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09.10.2012

10:26 Uhr

Qatar bei Oneworld

Arabische Airlines nehmen Europa ins Visier

Qatar tritt dem Oneworld-Bündnis bei, Etihad kooperiert mit Air France - arabische Airlines drängen auf den europäischen Markt. Nur die Lufthansa hat weiterhin keinen Partner in der Wachstumsregion.

Qatar -Airways-Chef Akbar Al Baker

Qatar-Airways-Chef Akbar Al Baker

New YorkDem Luftfahrtbündnis Oneworld ist der Coup gelungen. Als erste große Allianz nehmen sie eine der ambitionierten arabischen Airlines in ihre Reihen auf. Die Fluggesellschaft Qatar Airways soll als neues Mitglied die Kooperation von Gesellschaften wie British Airways, Iberia und Air Berlin verstärken. Die Fluglinie aus dem arabischen Emirat Katar wurde zum designierten Mitglied ernannt, gab Oneworld am Montagabend in New York bekannt.

Oneworld ist nach der Star Alliance um die Deutsche Lufthansa und Skyteam um Air France-KLM das weltweit drittgrößte Bündnis von Fluggesellschaften. Die Mitglieder stimmen ihre Streckennetze aufeinander ab und bieten ihren Kunden das gesamte Flugangebot aller Partner an. Das Flugangebot von Oneworld könnte durch den neuen Partner massiv ausgebaut werden: Qatar betreibt derzeit eine Flotte von 111 Boeing- und Airbus-Maschinen und fliegt 120 Ziele in 70 Ländern an. Drehkreuz der Gesellschaft ist der Flughafen von Katars Hauptstadt Doha.

Die größten Fluggesellschaften der Welt

Platz 10

US Airways (USA) - 66 Millionen Passagiere

Durch die Fusion mit American Airlines steigt die Fluggesellschaft ab Herbst 2013 zur größten der Welt auf. Im vergangenen Jahr schaffte die Airline nur knapp den Sprung in die Top Ten.

Platz 9

China Eastern Airlines (China) - 73 Millionen Passagiere

Mitte 2011 wurde die chinesische Airline ins SkyTeam aufgenommen. Die 285 Flugzeuge steuern im wesentlichen Ziele im Inland an, aber auch Flughäfen in Nordamerika, Europa und Australien. Größter Anteilseigner der Fluggesellschaft ist die chinesische Regierung.

Platz 8

Air France-KLM (Frankreich) - 77 Millionen Passagiere

Die Franzosen leiden unter dem schwachen Geschäft in Europa. Billig-Airlines und Kerosinpreise verhageln das Geschäft. Darum wurde zuletzt sogar eine Kooperation mit dem aufstrebenden arabischen Konkurrenten Etihad eingegangen, um der Lufthansa ihren Spitzenplatz abzujagen.

Platz 7

Ryanair (Irland) - 79 Millionen Passagiere

Ryanair-Chef Michael O'Leary ist berühmt für seine ausgeflippten Auftritte. Durch seine Billigstrategie sind die Iren mittlerweile die größte Fluggesellschaft Europas. Zuletzt wollten die Iren erneut den heimischen Konkurrenten Aer Lingus übernehmen.

Platz 6

China Southern Airlines (China) - 87 Millionen Passagiere

Asiens größte Fluggesellschaft verfügt über eine Flotte von 360 Maschinen - darunter auch ein Airbus A380. Damit soll die Expansion noch lange nicht abgeschlossen sein, die Flotte soll in den kommenden Jahren um 121 Flugzeuge ausgebaut werden.

Platz 5

Lufthansa (Deutschland) - 103 Millionen Passagiere

Die größte deutsche Fluggesellschaft macht rund 75 Prozent ihrer Umsätze im Passagiergeschäft. Besonders das Geschäft in Europa sorgte zuletzt aber für Millionenverluste. Viele europäische Strecken wurden darum auf die Billigtochter Germanwings umgestellt.

Platz 4

American Airlines (USA) - 108 Millionen Passagiere

Ende 2011 musste die Fluggesellschaft noch Insolvenz anmelden - bald könnte sie durch die Fusion mit US Airways zur größten der Welt aufsteigen.

Platz 3

Southwest Airlines (USA) - 109 Millionen Passagiere

Die bunten Texaner sind die größte Inlandsfluggesellschaft der Welt. Nachdem die Passagierzahl in der Finanzkrise zuletzt heftig gesunken war, erreichte sie 2012 wieder ein Rekordniveau weit über der 100-Millionen-Marke.

Platz 2

United Continental (USA) - 140 Millionen Passagiere

Die Airline aus Chicago verpasst den Spitzenplatz nur knapp. Als Mitglied der Star Alliance ist United auch ein wichtiger Partner der Lufthansa.

Platz 1

Delta Airlines (USA) - 165 Millionen Passagiere

Die Amerikaner sind noch die größte Fluggesellschaft der Welt - müssen ihren Titel aber bald abgeben. Durch die Fusion von American Airlines und US Airways dürfte Delta als größte Fluggesellschaft abgelöst werden. 752 Flugzeuge gehören zur Flotte, weitere 125 sind bestellt.

