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06.04.2017

11:45 Uhr

Rassismus-Vorwürfe

Nivea empört mit „White is purity“-Anzeige

VonNora Sonnabend

Eine Facebook-Anzeige von Nivea für Kunden im Nahen Osten sorgt für Empörung in sozialen Netzwerken. Der Slogan löst Rassismus-Vorwürfe aus – und zwingt Hersteller Beiersdorf zu einer Entschuldigung.

DüsseldorfEin Deo, das keine Rückstände auf Kleidung hinterlässt – so bewirbt Nivea den Anti-Transpirant mit dem Namen „Invisible“. Auf der Facebook-Seite für Kunden aus dem Nahen Osten hatte die Beiersdorf-Marke eine Anzeige veröffentlicht, die dafür werben sollte. Sie zeigte eine Frau, in weiße Kleidung gehüllt, die mit dem Rücken zum Betrachter auf einem Bett sitzt. Unten rechts war das beworbene Deodorant zu sehen. Dazu der Schriftzug: „White is purity“, auf deutsch: „Weiß ist Reinheit“. Diese Zeile stieß vielen Nutzern in sozialen Netzwerken negativ auf, da sie als rassistisch empfunden wurde.

Beiersdorf reagierte am Dienstag darauf und löschte die Anzeige wieder: „Wir stimmen zu, dass der Post unangemessen war und haben ihn von unserer Facebook-Seite entfernt. Wir entschuldigen uns zutiefst bei allen, die ihn gesehen haben“, teilte Nivea über seinen amerikanischen Twitter-Account als Antwort auf Tweets von empörten Kunden mit.

Bei Facebook gepostet wurde die Anzeige mit dem Text „Keep it clean, keep it bright. Don't let anything ruin it, #Invisible“. Der Slogan des Deodorants, der auf der Verpackung zu sehen ist, lautet „Invisible for black and white“. Er bezieht sich darauf, dass der Deodorant weder gelbe Flecken auf weißer Kleidung noch Rückstände auf schwarzer Kleidung hinterlassen soll. Doch letzterer Aspekt wurde in der Anzeige nicht beworben.

Der Vorfall war nicht die erste negative Reaktion auf eine Anzeige von Nivea in sozialen Netzwerken. Einige Nutzer erinnern an eine Werbung von 2011. Nivea warb darin für Rasierschaum – mit dem Bild eines dunkelhäutigen Mannes mit kurzen Haaren, der in der Hand einen Kopf mit vollem Bart und langem Haar hält. Daneben der Text: „Re-civilize yourself“.

Auf Facebook gibt es die Möglichkeit für internationale Marken, Fanseiten so einzurichten, dass Nutzer immer direkt auf die Facebook-Seite der Region, in der sie leben, gelangen. So werden deutsche Kunden zunächst immer auf die Facebook-Seite von Nivea Deutschland geleitet.

Deshalb hätten viele deutsche Kunden die Anzeige nicht gesehen, wäre sie nicht in sozialen Netzwerken aufgegriffen worden. Es gibt aber auch die Möglichkeit, die Region zu ändern und sich eine andere Seite anzeigen zu lassen, zum Beispiel die von Nivea Middle East.

Kommentare (3)

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Herr Tante Mila

06.04.2017, 12:26 Uhr

In erster Linie ist der Slogan "White Is Purity" einfach nur dämlich, wenn man damit ein rückstandsfreies Deo promoten will.

Welche Hautfarbe die Dame auf dem Bild, kann ich übrigens nicht erkennen. Lediglich einen weißen Bademantel (übrigens auch Schwachsinn, denn die Deospur würde ich z. B. auch nicht auf der Rückseite eines Bademantels suchen). Aber ich finde es ziemlich bemerkenswert, dass sich alle gleich wieder rassistisch angesprochen und diskriminiert fühlen. Mann könnte eine bescheuerte Werbung einfach auch als das ansehen, was sie ist. Komplett bescheuert am Ziel vorbei.

Ist der Weiße Riese eigentlich auch ein Rassist?

Also, herzlichen Glückwunsch Beiersdorf zu einer völlig sinnbefreiten und gedankenlosen Werbung - da sollten vielleicht mal ein Köpfe rollen. Und herzliche Glückwunsch alle anderen zu einer mal wieder übertriebenen Hysterie. Wäre besser, die Leute würden mehr den real existierenden Rassismus bekämpfen.

Herr Josef Schmidt

06.04.2017, 12:48 Uhr

Black is purity klingt besser aber nur für ungewaschene dreckige Gutmenschen.

Herr Thomas Behrends

06.04.2017, 13:45 Uhr

Immerhin hat Beiersdorf nicht mit dem Slogan WHITE POWER Werbung betrieben.

Es ist einfach lächerlich, dass sich die ach so politisch korrekten Hornochsen an dem Werbespruch "White is purity" stören.

Für mich stellt dass ein irres reflexhaftes Verhalten dieser Leute dar.

Wahrscheinlich haben die ohnehin zu viel Tagesfreizeit.

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