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15.12.2016

14:16 Uhr

Real, Saturn, Media Markt

Metro greift für Neuordnung tief in die Kasse

Metro spaltet sein Elektronikgeschäft ab: Ceconomy soll die Firma heißen, die das Geschäft von Media-Saturn übernimmt. Nun hat der Konzern die ersten Details zur Aufspaltung vorgestellt – inklusive Aktienzuteilung.

Großhandel mit Selbstbedienung: Stammgeschäft legt Metro bei der geplanten Aufspaltung mit dem Lebensmittelhandel zusammen. dpa

Metro Cash & Carry

Großhandel mit Selbstbedienung: Stammgeschäft legt Metro bei der geplanten Aufspaltung mit dem Lebensmittelhandel zusammen.

DüsseldorfDer Handelsriese Metro nimmt seine Aufspaltung in Angriff. Der Konzern stellte am Donnerstag in Düsseldorf seinen Nachfolger Ceconomy vor, unter dessen Dach das Elektronikhandelsgeschäft um Media Markt, Saturn und Redcoon gebündelt wird. Aus dem Metro-Verbund ausgegliedert wird das Lebensmittelgeschäft um die Großmärkte und die Supermarktkette Real. Metro-Chef Olaf Koch will mit dem Schritt beide Teile schlagkräftiger und für Investoren attraktiver machen. Erst einmal muss Metro aber in die Kasse greifen: Rund 100 Millionen Euro kostet die Trennung, an deren Ende zwei im MDax notierte Unternehmen stehen sollen.

Er fühle sich wie ein stolzer Vater, der das neue Kind vorstelle, sagte Ceconomy-Chef Pieter Haas. Ceconomy sei ein Start Up mit einem Umsatz von 22 Milliarden Euro, das mit der Verschränkung von Online-Geschäft, neuen Dienstleistungen und dem Verkauf von Kunden-Daten Umsatz und Gewinn steigern wolle. Auch das Lebensmittelgeschäft stehe allein besser da, sagte Koch.

Media Markt, Saturn und Real: Metro geht mit Rückenwind in die Aufspaltung

Media Markt, Saturn und Real

Metro geht mit Rückenwind in die Aufspaltung

Mit ermutigenden Zahlen kann der Handelskonzern Metro kurz vor der wohl wichtigsten Veränderung in der Firmengeschichte aufwarten. Anleger reagieren begeistert. Dabei stehen die wichtigsten Nachrichten noch bevor.

„Heute stellen sich zwei dynamische, in ihren Branchen bestens positionierte Unternehmen vor“, warb Koch vor Analysten und Investoren. Beide Unternehmen erfüllten die Kriterien für eine Aufnahme in den MDax und sollten dort gelistet werden. Koch wird Chef des Lebensmittelhändlers werden, Media-Saturn-Chef Haas ist designierter Vorstandsvorsitzender der Ceconomy. Schon Ende September wurden die beiden Firmenteile organisatorisch getrennt. Bei der Hauptversammlung am 6. Februar soll die Aufspaltung dann besiegelt werden. „Wir sind bereit, auf eigenen Beinen zu stehen“, betonte Haas.

Die Metro-Aktionäre sollen im Zuge der Abspaltung Aktien der neuen Gesellschaft erhalten. Das Zuteilungsverhältnis beträgt 1:1 – für jede Metro-Stammaktie wird eine Stammaktie des Lebensmittelhändlers gewährt, ebenso für jede Vorzugsaktie, kündigte Metro an. Die heutigen Metro-Aktionäre werden künftig zusammen 90 Prozent an der neuen Lebensmittel- und Großhandels-Gesellschaft halten.

Zehn Prozent der Anteile bleiben bei der künftigen Ceconomy, die damit wertvoller gemacht werden soll. Aktien sollen bei der Transaktion im Rahmen einer Abspaltungskapitalerhöhung neu geschaffen werden. Ein Prozent des Grundkapitals soll von Ceconomy über sieben Jahre gehalten werden, die übrigen neun Prozent können nach einer Haltefrist von sechs Monaten verkauft werden. Ceconomy sei damit frei, mit dem Anteil zu tun, „was wir für richtig halten“, kündigte der designierte Finanzchef Mark Freese an.

Zu Ceconomy gehört Europas größte Elektronikhandelskette Media-Saturn, an der auch Firmengründer Erich Kellerhals beteiligt ist, der sich mit Metro einen langen Machtkampf geliefert hat. Im Streit zwischen Metro und Kellerhals versucht derzeit der Investor Clemens Vedder zu vermitteln. Doch Metro habe schon „maßgebenden Einfluss auf die Führung der Geschäfte der Gesellschaft“, hieß es in zur Abspaltung vorgelegten Dokumenten. Media-Saturn wird möglicherweise nicht die einzige wichtige Tochter der Ceconomy bleiben. Mittel- und langfristig sei geplant, weitere Tochterunternehmen „zu gründen oder zu akquirieren und somit das heutige Geschäftsfeld perspektivisch zu erweitern.“

Trüb scheinen dagegen die Aussichten der Tochter Redcoon, die mit Verlusten und Umsatzrückgängen kämpft. Redcoon war 2011 übernommen worden, damals hatte Media-Saturn den Online-Boom verschlafen und suchte den Anschluss. Nun hat Europas größte Elektronikhandelskette eigene Online-Shops für Media Markt und Saturn, die Kunden können etwa dort bestellen und die Waren in den Läden abholen. Der reine Online-Shop Redcoon hat da weniger Möglichkeiten - und ist nur noch neben Deutschland in zwei weiteren Ländern vertreten. Bald werde entschieden, ob Redcoon Perspektiven habe, kündigte Haas an.

Von

rtr

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

15.12.2016, 08:12 Uhr

"Herr Fritz Porters - 18.11.2016, 11:43 Uhr

@ Herr Hoffmann

ich habe nicht diesen enormen politischen Sachverstand wie Sie, aber die von Ihnen beschriebene "Grünen-Sozialistischen Vernichtungspolitik".... ist das sowas wie ein "Gemüseauflauf"? :-D
Herrlich, die Kommentare sind echt Comedy... einige Artikel im HB sind echt besorgniserregend, aber die Kommentare können einem das Lachen zurückzaubern. Danke ...muss weiter arbeiten...aber nachher schaue ich noch mal in die Kommentare...will doch auch später noch was zu schmunzeln haben..."

@Porters

VIELEN DANK Herr Porters,
es ist wirklich ein immenser Zeitaufwand, von morgens bis abends zu jedem Artikel so witzige Kommentare zu schreiben.
Bei manchen Artikeln sogar mehrere.
Schön das Sie das zu schätzen wissen.

Aber die Ehre gebührt nicht mir alleine. An den Comedy-Kommentaren sind noch weitere Leute beteiligt die auch gewürdigt sein wollen:
Paff, von Horn, Vinci Queri, Delli, Bollmohr, Caruso, Mücke, Ebsel, Dirnberger....

ohne sie wäre ich hier sehr einsam !

Aber besonders erwähnen möchte einen, der wirklich den ganzen Tag, und damit meine ich von morgens bis abends, aber auch wirklich jeden Artikel kommentiert (er ist fleisiger als ich), und auch die meisten Artikel mehrmals kommentiert.....

das ist unser geliebter

TRAUTMANN

Danke

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