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20.03.2013

14:37 Uhr

Reedereien-Flaute

Hapag-Lloyd fährt höheren Verlust ein

Hohe Treibstoffkosten setzen der Traditionsreederei Hapag-Lloyd zu, der Konzern machte 2012 ein dickes Minus. Das aktuelle Jahr soll besser laufen. Aber wann den Eignern wieder eine Dividende gezahlt wird, ist ungewiss.

Die Traditionsreederei Hapag-Lloyd befindet sich zur Zeit in schwerem Gewässer. dpa

Die Traditionsreederei Hapag-Lloyd befindet sich zur Zeit in schwerem Gewässer.

HamburgDie Reederei Hapag-Lloyd geht mit einem höheren Verlust in die entscheidende Phase der Fusionsgespräche mit dem Lokalrivalen Hamburg Süd. Die Flaute auf den Weltmeeren und die enorm gestiegenen Treibstoffkosten brockten Deutschlands größter Containerlinie im abgelaufenen Jahr einen Fehlbetrag von 128 Millionen Euro ein, fast 100 Millionen mehr als im Vorjahr. Obwohl Hapag-Lloyd damit im Branchenvergleich noch vergleichsweise gut abgeschnitten habe, sei das Ergebnis "nicht zufriedenstellend", erklärte Vorstandschef Michael Behrendt am Dienstag im Anschluss an eine Aufsichtsratssitzung.

Für das laufende Jahr gab er eine deutliche Ergebnisverbesserung als Ziel aus. Erreicht werden soll dies durch höhere Frachtraten und weitere Einsparungen. Wann Hapag-Lloyd wieder in der Lage sein wird, den Eignern eine Dividende zu zahlen, steht allerdings in den Sternen. Nach der Übernahme der Mehrheit durch das Konsortium um die Stadt Hamburg und den Logistikunternehmer Klaus-Michael Kühne 2009 hatte die Hamburger Traditioinsreederei lediglich 2010 einen hohen Gewinn erwirtschaftet. Dieser wurde wegen der Branchenkrise in die Rücklagen gesteckt und zum Teil in neue Schiffe investiert.

Wegen der düsteren Marktprognosen verschob der Vorstand nun die Abnahme von drei Containerriesen mit über 13.000 Stellplätzen von der zweiten Jahreshälfte 2013 auf März und April 2014. Zudem will die Reederei gecharterte Schiffe zurückgeben, wenn sich die Lage nicht bessert.

Hapag-Lloyd und die zum Oetker-Konzern gehörende Containerlinie Hamburg Süd hatten im Dezember angekündigt, einen Zusammenschluss zu prüfen, um sich gegen die Branchenkrise zu stemmen. Wenn die Geschäftszahlen vorliegen, sollte mit der Bewertung der Unternehmen begonnen werden. Diese soll dann Grundlage für die Anteilsverhältnisse an einem Gemeinschaftsunternehmen werden - vorausgesetzt, die Unternehmen einigen sich. Mit Spannung wird nun erwartet, wie Hamburg Süd im vergangenen Jahr abgeschnitten hat.

Von

rtr

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