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10.10.2013

15:25 Uhr

Radar gegen Rotor

Flugsicherung wirbt für Windkraft-freie Zonen

Die Deutsche Flugsicherung stemmt sich gegen den Ausbau von Windkraftanlagen in der Nähe von Radaranlagen, vor allem sogenannte Funkfeuer werden durch drehende Rotorblätter stark beeinträchtigt.

Konflikte zwischen Radar und Rotor. dpa

Konflikte zwischen Radar und Rotor.

Frankfurt/MainDie Deutsche Flugsicherung (DFS) und ihre Aufsichtsbehörde haben ihren strikten Kurs bei der Genehmigung von Windkraftanlagen verteidigt. Insbesondere rund um die bundesweit 64 Funkfeuer dürften in die international vorgeschriebene 15-Kilometer-Schutzzone keine neuen Windkrafträder gebaut werden, erklärten Vertreter der bundeseigenen DFS und des Bundesaufsichtsamts für Flugsicherung (BAF) in Frankfurt. „Wir sind keine Verhinderer der Energiewende, wie uns gelegentlich vorgeworfen wird“, erklärte BAF-Direktor Nikolaus Herrmann, „wir sind für die Sicherheit im Luftverkehr verantwortlich und müssen mitunter unangenehme Entscheidungen treffen.“

Betreiber hatten sich in den vergangenen Monaten verstärkt über pauschale Ablehnungen von Windparks in der Nähe der Funkanlagen beklagt. Diese werden insbesondere für die sichere und lärmoptimierte Navigation der Flugzeuge benötigt. Neben den sogenannten UKW-Drehfunkfeuern betreiben DFS, Militär und Wetterdienst noch eine Vielzahl weiterer Funk- und Radaranlagen, die bei den Windkraftplanungen ebenfalls berücksichtigt werden müssen.

Die elektromagnetischen Wellen werden von den Rotorblättern abgelenkt und führen zu Störsignalen, so die DFS. Besonders problematisch sei dabei die je nach Witterungslage und Windrichtung unterschiedliche Ablenkung der Wellen. Die bestehenden UKW-Feuer seien bereits durch zahlreiche Einflüsse gestört, die sich gegenseitig aufaddierten, sagte DFS-Sprecher Axel Raab. Bei etwa jedem dritten Funkfeuer in Deutschland sei keinerlei weitere Störquelle mehr akzeptabel. Man prüfe aber jeden Einzelfall.

Die größten Windkraftanlagenhersteller (Ranking 2012)

Platz 10

Die Unternehmensberatung BTM Consult analysiert einmal im Jahr den weltweiten Markt für Windkraftanlagenhersteller. Auf dem zehnten Platz befindet sich in der aktuellen Rangliste, die sich auf Daten von 2012 bezieht, das chinesische Unternehmen Mingyang mit einem Marktanteil von 2,7 Prozent. Laut eigenen Angaben ist die Firma der größte nicht-staatliche Windkraftanlagenbauer von China und arbeite in Deutschland mit dem Unternehmen aerodyn Energiesysteme zusammen.

Platz 9

Auch auf dem neunten Platz ist ein chinesisches Unternehmen, wenn auch nur mit dem geringen Anteil von 3,2 Prozent: Sinovel.

Platz 8

Mit einem Marktanteil von 4,7 Prozent ist United Power auf dem achten Platz der Weltrangliste der größten Windkraftanlagenhersteller. Das Unternehmen ist wie Sinovel und Mingyang in China beheimatet.

Platz 7

6 Prozent Marktanteil hat das chinesische Unternehmen Goldwind.

Platz 6

Gamesa ist das einzige spanische Unternehmen in der Top 10-Liste der größten Windkraftanlagenhersteller der Welt. Die Firma hat ihren Hauptsitz im Baskenland in Nordspanien und hatte 2012 einen Marktanteil von 6,1 Prozent weltweit.

Platz 5

Auf dem fünften Platz befindet sich mit einem Marktanteil von 7,4 Prozent die Suzlon Group aus Indien. Im Vorjahr war sie noch auf dem sechsten Platz

Platz 4

Auch das deutsche Unternehmen Enercon kletterte weltweit in der Rangliste nach oben – vom fünften Platz 2011 ging es auf den vierten Platz 2012. Enercon hat einen Marktanteil von 8,2 Prozent, in Deutschland hat das Unternehmen dagegen einen Anteil von mehr als 50 Prozent. 

Platz 3

Auch auf dem dritten Platz der weltgrößten Windkraftanlagen befindet sich ein deutsches Unternehmen: Siemens. Sein Anteil am Weltmarkt betrug 2012 laut BTM Consult 9,5 Prozent.

Platz 2

Eine schwere Rückschlag musste im vergangenen Jahr der dänische Windkraftanlagenbauer Vestas einstecken. Erstmals seit 2000 schaffte es das Unternehmen mit einem Marktanteil von 14 Prozent nicht auf den ersten Platz der größten Anlagenhersteller.

Platz 1

General Electric hat im vergangenen Jahr erstmals Vestas vom ersten Platz der Rangliste der größten Windkraftanlagenbauer verdrängt – mit einem Marktanteil von 15,5 Prozent. Das US-Unternehmen war 2011 noch an dritter Stelle.

Die Funkfeuer konzentrierten sich insbesondere rund um die großen Flughäfen, seien aber auch in weiteren Abständen im Bundesgebiet flächendeckend aufgestellt, um dem Luftverkehr Orientierungspunkte zu geben, erläuterte der BAF-Direktor Nikolaus Herrmann. Das führt unter anderem dazu, dass im Rhein-Main-Gebiet mit acht Funkfeuern rund um den Frankfurter Flughafen kaum noch Flächen für Windkraftanlagen freigegeben werden könnten. Auch bestehende Anlagen dürften nicht durch höhere und leistungsfähigere Rotoren ersetzt werden. Die Schutzzonen um die Anlagen waren im Jahr 2009 international von 3 auf 15 Kilometer ausgeweitet worden.

Das System sei zumindest nicht kurzfristig mit Hilfe der noch zu ungenauen und nicht in allen Flugzeugen installierten Satelliten-Navigation zu ersetzen und müsse möglicherweise noch länger als Notfall-System aufrecht erhalten werden, sagte Herrmann. Er kritisierte das komplizierte Genehmigungsverfahren, in dem die Flugsicherung ihr Votum erst relativ spät äußern könne. In Großbritannien seien hingegen sehr frühe Voranfragen seitens der Windparkplaner möglich.

Von

dpa

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