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01.02.2012

02:34 Uhr

Quartalszahlen

Teures Experiment schmälert Amazons Gewinne immens

VonAxel Postinett

Die Strategie ist klar: Kundenwachstum steht bei Amazon ganz oben auf dem Plan. Die Erträge müssen dahinter zurückstehen. Aber wie lange? Mit einem heftigen Rückgang der Gewinne schockt der Onlinehändler seine Anleger.

Zu teures Experiment? Amazon-CEO Jeff Bezos mit dem Kindle Fire. Reuters, Sascha Rheker

Zu teures Experiment? Amazon-CEO Jeff Bezos mit dem Kindle Fire.

San FranciscoSchöne Bescherung: Mehr Umsatz, aber weniger Gewinn im Weihnachtsquartal und ein enttäuschender Ausblick auf 2012. Mir kräftigen Kursverlusten quittierte die Aktie des Onlinehändler Amazon nachbörslich die Vorlage der Zahlen zum vierten Quartal. Wie lange kann der Webhändler das teuere Experiment mit seinem Tablet-PC durchhalten?

Der Nettoumsatz erreichte im vierten Quartal 2011, das diesmal neun Wochen umfasste, mit 17,43 Milliarden Dollar zwar ein Plus von 35 Prozent zum Vorjahr. Aber das lag unter Analystenerwartungen, und das Nettoergebnis sackte gleichzeitig um 58 Prozent auf ganze 177 Millionen Dollar durch. Für das laufende erste Quartal 2012 wird jetzt sogar die Chance auf einen Nettoverlust eingeräumt: Amazon-CEO Jeff Bezos erwartet ein Ergebnis zwischen Minus 200 Millionen und Plus 100 Millionen Dollar.

Bezos setzt starkes Kundenwachstum weiterhin vor steigende Erträge. Während der Quartalsumsatz um 35 Prozent und die Zahl der abgesetzten Produkte um 30,5 Prozent anzogen, legten die Kosten für Fullfillment - die Kosten, bis ein Produkt tatsächlich beim Kunden angekommen ist - um 52 Prozent zu. Der Aufwand für Marketing schoss um 57 Prozent in die Höhe.

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Das neue Tablet Kindle Fire ist an dem Kostendruck nicht ganz unschuldig: Insgesamt lag der Verkauf der Kindle-Serie um 177 Prozent über Vorjahr. Hier sind jedoch alle E-Book-Reader und das Tablet umfasst, genaue Absatzzahlen des Tablets gibt es auch auf Nachfrage nicht. „Wir danken den Millionen Käufern, die Kindle Fire und e-Bookreader zu Weihnachten gekauft haben“, erklärt CEO und Gründer Bezos nur ausweichend.

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