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05.08.2014

17:00 Uhr

Reaktion auf westliche Sanktionen

Russland erwägt Einschränkungen für europäische Airlines

Die EU-Sanktionen treffen Russlands Wirtschaft hart, zuletzt ging wegen möglicher Isolierung russischer Aktien die Moskauer Börse auf Talfahrt. Nun will Präsident Putin zurückschlagen – und wählt dafür den Luftraum aus.

Abheben Richtung Asien könnte teuer werden, wenn Russland mit den Einschränkungen in seinem Luftraum Ernst macht. dpa

Abheben Richtung Asien könnte teuer werden, wenn Russland mit den Einschränkungen in seinem Luftraum Ernst macht.

MoskauRussland erwägt als Reaktion auf die Sanktionen der EU einem Zeitungsbericht zufolge, die Überflugsrechte für europäische Fluggesellschaften zu beschneiden. Im Verkehrs- und im Außenministerium werde geprüft, ob Flüge über russischem Gebiet eingeschränkt oder gar verboten würden, berichtete die Wirtschaftszeitung „Wedomosti“ am Dienstag unter Berufung auf eine nicht näher bezeichnete Person. Beschränkungen bei der Nutzung der Transsibirien-Route würden die Flugzeit nach Asien erhöhen und damit die Treibstoffkosten in die Höhe treiben. Für Lufthansa, British Airways und Air France könnten sich die Einbußen dem Bericht zufolge bei einem drei Monate währenden Verbot auf rund eine Milliarde Euro summieren. Europäische Airlines gerieten damit im Wettbewerb mit asiatischen Fluglinien und den Golf-Airlines auf den lukrativen Routen nach Fernost ins Hintertreffen.

Fragen und Antworten zu Sanktionen gegen Russland

Auf welche Sanktionen müssen sich Unternehmen einstellen?

Die EU diskutiert bislang über eine mögliche Einschränkung für Rüstungsausfuhren sowie für Exporte von Hochtechnologie für den Energiebereich. Offen ist, was damit genau gemeint ist. Außerdem sollen Möglichkeiten geprüft werden, den Zugang Russlands zu den EU-Finanzmärkten zu erschweren.

Was wären die Folgen?

Eingriffe in die Finanzierung würden die russische Wirtschaft querbeet treffen. „Die Abhängigkeit Russlands von externen ausländischen Finanzierungen hat in den letzten Jahres stark zugenommen“, schreiben die Volkswirte der Hypovereinsbank (HVB). Sollte die EU dem Beispiel der USA mit einem Verbot für die Finanzierung erster russischer Unternehmen folgen, werde dies zwangsläufig sehr schnell wirken - denn bislang hätten russische Firmen Finanzierungen in Dollar zumindest teilweise durch Finanzierungen in Euro ersetzen können.

Und wie sieht es mit Handelsbeschränkungen aus?

Von Handelsverboten beispielsweise bei Rüstung und Maschinen wären natürlich die Hersteller selbst betroffen. Schon jetzt berichten Maschinenbauer über Einbrüche, obwohl es noch gar keine konkreten Schritte gibt. „Die Russen würden uns die Maschinen ja gern abnehmen, aber es ist nicht sicher, ob sie zum Zeitpunkt der Fertigstellung überhaupt noch nach Russland ausgeführt werden können“, sagt der Präsident Branchenverbandes VDMA, Reinhold Festge. Einzelne Firmen berichten, russische Kunden sähen sich schon jetzt nach Alternativen zum Beispiel in Asien um. Die mittelständische Wirtschaft fürchtet, dass ein Embargo bei uns vor allem auf Klein- und Mittelbetriebe in den Branchen Maschinen- und Fahrzeugbau, Elektronische Erzeugnisse, Pharma und Nahrungsmittel zurückschlagen würde.

Wie wichtig ist denn Russland insgesamt als Kunde?

Russland hat zuletzt (2013) Waren für rund 36 Milliarden Euro in Deutschland gekauft. Das entspricht rund 3 Prozent aller Exporte. Damit steht das Land aber nur auf Platz 11 der wichtigsten Kunden, hinter Handelspartnern wie zum Beispiel Belgien, Polen, der Schweiz oder Österreich. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes führen aber lediglich 10 Prozent aller Exporteure Waren nach Russland aus. „Für etwa 73 Prozent dieser Unternehmen machen die Exporte nach Russland maximal ein Viertel ihrer gesamten Exporte aus.“ Einzelne Firmen oder Branchen könnten also deutlich heftiger getroffen werden als die Gesamtwirtschaft.

Dann droht also kein handfester Konjunktureinbruch?

Eher nicht. Sollte die ohnehin aktuell schwächelnde russische Wirtschaft weiter einbrechen, hätte das zwar auch negative Konsequenzen für Deutschland. Wegen des begrenzten Anteils der Exporte nach Russland wäre das für die deutsche Wirtschaft aber „wohl verschmerzbar“, meinen die HVB-Ökonomen.

Wie könnte Russland auf ein Embargo reagieren?

Auch das ist völlig unklar. Allerdings hätte Moskau genügend Mittel für einen Gegenschlag: Binnen eines Jahrzehnts hat es das Riesenreich von Platz 16 auf Platz 8 der weltweit größten Volkswirtschaften geschafft. Ein Großteil der Wirtschaftsmacht des „Rohstoffgiganten Russland“ beruht auf Erdöl, Erdgas, Kohle sowie Metallen wie Nickel, Aluminium. Und genau hier könnte das Drohpotenzial liegen - theoretisch zumindest: „Nach rationalen Erwägungen würden sich die Russen stärker selbst schaden, wenn sie uns den Gashahn beginnen abzudrehen, weil sie ... von den Einnahmen daraus abhängig sind“, sagte der stellvertretende Hauptgeschäftsführer des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Volker Treier, am Donnerstag im Südwestrundfunk.

Das russische Verkehrsministerium wie auch die Zivilluftfahrtbehörde wollten sich zu dem Zeitungsbericht nicht äußern. Auch die Lufthansa, die allein für 180 Flüge pro Woche den sibirischen Luftraum nutzt, wie auch das Bundesverkehrsministerium und British Airways lehnten eine Stellungnahme ab.

Beschränkungen der Überflugsrechte würden dem Zeitungsbericht zufolge allerdings nicht nur europäische Gesellschaften treffen. Auch die heimische Fluggesellschaft Aeoroflot müsse dann mit Einbußen rechnen, weil sie von den europäischen Airlines Gebühren von rund 300 Millionen Dollar pro Jahr für den Überflug erhalte.

Von

rtr

Kommentare (1)

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Herr peter Spirat

05.08.2014, 17:23 Uhr

Amerikaner werden nervös:
Hat die Ukraine den Abschuss von MH17 ausgelöst?


Deutsche Wirtschafts Nachrichten |
Veröffentlicht: 25.07.14, 13:05

Eine US-Sprecherin hat in Washington überraschend ein Geständnis abgelegt: Sie musste einräumen, dass die Ukraine tatsächlich einen Kampf-Jet in Richtung von MH17 geschickt haben könnte. Dieser Jet könnte die Rebellen provoziert haben, in Richtung der Passagier-Maschine zu schießen.

In diesem Fall hätte die Ukraine eine klare Mitschuld am Tod von fast 300 Zivilisten. Die Amerikaner kämen als militärische Drahtzieher der ganzen Aktion gewaltig unter Druck.

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