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17.09.2015

11:33 Uhr

Rasierer von Beiersdorf

Nivea probt den Angriff auf Gillette

VonChristoph Kapalschinski

Der Dax-Konzern Beiersdorf bringt erstmals einen eigenen Nassrasierer auf den Markt. Doch so richtig trauen sich die Hamburger nicht an den Konflikt mit den internationalen Platzhirschen des Rasierermarkts.

Beiersdorf hofft, mit seiner Marke Nivea auf dem Markt für Damenrasierer Fuß zu fassen.

Frau bei der Nassrasur

Beiersdorf hofft, mit seiner Marke Nivea auf dem Markt für Damenrasierer Fuß zu fassen.

HamburgDas könnte ein großer Sprung für Nivea sein: Dieser Tage kommt erstmals ein Nassrasierer unter der wichtigsten Marke des Dax-Konzerns Beiersdorf in die Drogeriemärkte. Doch für den ganz großen Aufschlag fehlt den Hamburgern offenbar vorerst der Mut. Sie gehen zunächst nur mit einem Einmal-Rasierer für Damen auf den Markt.

Das Kalkül dahinter: Der Nivea-Rasierer soll die Kundinnen an dazu passende Hautpflege-Produkte von Nivea binden. „Der Rasierer ist nur ein Teil einer ganzen Reihe von Produkten, die die Rasur hauschonender machen“, sagte eine Konzernsprecherin. Konkret bringt Nivea eine Linie „Shower & Shave“ mit Rasiergel, einem Duschgel und einem After Shave für den Körper auf den Markt.

Beiersdorf

Beim Nivea-Hersteller läuft's wie geschmiert

Beiersdorf: Beim Nivea-Hersteller läuft's wie geschmiert

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Beiersdorf greift damit den Nassrasierer-Platzhirschen Gillette an. Die Procter & Gamble-Marke hat in den vergangenen Jahren das Thema Körperrasur ausgebaut. Beiersdorf sieht allerdings eine Lücke: „Auf dem Markt für Nassrasierer für Frauen gibt es nur wenige Anbieter. Das Thema hautschonende Rasur ist nicht besetzt“, heißt es.

Offiziell gibt sich Beiersdorf bei der Neueinführung zurückhaltend. Größere Aufmerksamkeit bekommt die Haarpflege-Serie, die Beiersdorf neuerdings in schickere Flaschen füllt. Dabei sind die Rasierer die erste neue Kategorie, in die die Marke nach ihrer Fokussierung auf Hautpflege in den vergangenen Jahren vordringt. Damals hatte Nivea das Make-up aufgegeben und die Haarpflege zurückgefahren.

Intern schließt Beiersdorf den großen Wurf nicht aus, sollte das Experiment mit den Damen-Klingen glücken. Zu den Einmal-Rasierern könnten dann die teureren System-Rasierer kommen – und Herren-Geräte, die die frisch aufpolierte Reihe „Nivea Men“ ergänzen würden. Das wäre der Frontalangriff auf Gillettes System Fusion sowie auf das Hydro-System vom Konkurrenten Wilkinson.

Doch fraglich ist, ob sich das für Beiersdorf wirklich lohnt. Gillette und Wilkinson liefern sich schließlich millionenschwere Werbegefechte für die selbstproduzierten Produkte. Beiersdorf dagegen kauft die Rasierer zu. Produzent ist der japanische Klingen-Konzern KAI, der sich als lokaler Marktführer für Wegwerf-Rasierer sieht.

Ähnlich gehen die Eigenmarken der Händler vor. Rossmann etwa lässt sich ebenso wie Edeka und Müller vom südkoreanischen Produzenten Dorco beliefern, der weltweit Kunden wie Walmart und Walgreen’s auf der Liste hat. Andere Händler lassen ihr Logo auf Rasierer des asiatischen Unternehmens Supermax, des US-Herstellers Personna, Wilkinson in Solingen oder des ostdeutschen Unternehmens Feintechnik Eisfeld kleben.

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