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31.10.2013

10:07 Uhr

Quartalsbericht

Umbau lässt Lufthansa-Gewinn schrumpfen

Nach neun Monaten hat die Lufthansa operativ eine Viertelmilliarde Euro weniger verdient. Trotzdem ist Vorstandschef Franz zufrieden – dank Germanwings. Dabei lief es in der Hauptreisezeit schlecht.

Eine Boeing 737-300 am Flughafen Frankfurt: Die Kosten für den Umbau drücken das operative Ergebnis der Lufthansa im dritten Quartal. Reuters

Eine Boeing 737-300 am Flughafen Frankfurt: Die Kosten für den Umbau drücken das operative Ergebnis der Lufthansa im dritten Quartal.

FrankfurtDer Konzernumbau bei der Lufthansa lässt das operative Ergebnis der Fluggesellschaft schmelzen. Der operative Gewinn von Deutschlands größter Airline ging nach neun Monaten im Vergleich zum Vorjahr um rund 250 Millionen Euro auf 661 Millionen Euro zurück, teilte das Unternehmen am Donnerstag in Frankfurt mit.

Bereinigt um Restrukturierungskosten und Einmaleffekte konnte die Lufthansa das operative Ergebnis jedoch deutlich auf 859 Millionen Euro (2012: 582 Millionen Euro) steigern – „normalisiert“ nennt die Fluggesellschaft diese Zahl dann. Im Zeitraum zwischen Juni und September lief es allerdings nicht gut für die Lufthansa. Der operative Gewinn ging im wichtigen Sommerquartal um mehr als zwölf Prozent auf 589 Millionen Euro zurück – ein herber Rückschlag.

Die Lufthansa hob jedoch die Zahlen im Passagiergeschäft hervor: Dank der laufenden Konzernsanierung und Erlössteigerungen sei der operative Gewinn der Lufthansa Passage und der Billigtochter Germanwings in den ersten neun Monaten um 170 Prozent auf 300 Millionen Euro gestiegen. Dabei profitierte der Konzern aber vom zweiten Quartal. Im abgelaufenen Vierteljahr sprang nur ein Mini-Zuwachs von gut drei Prozent heraus.

Fakten zur Umstellung von Lufthansa auf Germanwings

Diese Strecken werden umgestellt

Stuttgart wurde bereits im vergangenen Jahr umgestellt; seit Ende März läuft die Umstellung auch in Hamburg. Berlin und Düsseldorf sollen noch folgen. Bis Herbst 2014 sollen fast alle Lufthansalinien innerhalb Deutschlands und Europas von Germanwings übernommen werden. Nur München und Frankfurt werden dann noch von der Lufthansa bedient.

Das ändert sich bei Germanwings

Germanwings bekommt einen neuen Markenauftritt: Der bisherige Brombeer-Farbton bleibt erhalten, allerdings wird der Schriftzug der Lufthansa angepasst. Auch die Crew bekommt neue Uniformen.

Der Preisunterschied

33 Euro kostet ein Ticket im "Basic"-Tarif, 20 Euro teurer ist ein Ticket der Mittelklasse. Deutlich teurer ist die Premium-Variante, in der bis zu 259 Euro pro Strecke fällig werden.

Die Unterschiede zwischen den Klassen

Kunden des "Best"-Tarif haben unter anderem einen großzügigem Sitzabstand von 81,2 Zentimetern und einem freien Mittelsitz. Außerdem soll ein Bord-Menü à la Carte im Preis enthalten sein. Im "Smart"-Tarif, der Mittelklasse, sitzt man mit genauso viel Beinfreiheit wie im "Best"-Tarif. Servicemäßig sind 23 Kilo Freigepäck enthalten, ein kostenloser Snack und alkoholfreie Getränke. Nur in der Holzklasse ist dies nicht enthalten - hier zählt es nur so billig wie möglich zu reisen.

Warum Businesskunden Germanwings nutzen sollen

Germanwings bekommt nicht nur ein neues Markenkonzept, sondern auch eine neue Tarifstruktur: Die Linie soll dann Passagiere mit unterschiedlichen Ansprüchen bedienen und nicht nur für Billigflieger attraktiv bleiben. Dazu wird es drei Arten von Tickets geben.

Die Gültigkeit der neuen Tarifstruktur

Ab 1. Juli gelten die neuen Tarife, die allerdings schon seit Mitte April gebucht werden können. Die Tickets behalten auch seine Gültigkeit, wenn ein Flug der Lufthansa von Germanwings durchgeführt wird. Er wird automatisch umgebucht.

Das Bonusprogramm

Die Meilenprogramme von Lufthansa und Germanwings bleiben erhalten. Die einzige Neuerung: Kunden können in Zukunft entscheiden, in welchem Programm sie ihre Meilen gutschreiben lassen wollen.

Die Lounges

Business-Vielflieger im "HON-Circle" und Vielflieger mit Senator-Status können auch mit Germanwings-Bordkarte die Senator- und Business Lounges der Lufthansa aufsuchen. Der ursprüngliche Plan war, dass sich sogenannte "Frequent Traveller" einen Zugang zur Business-Lounges für 25 Euro kaufen können - dagegen regte sich Widerstand. Nun hat diese Gruppe auch Zugang zu den Business Lounges und den Miles&More-Partnerlounges.

„Wir haben das Ergebnisniveau im Passagiergeschäft deutlich gesteigert“, sagte Vorstandschef Christoph Franz dennoch. „Erstmals seit fünf Jahren schreiben wir im Lufthansa-Europaverkehr wieder schwarze Zahlen – dank den Fortschritten mit Germanwings“, so Franz weiter. Das im Februar 2012 eingeleitete Sparprogramm „Score“ zeige Wirkung. Die Lufthansa hat im Rahmen des Konzernumbaus die gesamten innerdeutschen und innereuropäischen Verbindungen außerhalb der Drehkreuze Frankfurt und München auf die Germanwings übertragen.

Die Schweizer Tochter Swiss steigerte den Betriebsgewinn um fünf Prozent. Weniger gut lief es hingegen bei Austrian Airlines - hier brach der Gewinn um 90 Prozent ein. Allerdings hatte der österreichische Lufthansa-Ableger im Vorjahr von hohen Sondergewinnen profitiert.

Kommentare (3)

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Account gelöscht!

31.10.2013, 09:00 Uhr

eine Viertelmillion Euro weniger verdient: na, das ist ja mal eine Meldung wert.

Wer schreibt sowas? Und dann auch noch im ersten Satz....

Noch nicht ganz nüchtern wieder ...?

Account gelöscht!

31.10.2013, 10:16 Uhr

Lieber Leser S.B.,
vielen Dank für Ihren Hinweis, ist korrigiert.
So einen Fehler kann man leider auch nüchtern machen...!

Account gelöscht!

31.10.2013, 10:46 Uhr

no worries - Danke.

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