Air Berlin als zweitgrößte Fluggesellschaft Deutschlands bekommt auf diesem Wege nach der zu Jahresbeginn gestarteten Zusammenarbeit mit Etihad Airways bereits den zweiten arabischen Partner. Air Berlin war Oneworld erst im März beigetreten. Etihad und Qatar Airways gehören neben Emirates zu den staatlichen Fluggesellschaften vom Golf, die seit Jahren die etablierten Branchengrößen aus Europa herausfordern.

Besonders für die Lufthansa könnte damit der Druck steigen. Sie ist die letzte der verbliebenen europäischen Airlines, die damit nicht mit einer arabischen Airline kooperiert. Europas größter Luftverkehrskonzern kann auf das dichte Netz seines Bündnisses Star Alliance zurückgreifen, muss aber beim Komfort und auf der Kostenseite deutlich nachbessern, wenn er im harten Wettbewerb bestehen will. Den anderen Allianzen dürfte es schwerfallen, eine andere große Airline der Region für ihre Bündnisse zu gewinnen.

Durch ihren Einstieg bei Air Berlin und die Kooperation mit Air France/KLM hat die arabische Fluggesellschaft Etihad sich weitere Teile des europäischen Marktes erschlossen. Die Araber können auf Teile des europäischen Air France/KLM-Netzes etwa in der französischen Provinz oder in Skandinavien zurückgreifen.

Kommentare (11)

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Account gelöscht!

09.10.2012, 10:54 Uhr

Chefsanieren Franz hat es verstanden ein gutes und angesehenes Unternehmen wie die LH an den Abgrund zu führen, anstatt sich an Unternehmen wie z.B. Emirates, Etihad oder der Singapore-Airlines usw. ein Beispiel zu nehmen.
Herr Franz kann ja die LH mit Ryanair oder Easyjet verpartnern, denn hinsichtlich des Service ist die LH mit Riesenschritten auf diesem Weg.

Außerdem verprellt Herr Franz seine treuesten und zahlungskräftigsten Kunden, nämliche die Business- und Vielflieger. Als LH-Senator seit 18 Jahren weiß ich wovon Ich schreibe.
Beispiel: LH pfercht ihre Passagiere wie Vieh in der Kabine zusammen. Um noch mehr Sitze in die Flieger zu bekommen, hat man auf Veranlassung des Chefsanierers Franz die älteren bequemen Sitze gegen kürzere und daher mit deutlich härterer Rückenlehne ausgetauscht und die Garderobe ausgebaut. Damit bekommt man 15 Sitze mehr in das Fluggerät. Zu leiden hat der Passagier, der sich nunmehr statt nach Tomatensaft nach Paracetamol sehnt, damit er den Flug ohne Rückenschmerzen übersteht.

HERR FRANZ IST GESCHEITERT!
Es wird höchste Zeit, dass der charismalose Franz von Herrn Weber geschasst wird. Dann kann Franz ja als Sanierer zu Opel gehen.

Orthopaede

09.10.2012, 11:19 Uhr

Um Himmels Willen! Wenn der zu Opel ginge, verlören die Autos doch als erstes ihre ergonomischen Sitze(für welche sie immerhin mehrmals ausgezeichnet wurden) zu Gunsten eines Plastikbrettes mit Designpreis (neue Recaros in der LH). Bin kein Opelfahrer aber wünsche der Marke trotzdem kein Übel....
Ansonsten leider volle Zustimmung!

Account gelöscht!

09.10.2012, 11:51 Uhr

Bei der Lufthansa ist nicht nur der Service an Bord um Klassen hinter sämtlichen Premium-Airlines schlechter, auch in der allgemeinen Kundenbetreuung hat Herr Franz mit seinem A.... all das umgerissen, was andere, wie z.B. Herr Weber über Jahre aufgebaut hatten.

Wenn man sich aber beschwert, wird die Beschwerde nicht mehr individuell und auf die eigentlichen Inhalte hin beantwortet, sondern offenbar seitens des Pfördners, der in eine vorformulierte, auf alle Beschwerden passende weichgespülte Standard-Antwort nur noch den Namen des Beschwerdeführeres einsetzt.

Auch bei geschätzten 99% des eigenen Personals ist Herr Franz höchst unbeliebt, was ja dem Arbeitsklima nicht gerade förderlich ist. Wenn man am Boden Personal gegenüber Kritik über Herrn Franz äußert, bekommt man in der Regel sofort verständnisvolles Lächeln und Kommentare zu Herrn Franz, die ich hier lieber nicht wiedergeben möchte.

Ein Purser sagte mir als langjähriger LH-Senator kürzlich: "Bitte bleiben Sie uns treu. Auch wir mögen Herrn Franz nicht und sehen, wie alles nur schlechter wird, aber auch die Zeit des Herrn Franz geht irgenwann einmal zuende."

Leider muss man befürchten, dass bis dahin der LH durch Misswirtschaft und Fehlentscheidungen nicht wieder gutzumachender Schaden zugefügt wurde.

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