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05.12.2013

13:55 Uhr

Reederei

Hapag-Lloyd lotet Fusion mit chilenischer Vapores aus

Die Reederei Hapag-Lloyd sucht schon lange nach einem Partner. Womöglich hat sie mit dem chilenischen Wettbewerber Vapores jetzt den richtigen Kandidaten gefunden – beide Firmen leiden unter dem Preiskampf der Branche.

Ein Containerschiff im Hamburger Hafen: Die Reederei Hapag-Lloyd erwägt eine Fusion mit dem chilenischen Konkurrenten Vapores. dapd

Ein Containerschiff im Hamburger Hafen: Die Reederei Hapag-Lloyd erwägt eine Fusion mit dem chilenischen Konkurrenten Vapores.

Santiago, BerlinNach jahrelanger Branchenkrise sucht Deutschlands größte Containerreederei Hapag-Lloyd das Heil in Größe und hat dazu die Fühler nach Chile ausgestreckt. Mit dem dortigen Konkurrenten Compania Sud Americana de Vapores (CSAV) würden derzeit Gespräche über eine Kombination des Geschäfts oder eine andere Form der Zusammenarbeit geführt, teilte das Traditionsunternehmen am Donnerstag mit. Firmenkreisen zufolge will Hapag-Lloyd das Containergeschäft von CSAV übernehmen. Die Hamburger würde damit zur Nummer vier in der Weltliga der Linienreedereien aufsteigen, sagte ein Insider der Nachrichtenagentur Reuters. Derzeit liegt Hapag-Lloyd auf Rang fünf.

Bereits im Frühjahr war am Kampf der Großaktionäre ein Versuch von Hapag-Lloyd gescheitert, mit dem Lokalrivalen Hamburg Süd einen globalen Schifffahrtsriesen zu schmieden. Auch dabei war es darum gegangen, in der unter Überkapazitäten und hohen Treibstoffkosten leidenden Branche durch den gemeinsamen Einsatz von Schiffen die Kosten zu senken. Hamburg Süd und Hapag-Lloyd hatten sich Insidern zufolge mindestens eine halbe Milliarde Euro Einsparungen vorgenommen - ein großer Beitrag zur Bewältigung der im sechsten Jahr schwelenden Branchenkrise.

Hapag-Lloyd ist mit 152 Schiffen und einer Kapazität von 730.000 Standardcontainern Nummer fünf der Welt, CSAV liegt mit 260.000 Standardcontainern auf Rang 20. Weltmarktführer ist die dänische Maersk Linie, gefolgt von der Mediterranean Shipping (MSC) und der französischen CMA CGM. Diese drei setzen die anderen in der Branche mit einem Bündnis unter Druck, in dem sie Schiffe gemeinsam einsetzen wollen.

Sollte die Allianz unter dem Namen "P3" von den Kartellbehörden grünes Licht bekommen, würde die Reedereien zusammen 255 Schiffe mit knapp 40 Prozent des weltweiten Containergeschäfts kontrollieren. Hapag-Lloyd arbeitet bereits seit längerem in der G6-Allianz mit kleineren Reedereien zusammen, die gemeinsam auf weniger Schiffe kommen.

Ziel der Bemühungen von Hapag-Lloyd um einen Zusammenschluss mit CSAV ist, zusammen höhere Frachtraten durchzusetzen. Die Transportpreise sinken seit Jahren, weil es zu viele Schiffe gibt und die Reeder alles tun, um die immer größeren Containerriesen zu füllen. Die Folge ist ein ruinöser Preiskampf, der viele Reedereien in die roten Zahlen getrieben hat.

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