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24.09.2013

13:50 Uhr

Reederei

Hapag-Lloyd findet künftigen Chef beim Rivalen

Führungswechsel bei Hapag-Lloyd: Der Niederländer Habben-Janssen beerbt Behrendt als Vorstandschef. Eine seiner Aufgaben wird der Börsengang des Unternehmens sein – Experten sehen den aber noch in weiter Ferne.

Das Containerschiff „Hamburg Express“ läuft in Hamburg den Hafen an. Die Eigner von Hapag-Lloyd benehmen sich momentan wie ein Sack Flöhe. dapd

Das Containerschiff „Hamburg Express“ läuft in Hamburg den Hafen an. Die Eigner von Hapag-Lloyd benehmen sich momentan wie ein Sack Flöhe.

HamburgDeutschlands größte Containerlinie Hapag-Lloyd wirbt ihren künftigen Chef beim Rivalen Maersk ab. Der Niederländer Rolf Habben-Jansen werde am 1. Juli 2014 an die Spitze des Hamburger Traditionsunternehmens rücken, teilte Hapag-Lloyd am Dienstag mit. Der bisherige Vorstandschef Michael Behrendt scheide dann nach mehr als zwölf Jahren aus.

Er hatte seinen Vertrag auf Wunsch der Eigner unlängst noch einmal um ein Jahr verlängert. Seitdem suchte Hapag-Lloyd einen Nachfolger.

Der 47-jährige Habben-Jansen kommt vom Logistikunternehmen Damco, einer Tochter der dänischen A.P. Moeller-Maersk-Gruppe , zu der auch die weltgrößte Containerreederei Maersk gehört. Er rückt bereits im April in den Hapag-Lloyd-Vorstand ein, bevor er Behrendt zur Jahresmitte ablösen soll.

Ebenfalls zum 30. Juni 2014 scheide Ulrich Kranich (63) nach 38 Jahren in dem Unternehmen aus. Kranich war seit 2006 im Vorstand und dort seit 2008 als COO zuständig für das weltweite Schifffahrtsgeschäft. Ihm folgt Anthony Firmin (59), der seit 18 Jahren bei Hapag-Lloyd arbeitet.

Eine der Aufgaben des künftigen Chefs Habben-Jansen wird sein, die weltweit fünftgrößte Containerlinie langfristig an die Börse zu bringen. Davon ist Hapag-Lloyd nach Meinung von Experten allerdings noch weit entfernt. Die Reederei leidet - wie die gesamte Branche - unter Überkapazitäten und schrumpfenden Frachtraten und hatte erst kürzlich dank eines rigiden Sparkurses die Ertragwende geschafft.

Der Reisekonzern TUI will seinen Anteil von 22 Prozent möglichst bald loswerden. Auch die anderen Eigner, darunter die Stadt Hamburg als größter Anteilseigner sowie mehrere Banken und Versicherungen, wollen ihre Beteiligungen verringern. Zweitgrößter Aktionär von Hapag-Lloyd ist der Logistikunternehmer Klaus-Michael Kühne mit 28 Prozent.

Zur Voraussetzung für einen Börsengang hat Behrendt gemacht, dass Hapag-Lloyd zwei gute Quartale vorweisen kann und einen positiven Ausblick hat. Darüber dürfte Behrendt wachen, sobald er nach einem Jahr Karenzzeit 2015 in den Aufsichtsrat wechselt, wo er Jürgen Weber als Vorsitzenden des Gremiums ablösen soll. Diesen Plan hatte Hapag-Lloyd bereits vor mehr als einem Jahr bekannt gegeben.

Von

rtr

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