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29.01.2013

15:37 Uhr

Regionalflieger

Bremer OLT stellt Insolvenzantrag

Die deutsche Luftfahrtbranche steckt in der Krise. Das nächste Opfer ist offenbar die Bremer Fluglinie OLT. Seit Tage starten keine Maschinen mehr, nun hat die Airline Antrag auf Insolvenz gestellt.

Eine Maschine von OLT auf dem Flughafen Bremen. dpa

Eine Maschine von OLT auf dem Flughafen Bremen.

BremenDie Krise in der deutschen Luftfahrt zieht immer weitere Kreise. Nun hat die ins Schlingern geratene Bremer Fluglinie OLT Insolvenz angemeldet. Dies bestätigte der Sprecher des Unternehmens, Matthias Burkard, am Dienstag. Unklar sei noch, welches Gericht den Antrag bearbeiten werde, ob das Amtsgericht Bremen oder das Amtsgericht Stuttgart. Eine Entscheidung sollte es noch im Laufe des Dienstags geben.

Mit dem kleinen Unternehmen gerät erneut eine deutsche Fluglinie in massive Schwierigkeiten. „Die deutsche Luftfahrt steckt in einer Krise“, sagte die Sprecherin des Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft, Eva-Maria McCormack. Air Berlin entlasse 900 Mitarbeiter, die Lufthansa habe sich ein Sparpaket auferlegt und im vergangenen Jahr hätten bereits die deutschen Unternehmen Cirrus Airlines und XL Airways Germany Insolvenz angemeldet. „Von 22 internationalen Flughäfen schreiben nur noch sechs schwarze Zahlen“, verdeutlichte die Sprecherin die Misere der Luftfahrtbranche.

„OLT Express ist schon die dritte Fluggesellschaft innerhalb eines Jahres, die Insolvenz anmelden musste“, sagte der Präsident des Verbands, Klaus-Peter Siegloch, nach einer Mitteilung. „Es muss endlich Schluss sein mit einseitigen Lasten, die unsere Luftfahrt behindern: wie die Luftverkehrssteuer, die unfaire Ausgestaltung des Emissionshandels, oder Betriebszeiten an Flughäfen, die auch nicht den Wünschen unserer Passagiere entsprechen.“ Dem Verband zufolge gibt es bereits eine Verlagerung von Verkehrsströmen von Deutschland weg.

Dabei sah die Situation für die 1958 in Emden gegründete Luftlinie OLT noch im vergangenen Jahres gut aus. Das Unternehmen war auf Expansionskurs, bis zwei Großaufträge wegbrachen. Daraufhin hatte die Geschäftsführung ein Sanierungskonzept erarbeitet, dass der Eigentümer - eine niederländische Investmentfirma - nun aber abgelehnt hat.

Wie bereits am Montag startete auch am Dienstag kein Flieger der angeschlagenen Gesellschaft. Knapp 40 Flüge fielen aus. Die rund 500 Mitarbeiter hätten die jüngste Entwicklung „mit Bestürzung aufgenommen“, sagte der OLT-Sprecher. Wie es mit ihnen weitergehe, müsse der Insolvenzverwalter entscheiden.

Mit 15 Flugzeugen bediente OLT bisher die Flughäfen Bremen, Dresden, Saarbrücken, Münster/Osnabrück und Karlsruhe/Baden-Baden. Nach der Streichung von Flügen bei Air Berlin hatte OLT diese noch übernommen. Der Bundesverband ist sicher: „Für eine Reihe von Flughäfen ist das eine richtig schlechte Nachricht.“

Von

dpa

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