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09.05.2014

13:17 Uhr

Rechtsstreit

Aldi übernimmt Gerichtskosten im Butterstreit

Eine Kundin hat Aldi wegen zwei Päckchen verdorbener Butter verklagt. Nachdem Aldi der Verbraucherin den Prüfbericht überlassen hat, zahlt der Konzern nun auch die Gerichtskosten und zieht sich damit aus der Affäre.

Aldi will einen Rechtsstreit mit einer Kundin entgehen und hat deshalb eingewilligt, ihr den Prüfungsbericht eines verdorbenen Produkts auszuhändigen. Reuters

Aldi will einen Rechtsstreit mit einer Kundin entgehen und hat deshalb eingewilligt, ihr den Prüfungsbericht eines verdorbenen Produkts auszuhändigen.

Essen/NeumünsterDer Lebensmittelkonzern Aldi Nord hat im Streit um zwei ranzige Päckchen Butter freiwillig die Gerichtskosten übernommen. Das Angebot akzeptierte die Amtsrichterin bei der kurzen Verhandlung am Freitag in Neumünster. Die Klägerin und die Verbraucherorganisation foodwatch hatten ein Grundsatzurteil zu den Informationsrechten der Verbraucher bei verdorbenen Waren erhofft. Diese Frage bleibe nun offen, da das Gericht mit der Kostenübernahme durch Aldi nicht mehr in der Sache habe entscheiden müssen, sagte ein Sprecher von foodwatch.

Zuvor hatte Aldi der Klägerin nach längerem Widerstand den Prüfbericht über die verdorbene Butter überlassen. Damit wollte der Discounter die für diesen Freitag am Amtsgericht Neumünster angesetzte gerichtliche Klärung des Vorfalls vermeiden. Mit der Aushändigung des Prüfberichts entfalle „jeder Grund“ dafür, hieß es. Ziel war es gewesen, eine außergerichtliche Einigung mit der Kundin zu erreichen.

Die Betroffene wollte nach Angaben der Verbraucherorganisation Foodwatch aber weiter vor Gericht ziehen. Dabei ging es scheinbar nur noch formal um die Entscheidung, wer die Gerichtskosten zahle. Dadurch erhoffte sich Foodwatch eine Information darüber, ob das Gericht die Informationsansprüche in der geltenden Rechtslage verankert sehe oder nicht.

So verteilen sich die Aldi-Filialen über die Welt

Deutschland

Den Heimatmarkt haben sich Aldi Nord und Aldi Süd aufgeteilt. Hier hat Aldi Nord deutlich mehr Filialen. Das Unternehmen mit Sitz in Essen kommt auf rund 2500 Geschäfte. Aldi Süd mit Sitz in Mülheim an der Ruhr kommt auf mehr als 1800 Filialen.

Australien

Auf mehr als 295 Geschäfte kommt Aldi Süd in Australien. Seit dem Jahr 2001 hat das Unternehmen dort die Expansion vorangetrieben.

Belgien

In Belgien ist Aldi seit dem Jahr 1976 vertreten. Aldi Nord betreibt im Benelux-Land mehr als 440 Filialen.

Dänemark

Unter dem Namen „Aldi Marked“ gibt es Aldi Nord auch in Dänemark. Der Markteinstieg erfolgte 1977, heute kommt Aldi im Nachbarland auf mehr als 230 Filialen.

Frankreich

Eins der größten Aldi-Länder ist Frankreich. Aldi Nord ist dort seit 1988 aktiv und betreibt mehr als 920 Filialen unter dem Namen „Aldi Marché“.

Irland

Den Einstieg auf der grünen Insel wagte Aldi erst 1999. In Irland ist Aldi Süd vertreten und zählt dort mittlerweile mehr als 95 Filialen.

Großbritannien

Mehr als 470 Filialen hat Aldi Süd in Großbritannien. Seit 1990 ist der Discounter dort vertreten.

Luxemburg

Im kleinen Benelux-Land ist Aldi seit dem Jahr 1991 vertreten. Aldi Nord zählt in Luxemburg ein Dutzend Geschäfte.

