Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

28.02.2012

11:44 Uhr

Rechtsstreit

Deutsche Bank verhandelte mit Kirch-Erben

Die Deutsche Bank hat zum ersten Mal Vergleichsverhandlungen mit den Erben des Medienunternehmers Leo Kirchs bestätigt. Ein Sprecher sagte am Dienstag, die Gespräche der Hausjuristen mit der Bank seien abgestimmt gewesen.

Kirch machte die Deutsche Bank für den Kollaps verantwortlich. Reuters, Sascha Rheker

Kirch machte die Deutsche Bank für den Kollaps verantwortlich.

FrankfurtDie Deutsche Bank hat erstmals die Vergleichsverhandlungen mit den Erben des verstorbenen Medienunternehmers Leo Kirch bestätigt. Ein Sprecher des Instituts machte am Dienstag deutlich, dass die Gespräche der Hausjuristen mit der Führung der Bank abgestimmt gewesen seien. „Der Vorstand der Deutschen Bank war von den Vergleichsverhandlungen selbstverständlich vorab informiert“, sagte ein Sprecher der Nachrichtenagentur Reuters auf Nachfrage. Damit reagierte er auf anderslautende Medienberichte.

Derzeit prüft die Bank den Einigungsvorschlag, den Juristen beider Seiten vor einigen Wochen ausgehandelt haben. Der Vergleich über gut 800 Millionen Euro steht aber auf der Kippe. Im Vorstand der Bank gebe es mittlerweile große Bedenken gegen den Einigungsvorschlag in dem zehnjährigen Rechtsstreit, hatte Reuters am Wochenende von Insidern erfahren. „Man will das Thema zwar vom Tisch haben, aber nicht zu einem so hohen Preis“, betonte einer. Juristische Berater hätten Zweifel geäußert, ob ein solch teurer Vergleich Klagen anderer Aktionäre standhalten könnte.

Die Kirch-Familie macht die Deutsche Bank für den Zusammenbruch des Medienimperiums verantwortlich. Ex-Bankchef Rolf Breuer hatte in einem Interview vor zehn Jahren Zweifel an der Kreditwürdigkeit Kirchs geweckt. Die Fehde hat sich zum größten Rechtsstreit der deutschen Unternehmensgeschichte entwickelt.

Von

rtr

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×