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29.09.2015

17:03 Uhr

Qualität, Veganes, Convenience

Was in Zukunft auf den Tisch kommt

VonJohannes Steger

Wenn sich Lebenskonzepte verändern, wechseln auch die Essgewohnheiten. Welche Trends die kommenden Jahre bestimmen werden – und wie Gastronomie, Lebensmittelhandel und Ernährungsindustrie damit umgehen wollen.

Das Einkaufsverhalten der Deutschen hat sich verändert. dpa

Einkaufen im Supermarkt

Das Einkaufsverhalten der Deutschen hat sich verändert.

KölnDas gemeinsame Frühstück oder Mittagessen am häuslichen Esstisch bekommt in Deutschland Seltenheitswert. Die Deutschen essen immer öfter unterwegs, oft direkt beim Bäcker oder im Supermarkt. Zugleich steigen die Ansprüche an das Essen – wie nicht nur der Trend zu veganer Kost zeigt. Die Gesellschaft hat sich verändert und mit ihr die Essgewohnheiten – Lebensmittelhandel, Ernährungsindustrie und Gastronomie müssen sich umstellen.

Um mehr als vier Prozent ging der Verzehr in den vergangenen zehn Jahren zurück, so der Bundesverband des Deutschen Lebensmittelhandels (BVLH) am Dienstag in Köln vor der weltgrößten Ernährungsmesse Anuga, die am 10. Oktober beginnt. Diese Veränderung hat auch Auswirkungen auf das Einkaufsverhalten der Deutschen. Bleibt die Küche immer häufiger kalt, muss auch weniger eingekauft werden.

Der Lebensmitteleinzelhandel setzt deshalb auf Snacks für unterwegs und neue Gastronomiekonzepte. Das hat für die Händler zwei Vorteile: Zum einen bringt ein fertig belegtes Sandwich schlichtweg mehr Geld in die Kasse als einzeln verkaufte Brotscheiben und Aufschnitt. Zudem jagen sie der Gastronomie Umsatz ab. Denn wer sein Mittagessen günstig beim Bäcker oder im Supermarkt auf die Hand erstehen kann, der spart sich das Essen im Restaurant.

Die größten Discounter der Welt

Platz 10

Dollar Tree belegt den zehnten Platz unter den weltgrößten Discountern. Das US-Unternehmen erwirtschaftete 2014 6,8 Milliarden Euro.

Quelle: Planet Retail/Statista

Platz 9

Auch aus Skandinavien kommt ein Discounter, der es unter die Top Ten der weltgrößten geschafft hat: Rema 1000 gehört zum Konzern Reitangruppen. 2014 setzte das Unternehmen sieben Milliarden Euro um.

Platz 8

2014 generierte der US-Discounter Family Dollar einen Umsatz von 8,3 Milliarden Euro.

Platz 7

Der siebtgrößte Discounter der Welt heißt Biedronka, ist in Polen aktiv, gehört aber der portugiesischen Gruppe JMR Jerónimo Martins Retails. 2014 setzte die Kette 9,3 Milliarden Euro um.

Platz 6

Die sechstgrößte Discountkette der Welt stammt aus Spanien. Das Unternehmen mit dem Namen Dia (zu Deutsch „Tag“) setzte 2014 10,3 Milliarden Euro um.

Platz 5

Auf dem fünften Platz findet sich ein deutsches Unternehmen: Der Discounter Penny, der zur Rewe-Gruppe gehört. 2014 betrug der Umsatz des Discounters 12,1 Milliarden Euro.

Platz 4

Der viertgrößte Discounter der Welt ist Netto. Die Kette gehört zur Edeka-Gruppe und erwirtschaftete 2014 einen Umsatz von 14,5 Milliarden Euro.

Platz 3

Die US-Kette Dollar General verkaufte 2014 Waren im Wert von 15,0 Milliarden Euro.

Platz 2

Der Discounter Lidl, der zur Schwarz Gruppe gehört, belegt im Ranking der weltgrößten Discounter mit großem Abstand zum Drittplatzierten den zweiten Platz. 2014 betrug der Umsatz der Supermarktkette 62,7 Milliarden Euro.

Platz 1

Aldi Nord und Süd sind gemeinsam auf Platz eins im Ranking der weltweit größten Discounter. 2014 verkauften die beiden deutschen Unternehmen Artikel im Wert von 65,9 Milliarden Euro.

Die Strategie geht auf: Der Handel verzeichnet ein leichtes Umsatzplus von nominal 1,8 Prozent für die erste Jahreshälfte, was einem Handelsvolumen von knapp 108 Milliarden Euro entspricht.

Während der Lebensmittelhandel neue Geschäftskonzepte ausprobiert, hat die deutsche Ernährungsindustrie mit einer schwachen Bilanz zu kämpfen. Real sei der Umsatz im ersten Halbjahr 2015 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 2,1 Prozent gesunken, nominal um 4,4 Prozent - auf 81,9 Milliarden Euro, berichtete die Bundesvereinigung der Ernährungsindustrie (BVE). Die sinkende Mengennachfrage macht auch der Ernährungsindustrie zu schaffen. Dazu kommt ein harter Preiskampf, der den Umsatz weiter drückt. Auf der anderen Seite klagt die Branche über hohe Kosten bei Rohstoffen, Energie und Löhnen.

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