Niederlande

Die Niederlande waren das erste Land, in das Aldi Nord expandiert. Seit dem Jahr 1973 sind dort mehr als 500 Filialen entstanden.

Österreich

Aldi Süds Markteintritt in Österreich erfolgte bereits 1968. In der Alpenrepublik hat der Discounter mehr als 440 Filialen, die dort „Hofer“ heißen.

Polen

Relativ neu ist Aldi in Polen. Im Nachbarland ist Aldi Nord erst seit 2008 vertreten. Mittlerweile haben dort mehr als 70 Filialen geöffnet.

Portugal

Mehr als 30 Geschäfte betreibt Aldi Nord in Portugal. Dort ist der Discounter seit dem Jahr 2006 aktiv.

Schweiz

Man glaubt es kaum, aber die Schweiz ist erst seit wenigen Jahre „Aldi-Land“. Seit 2005 expandiert Aldi Süd in die Alpenrepublik. Dort gibt es inzwischen mehr als 160 Filialen, die unter „Aldi Suisse“ laufen.

Slowenien

Slowenien ist Aldi Süd-Land. Dort ist die Kette seit dem Jahr 2005 aktiv. Mehr als 65 Filialen gibt es mittlerweile unter dem Namen „Hofer“.

Spanien

Im Krisenland Spanien eröffnete die erste Aldi-Filiale im Jahr 2002. Aldi Nord kommt dort inzwischen auf mehr als 260 Geschäfte.

Ungarn

In Ungarn ist Aldi Süd noch nicht allzu lange vertreten. Im Jahr 2008 erfolgte der Markteintritt. Inzwischen kommt Aldi dort auf die Zahl von mehr als 85 Geschäften.

USA

Nach Deutschland sind die USA das Aldi-Land mit den meisten Filialen. Aldi Süd ist dort seit 1976 vertreten und betreibt mehr als 1230 Filialen. Dazu kommen rund 470 Filialen von Aldi Nord, die dort Traeder Joe's heißen.

Quelle: Unternehmen, Stand: 4. April 2013

Der Discounter wies ausdrücklich darauf hin, dass das Unternehmen nicht verpflichtet sei, Verbrauchern Laboruntersuchungen zugänglich zu machen. Die Aldi-Kundin hatte nach der Rückgabe der verdorbenen Irischen Butter zunächst vergeblich die Herausgabe der Labor-Ergebnisse verlangt. Erst jetzt, fast ein Jahr später, lenkte der Konzern ein.

Die Labor-Ergebnisse zeigen, dass die Butter „Anzeichen von Fettverderb“ aufwies. Aldi versicherte, dass die Gesundheit der Kunden zu keinem Zeitpunkt gefährdet gewesen sei.

Die Verbraucherschützer von Foodwatch fordern einen gesetzlichen Anspruch auf Auskunft. In einer Pressemitteilung heißt es, die Klage sei ein „Präzedenzfall“, da im deutschen Recht bisher unklar sei, „welche Informationsansprüche Verbraucher gegenüber Lebensmittelunternehmen haben“.

Von

dpa

Kommentare (2)

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Account gelöscht!

09.05.2014, 12:16 Uhr

Also wenn ich das richtig verstehe dann verkauft aldi verdorbene Butter jedoch weil keine Gefahr für den Menschen bestehe ist das kein Problem? Sind die noch ganz dicht?

Account gelöscht!

09.05.2014, 14:52 Uhr

Quatsch! Die Butter war verdorben. Wohl weil irgendetwas schief gegangen ist (z.B. Verunreinigung, Kühlkette, Verwechslung, etc.). So etwas kann bei einem Produkt das jährlich Millionenfach hergestellt wird passieren. Selbst bei einer Fehlerquote von 0,001% wirds immer ein paar geben. Nachdem die Dame das reklamiert hat und auch entschädigt wurde, verlangte diese Einsicht in die Laboruntersuchung, die Aldi nachträglich an dem reklamierten Produkt veranlasst hat. Dem Kunden ist nichts passiert, trotzdem meint man alles Mögliche zu fordern. Dass nicht noch gefordert wurde, dass der Vorstand mit einem Blumenstrauß vorbei kommt (wegen zwei Pack ranziger Butter!), war noch alles.

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