitarbeiter übernommen. Bis Jahresende will das Unternehmen 250 Mitarbeiter beschäftigen. Der Kaufpreis beläuft sich auf 5 Millionen Euro sowie weitere 1,5 Millionen Euro bei einem Gewinnnachweis.

Von

dpa

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