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31.08.2016

15:55 Uhr

QVC und Vogue kooperieren

Homeshopping trifft auf Hochglanzmagazin

VonGeorg Weishaupt

Der Teleshopping-Sender QVC beteiligt sich an der „Vogue Fashion Night“. Die Modezeitschrift veranstaltet diese Verkaufsshow jedes Jahr rund um die Düsseldorfer Königsallee. Welche Designer ihre Entwürfe präsentieren.

„Für uns ist die „Vogue Fashion Night“ in Düsseldorf die Chance, mal ein ganz anderes Publikum zu erreichen“, sagt QVC-Deutschlandchef Mathias Bork. PR

Teleshopping

„Für uns ist die „Vogue Fashion Night“ in Düsseldorf die Chance, mal ein ganz anderes Publikum zu erreichen“, sagt QVC-Deutschlandchef Mathias Bork.

DüsseldorfDer Teleshopping-Sender QVC und die Modezeitschrift-Ikone Vogue? Das passt eigentlich nicht zusammen. QVC ist eher dafür bekannt, dass es in seinen Verkaufssendungen solide Massenmode verkauft. Und die Vogue steht für ausgesuchte Topmode. „Für uns ist die „Vogue Fashion Night“ in Düsseldorf die Chance, mal ein ganz anderes Publikum zu erreichen“, begründete Mathias Bork im Düsseldorfer Interconti Hotel die Kooperation.

Die stylische Bar des Fünfsternehotels will der Deutschlandchef von QVC in ein Fernsehstudio verwandeln. Dort will der Teleshopping-Sender zur Vogue Fashion Night, die die Zeitschrift jedes Jahr um den Luxusboulevard Königsallee veranstaltet, Hosen, Jacken und Taschen live vor Publikum verkaufen. Der Termin: Freitag, 9. September, in der Zeit von 20 bis 24 Uhr.

Bork wirbt mit einem „exklusiven Markenmix“, den er einem „mode-affinen Publikum präsentieren“ will. Damit meint er nicht etwa Luxusmarken wie Gucci, Armani und Chanel. Sondern Mode der Designerin Jette Joop und dem Düsseldorfer Modemacher Thomas Rath, der als Juror von „Germany's Next Topmodel“ bekannt wurde.

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Beide verkaufen schon länger ihre eigenen Modelinien über den Düsseldorfer Einkaufssender. Jette Joop, die am 26. September ihre neue Herbst-Kollektion für die Marke Blue Motion bei Aldi verkauft, konzentriert sich bei QVC auf ihre eigene, schon 20 Jahre alte Marke „Jette“. Und Thomas Rath, der ansonsten Mode zu Premiumpreisen anbietet, verkauft bei QVC seine spezielle Linie „Thom“. Solche Sendungen, so Bork, sähen sich auch schon mal 100.000 Zuschauer an.

Für den Shoppingsender ist Mode ein wichtiges Geschäft. „Wir erzielen 20 bis 30 Prozent unseres Umsatzes mit Mode“, sagte Bork. Der Gesamtumsatz der Deutschlandtochter des US-Unternehmens lag im vergangenen Jahr bei umgerechnet 754 Millionen Euro. Damit liegt der Sender noch vor seinem Konkurrenten HSE24, der einen Gruppenumsatz von 715 Millionen Euro nennt.

Deutschland ist für QVC der größte Markt hinter den USA. Die Umsatzzahl von 754 Millionen Euro ist auch die letzte, die Bork für Deutschland veröffentlichen wird. Denn die US-amerikanische Muttergesellschaft will künftig keine Länderzahlen mehr nennen. So wird es auch ihr Geheimnis bleiben, wie sich die Fashion Night im Umsatz auswirken wird.

Der Sender unternimmt jedenfalls große Anstrengungen, um sich dem verwöhnten Modepublikum in der rheinischen Metropole und den Fernsehzuschauern zu präsentieren. So werde QVC „einen höheren sechsstelligen Betrag“ in das mobile Studio im Hotel investieren, verriet Bork.

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Außerdem rollt der Sender auf der Königsallee den roten Teppich aus und lässt Rikschas mit seinem Logo über die Einkaufsmeile fahren. Thomas Rath will das Publikum einbeziehen: „Ich hole mir den einen oder anderen Zuschauer vor die Kamera und gebe ihm Style-Tipps.“ Er rechnet mit einem großen Andrang. „Es haben sich schon Busse mit Fans angekündigt.

Deutschland-Chef Bork hofft, „dass es in Deutschland eine langfristige Partnerschaft mit der Vogue“ wird. Immerhin hat QVC damit international bereits Erfahrungen. So gab es ähnliche Kooperationen schon in den USA und in Italien. Ob der renommierte Partner aus der Mode-Hochglanz-Welt hilft, neue anspruchsvolle Kunden zu gewinnen, bleibt abzuwarten. Aber er könnte helfen, den Altersdurchschnitt der Zielgruppe, die momentan vor den Bildschirmen „bei 50 plus“ (Bork) liegt, etwas zu senken.

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