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03.01.2014

07:00 Uhr

Reaktion auf den Online-Boom

Mit der App durchs Einkaufszentrum

Der Online-Handel boomt – da müssen sich die Einkaufszentren etwas einfallen lassen. Marktführer ECE aus Hamburg testet Apps, die Besuchern über Neues aus den Läden und Rabatte informieren. Die Reaktion: ermutigend.

Einkaufen im Wandel: Der Einfluss des Digitalen verändert die Shopping-Zentren Europas. dpa

Einkaufen im Wandel: Der Einfluss des Digitalen verändert die Shopping-Zentren Europas.

HamburgDie Shopping-Zentren in Europa stehen nach Einschätzung des ECE-Chefs Alexander Otto vor einem entscheidenden Wandel. „An den Einkaufszentren geht der Einfluss des Digitalen auf die Gesellschaft nicht vorüber. Darauf werden wir reagieren“, sagte Otto der Nachrichtenagentur dpa. ECE entwickelt, baut, vermietet und managt seit 1965 Einkaufszentren. Mit 189 Anlagen im Management ist das Unternehmen europäischer Marktführer der Einkaufsgalerien und betreut rund 21 Milliarden Euro Einzelhandelsumsatz.

In zwei Einkaufszentren in Hamburg und Essen testet ECE aktuell Apps für mobile Endgeräte, die den Kunden beim Eintritt in die Shopping-Mall über Neuigkeiten aus den Läden sowie Rabatt-Aktionen informiert. Außerdem können die Nutzer Angebote in ihren sozialen Netzwerken teilen. „Die Reaktionen und Nutzerzahlen für die Apps sind bereits ermutigend, so dass derartige Angebote auch in anderen Centern geplant sind“, berichtete Otto.

Der Online-Handel, der dem traditionellen stationären Einzelhandel Umsatz abnimmt, bleibt eine Herausforderung für die Branche. Allerdings hatte eine Konsumstudie der ECE mit der Unternehmensberatung Roland Berger ergeben, dass selbst die Internet-Generation („Digital Natives“) in Boutiquen, Warenhäusern und Shopping-Malls einkauft, weil dort direkt an- und ausprobiert werden kann. „Einkaufszentren müssen Erlebniszentren sein“, sagte Otto. Dazu beitragen könnten Modeschauen, Gewinnspiele, Bastelkurse für Kinder oder Sportevents für Jugendliche.

Die beliebtesten deutschen Händler

Quelle

Die Beratungsfirma OC&C hat 30.000 Kunden in neun Ländern befragt. Die hier gezeigten Ergebnisse beziehen sich auf Deutschland. Die Kunden wurden unter anderem zu Preisen, Qualität, Service und Markenvertrauen befragt. Maximal waren 100 Punkte zu erreichen, ein Wert von mehr als 75 gilt als „sehr gut“.
Stand der Veröffentlichung: Dezember 2013.

Platz 10

bonprix
Mode
Indexwert: 77,9 (plus 1,9 Punkte gg. Vorjahr)

Platz 9

Otto
Multisortimenter
Indexwert: 77,9 (minus 0,1 Punkte gg. Vorjahr)

Platz 8

Globus
Lebensmittel
Indexwert: 78,1 (minus 2,3 Punkte gg. Vorjahr)

Platz 7

Tchibo
Multisortimenter
Indexwert: 79 (minus 1,0 Punkte gg. Vorjahr)

Platz 6

Rossmann
Drogerie
Indexwert: 79,6 (plus 0,8 Punkte gg. Vorjahr)

Platz 5

Müller
Drogerie
Indexwert: 80,0 (plus 2,2 Punkte gg. Vorjahr)

Platz 4

Thalia
Bücher
Indexwert: 81 (minus 1,4 Punkte gg. Vorjahr)

Platz 3

Douglas
Drogerie
Indexwert: 81,1 (plus 2,7 Punkte gg. Vorjahr)

Platz 2

Amazon
Multisortimenter
Indexwert: 82,5 (minus 7,7 Punkte gg. Vorjahr)

Platz 1

dm
Drogerie
Indexwert: 84,2 (minus 1,3 Punkte gg. Vorjahr)

Alexander Otto ist der jüngste Sohn des Versandhauskönigs Werner Otto (1909-2011), der einst auch die ECE gründete. Alexander Otto ist auch Mitglied des Aufsichtsrats der Otto Group.

Neben Deutschland ist ECE auch im Ausland engagiert. In der Türkei, nach Spanien der aktuell größte Auslandsmarkt, soll bis Herbst 2015 ein Shopping-Center mit mehr als 100 000 Quadratmeter Mietfläche und mehr als 240 Shops entstehen. Europaweit hat ECE rund 14 Projekte in Bau und Planung, was einem Volumen von vier Milliarden Euro entspricht.

Zum Kauf renovierungsbedürftiger Shopping-Zentren mit „Wertsteigerungspotenzial“ soll im nächsten Jahr voraussichtlich ein weiterer Fonds für Investoren im Volumen seines Vorgängers (775 Mio Euro Eigenkapital) aufgelegt werden, wie der ECE-Chef ankündigte. Denn fast 90 Prozent des Gesamtkapitals des ersten ECE-Fonds sind investiert worden, unter anderem 2013 erstmals in Dänemark. In Odense kam ein Einkaufszentrum für 400 Millionen Euro hinzu. Als attraktiv für Ankäufe sieht Otto aktuell den italienischen Einzelhandelsmarkt an - mit konsumfreudigen Käufern auch im Luxussegment.

Von

dpa

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