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10.07.2015

15:24 Uhr

Pünktlich zum Schlussverkauf

Tarifeinigung im Einzelhandel

In ganz Deutschland laufen derzeit Tarifgespräche im Einzelhandel. Als erstes haben sich die Partner im Südwesten geeinigt – gerade rechtzeitig zum Start der sommerlichen Rabattschlacht.

Dass die Warnstreiks diesmal nicht in die Rabattsaison reichen wie bei der Tarifrunde vor zwei Jahren, dürfte die Händler hoffen lassen. dpa

Sommerschlussverkauf

Dass die Warnstreiks diesmal nicht in die Rabattsaison reichen wie bei der Tarifrunde vor zwei Jahren, dürfte die Händler hoffen lassen.

Korntal-Münchingen/StuttgartZum Auftakt der Sommer-Rabattaktionen ist in der Tarifrunde des Einzelhandels in Baden-Württemberg der erste Abschluss geglückt. An dem Vertrag im Südwesten könnten sich nun alle anderen Tarifgebiete der Branche orientieren, stellte der Handelsverband Deutschland (HDE) am Freitag fest. Es sei mit Blick auf die Lage der Branche und der Inflation ein „tragfähiger Kompromiss“. Mit genau diesem Ausdruck hatte zuvor ein Sprecher der Gewerkschaft Verdi die Eingung bewertet.

Im Südwesten bekommen die Beschäftigten im Einzelhandel rückwirkend zum 1. Juli 2,5 Prozent mehr Lohn. Ab 1. April 2016 soll es noch einmal zwei Prozent mehr geben. Außerdem wird die Vergütung der Auszubildenden angehoben.

„Der Abschluss war hart umkämpft und stellt zugleich die Grenze des Machbaren für die Handelsunternehmen dar“, sagte der Verhandlungsführer der Arbeitgeber, Philip Merten, am Freitag nach der Einigung am Vorabend. In ganz Deutschland laufen derzeit Verhandlungen. In Hessen sollte am Freitag wieder verhandelt werden,

Im baden-württembergischen Einzelhandel arbeiten rund 490.000 Menschen – darunter fallen allerdings auch Nicht-Tarifbeschäftigte. Besonders Modehändler dürften ihre Hoffnung nun auf die schon laufenden Sommer-Rabattaktionen setzen. Viele Händler geben bereits bis zu 50 Prozent Nachlass, obwohl die traditionelle Lagerräumung erst Ende Juli beginnt. Angesichts des schwachen Halbjahrs versuchen viele Händler, das Sommerwetter auszunutzen.

Während der Hitzewelle am vergangenen Wochenende seien die Läden zwar vergleichsweise leergeblieben, sagte der Vizepräsident des Einzelhandelsverbands HDE, Horst Lenk. Die moderaten sommerlichen Temperaturen, die sich inzwischen eingestellt haben, animierten aber zum Einkauf.

Dass die Warnstreiks diesmal nicht in die Rabattsaison reichen wie bei der Tarifrunde vor zwei Jahren, dürfte die Händler hoffen lassen. Die Margen im Handel sind dünn, der Wettbewerb durch Online-Konkurrenz verschärft. Die Branche rechnet nach der Prognose des Handelsverbands in diesem Jahr mit einem schmalen Plus von 1,5 Prozent – ähnlich fiel das Wachstum in den vergangenen Jahren aus.

Von

dpa

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