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09.12.2013

09:31 Uhr

Reederei

Behrendt will Hapag-Lloyd mit Partnern groß machen

Michael Behrendt, Chef von Deutschlands größter Reederei Hapag-Lloyd, möchte sein Unternehmen in die Weltspitze führen. Dafür sollen mehrere Unternehmen zusammengehen. Ein Unternehmen aus Chile könnte den Anfang machen.

Der Vorstandsvorsitzende der Hapag-Lloyd AG, Michael Behrendt: „Wenn wir auf etwas vorbereitet sind, dann ist es ein Börsengang.“ dpa

Der Vorstandsvorsitzende der Hapag-Lloyd AG, Michael Behrendt: „Wenn wir auf etwas vorbereitet sind, dann ist es ein Börsengang.“

HamburgHapag-Lloyd -Chef Michael Behrendt will Deutschlands größte Reederei an die Weltspitze der Containerlinien heranführen. "Ziel sollte sein, durch ein Zusammengehen von mehreren Unternehmen etwas Größeres zu schaffen", sagte Behrendt der Nachrichtenagentur Reuters in einem am Montag veröffentlichten Interview. "Damit wäre eine viel stärkere Marktposition verbunden." Den Anfang könnte ein Zusammenschluss mit dem chilenischen Konkurrenten Compania Sud Americano de Vapores (CSAV) machen, mit der Hapag-Lloyd seit kurzem über eine Zusammenarbeit spricht. "Wir unterhalten uns darüber, ob der erste Schritt möglich ist", sagte Behrendt.

Hapag-Lloyd sei noch ein gutes Stück vom Führungstrio Maersk Linie aus Dänemark, der in der Schweiz ansässigen MSC Mediterranean Shipping Company und CMA CGM aus Frankreich entfernt. „Mein Ziel ist - das werde ich in meiner Zeit vielleicht nicht mehr erreichen, aber vielleicht einen Schritt dahin - dass wir zu den Top drei aufschließen“, fügte Behrendt hinzu. Derzeit liegen die Hamburger auf Rang fünf der Weltliga der Containerlinien.

Behrendt ließ durchblicken, dass eine Einigung mit CSAV nicht allzu lange dauern könnte, sollte man sich annähern. „Das werden wir in den nächsten Tagen und Wochen ausloten." Hapag-Lloyd hatte am Donnerstag Gespräche mit CSAV über eine mögliche Kombination des Geschäfts oder eine andere Form der Zusammenarbeit bestätigt. Die Kontakte befänden sich noch in einem sehr frühen Stadium. Branchenkreisen zufolge will Hapag-Lloyd das Containergeschäft von CSAV übernehmen, hinter der mit den Luksics eine der reichsten Familien Südamerikas steht.

Angesichts der Überkapazitäten und des ruinösen Preiskampfes in der Schiffsbranche sei es höchste Zeit für eine Konsolidierung. Wenn sich eine wirtschaftlich vernünftige Gelegenheit ergeben sollte, würde er diese ergreifen, machte Behrendt klar. Als Hindernis bezeichnete er, dass Reedereien auch nach fünf Krisenjahren nicht bereit seien, sich einem Wettbewerber anzuschließen. Es sei immer noch genug Geld vorhanden, die die Eigner in der Erwartung auf bessere Zeiten nachschössen. Daher sei die Bereitschaft zu Zusammenschlüssen und Fusionen gering. „Entweder will sie keiner, oder der Wettbewerber will, dass der andere unter sein Dach schlüpft.“

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