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06.11.2015

12:26 Uhr

Puma vs. Adidas und Nike

Trotz Rihanna rennt Puma nicht vorweg

VonJoachim Hofer

Die Turnschuhe und Trikots der Marke Puma verkaufen sich wieder besser. Trotzdem sinken die Gewinne im dritten Quartal – Rihanna und Co. sei Dank. Zudem wird die Konkurrenz immer dynamischer und hängt das Label ab.

Freizügig-sportlich zeigt sich Rihanna in dieser Werbung. Der Sportausrüster Puma dürfte für die Sängerin viel Geld ausgegeben haben. PR

Rihanna und Puma

Freizügig-sportlich zeigt sich Rihanna in dieser Werbung. Der Sportausrüster Puma dürfte für die Sängerin viel Geld ausgegeben haben.

MünchenDas Raubtier rennt, aber die Beute ist schneller. Der fränkische Sportkonzern Puma ist im dritten Quartal um fast zehn Prozent gewachsen, die Erlöse kletterten auf gut 900 Millionen Euro. Ein strammes Tempo, gewiss. Aber die wichtigsten Wettbewerber sind noch dynamischer unterwegs.

Puma-Chef Bjørn Gulden zeigte sich am Freitagmorgen in einer Telefonkonferenz mit Reportern zurückhaltend: „Wir müssen uns den Platz in den Regalen der Händler erst noch zurück erobern.“ Der ehemalige Profi-Fußballer führt die Traditionsmarke inzwischen seit mehr als zwei Jahren und hat nie einen Zweifel dran gelassen, dass es viel Zeit braucht, dem Label wieder zu altem Glanz zu verhelfen. Vor allem braucht es jede Menge Geld. Gulden steckt Millionen in eine moderne IT, in neue Läden und in Stars und Fußballklubs. Daher ist es kein Wunder, dass der Quartalsgewinn im Vergleich zum Vorjahr um neun Millionen auf 20 Millionen geschrumpft ist.

Doch das Wachstumsprogramm zahlte sich aus, meint Norweger Gulden: „Die Verkäufe entwickeln sich wie geplant.“ Die Schuhsparte wachse das fünfte Quartal in Folge. Und der erste Turnschuh aus der Partnerschaft mit dem Popstar Rihanna, der „Creeper“, sei in vielen Läden innerhalb von ein paar Stunden ausverkauft gewesen.  

Doch Gulden weiß ganz genau, dass er noch einen Zahn zulegen muss. Lokalkonkurrent Adidas hat am Donnerstag ein sattes Umsatzplus von fast einem Fünftel verkündet. Um rund 700 Millionen Euro sind die Erlöse der Marke mit den drei Streifen im dritten Quartal geklettert; alleine der Zuwachs entspricht schon einem Großteil der gesamten Quartalseinnahmen von Puma. Mit einem Gewinn von gut 300 Millionen Euro hat Adidas den Überschuss von Puma sogar um das 25-Fache übertroffen.

Größte Sportartikelhersteller der Welt (Umsatz 2014)

9. Platz: Billabong (Australien)

0,8 Milliarden Euro

8. Platz: Columbia Sportswear (USA)

1,9 Milliarden Euro

7. Platz: Asics (Japan)

2,33 Milliarden Euro

6. Platz: Under Armour (USA)

2,79 Milliarden Euro

5. Platz: Puma (Deutschland)

2,97 Milliarden Euro

4. Platz: New Balance (USA)

2,98 Milliarden Euro

3. Platz: VF Corp. (USA)

11,12 Milliarden Euro

2. Platz: Adidas (Deutschland)

14,53 Milliarden Euro

1. Platz: Nike (USA)

25,14 Milliarden Euro

Quelle

Noch ungünstiger fällt der Vergleich mit Weltmarktführer Nike aus. Der Turnschuhproduzent von der amerikanischen Westküste ist inzwischen acht Mal so groß wie die Franken. Die Marke mit dem „Swoosh“-Logo fährt in einem einzigen Quartal mehr Gewinn ein als Puma an Umsatz erzielt.

Richtig Sorgen machen sollte Puma-Chef Gulden aber Under Armour, der wohl aggressivste Sportkonzern weltweit derzeit. Im abgelaufenen dritten Quartal ist der Umsatz der Firma aus Baltimore um fast 30 Prozent auf 1,2 Milliarden Dollar in die Höhe geschossen. Umgerechnet sind das 1,1 Milliarden Euro. Damit hat die Marke erstmals Puma hinter sich gelassen. Auch unterm Strich blieb bei dem Newcomer von der amerikanischen Ostküste mit 100 Millionen Dollar (92 Millionen Euro) deutlich mehr übrig.

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