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01.06.2011

14:37 Uhr

Ranking

Wo Deutschlands beste Anwälte arbeiten

VonMarcus Creutz

Die neue Liste von Best Lawyers zeigt, in welchen Kanzleien die besten Anwälte sitzen. Doch die Einschätzung der Kollegen, die im Ranking abgefragt wird, ist nicht mehr das einzige Kriterium bei der Anwalts-Auswahl.

Die großen Wirtschaftskanzleien glauben daran, dass das Geschäft mit dem Recht auch weiterhin gute Umsätze einbringt. Quelle: dpa

Die großen Wirtschaftskanzleien glauben daran, dass das Geschäft mit dem Recht auch weiterhin gute Umsätze einbringt.

GarmischBest Lawyers ist in den USA eine Legende: Seit über 25 Jahren erscheinen dort Empfehlungslisten der besten Anwälte. Regelmäßig lässt der Verlag Tausende Juristen nach der Leistung ihrer Konkurrenten befragen. Das sogenannte Peer-to-Peer-Verfahren hat Best Lawyers auf den deutschen Markt übertragen. Im dritten Jahr in Folge veröffentlicht das Handelsblatt als Exklusivpartner nun die Ergebnisse.

Manager oder Rechtsabteilungen können sich die richtigen Ansprechpartner aussuchen: Vom Arbeitsrecht über Gesellschaftsrecht, M&A und Private Equity bis hin zum Steuer- und Wirtschaftsstrafrecht sind mehr als 1000 renommierte Wirtschaftsanwälte aus rund 40 Rechtsgebieten aufgelistet.

Was die Branche dabei vor allem interessiert, ist die Frage, welche Kanzleien die meisten Empfehlungen erhalten. Dieses Jahr hat Freshfields die Nase vorn - gleich 66 Juristen finden sich im Ranking wieder. Mit einem Zähler weniger folgt Hengeler Mueller auf Platz zwei. In die Top fünf geschafft haben es auch Clifford Chance (42), Hogan Lovells (41) sowie Gleiss Lutz (37).

Für Manager, die fremden Rechtsrat einkaufen, ist die Reputation der beauftragten Kanzlei ein wichtiger Aspekt - aber bei weitem nicht der einzige. Zunehmend hinterfragen Unternehmen die Rechnungen der großen Wirtschaftskanzleien. Sie erwarten nach wie vor exzellente Beratung, sind nicht mehr bereit, für mehr oder weniger standardisierten Rechtsrat und ein Heer an Junganwälten Höchststundensätze zu bezahlen.

Was das bedeutet, erklärt der Berliner Strategieberater Torsten Breden: "Der Fokus auf Wachstum, der die Ausrichtung der Großsozietäten geprägt hat, gehört der Vergangenheit an. Der neue Imperativ des Marktes heißt operative Exzellenz und konsequente Mandantenorientierung. Das ist eine radikale Herausforderung für das Geschäftsmodell der Kanzleien."

Was die Umsatzerwartungen angeht, sind die Wirtschaftsanwälte dennoch optimistisch. Schon vergangenes Jahr hatten die Transaktionsspezialisten damit gerechnet, dass das M&A-Geschäft in Deutschland anziehen würde. Nun erfüllen sich die Hoffnungen mit Verzögerung. "Viele Unternehmen haben sich darauf konzentriert, stabil durch die Krise zu kommen und Vorsorge zu treffen. Da stand das M&A-Geschäft nicht im Vordergrund", sagt Rechtsanwältin Daniela Favoccia von Hengeler Mueller.

Kommentare (4)

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Leser0815

18.10.2011, 19:33 Uhr

Füe einen geneigten Leser vom Fach wird bei der Auflistung schnell deutlich, dass diese letztlich nichts weiter wert ist, als die (billige) Egopolitur um die Ecke. Es ist teilweise erschreckend, dass Rechtsanwalte als "the best" in Rechtsgebieten aufgelistet werden, in welchen sie ausweislich ihrer Vita und den Angaben auf den eigenen Homepages niemals signifikant tätig waren.

Liebes Handelsblatt, bitte im nächsten Jahr etwas mehr Recherchearbeit leisten und weniger und vor allem nicht blind auf "Freundschaftsempfehlungen" von "Mandanten" vertrauen.

Beste Grüße,
ein aufmerksamer Leser von Fach

EDi

25.06.2012, 22:23 Uhr

Dafür das ich mich nur von Spezialisten "De Jure" beraten lasse, sehe ich hier nicht einen einzigen davon, daher darf hier von einer Selbsverherlichung gegen Werbeprämie der Law Company's ausgegangen werden! Echte Spezialisten sind kleine Kanzleien die und Einzelkämpfer die sich derartige Selbstbefriedigung nicht leisten können, aber ihre Mandnaten auch ohne dies Zufrieden stellen. VG EDi

Josef

09.09.2012, 23:21 Uhr

Die Empfehlungen sind nicht aus der Luft gegriffen, wenngleich Einzelpersonen weniger wichtig sind als die jeweiligen Teams. Dass Hengeler (22 von 30 DAX-Konzernen als Mandanten) und Freshfields im Wirtschaftrecht führend sind hat allerdings naja, geringen Neuigkeitswert.

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