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28.07.2014

15:52 Uhr

Regionalflughäfen

Der schönste Flughafen und keiner landet

VonTobias Döring

Der Luftverkehr in Deutschland ist im ersten Halbjahr gewachsen. Doch davon profitieren nur die größeren Flughäfen. Verlierer sind Regional-Airports, besonders groß sind die Verluste bei einem Flughafen aus NRW.

Fluggasttreppe auf dem Rollfeld in Nürnberg: Bis auf wenige Ausnahmen verlieren kleinere Flughäfen Passagiere. dpa

Fluggasttreppe auf dem Rollfeld in Nürnberg: Bis auf wenige Ausnahmen verlieren kleinere Flughäfen Passagiere.

DüsseldorfDer Flughafen Weeze am Niederrhein ist der große Verlierer unter den deutschen Airports. Die haben im ersten Halbjahr zwei Prozent mehr Passagiere abgefertigt, wie aus Zahlen des Flughafenverbands ADV hervorgeht. Doch vom Wachstum bekommen meist nur die großen und mittelgroßen Flughäfen etwas ab. Die Regional-Airports hingegen verlieren massiv an Kunden.

So hat Weeze in den ersten sechs Monaten mehr als ein Viertel seiner Passagiere verloren: Lediglich 815.000 Personen flogen noch über den kleinen Airport. Im Juni war das Minus mit 28,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat besonders hoch.

Im Vorjahr war der Flughafen noch der große Gewinner unter den deutschen Airports. Doch im ersten Halbjahr zeigte sich die Abhängigkeit von Ryanair. Der Billigflieger ist für einen Großteil der Flugbewegungen am Regionalflughafen verantwortlich, hatte im Sommerflugplan aber 18 Verbindungen von Weeze aus gestrichen.

Flughäfen Halbjahresbilanz: Die Gewinner und Verlierer

Gewinner – Platz 5

Leipzig/Halle
Passagiere Jan.-Jun. 2014: 997.135
Zuwachs: + 4,5 Prozent

Platz 4

Friedrichshafen
Passagiere Jan.-Jun. 2014: 255.956
Zuwachs: + 5,3 Prozent

Platz 3

Berlin-Tegel
Passagiere Jan.-Jun. 2014: 9,75 Millionen
Zuwachs: + 5,8 Prozent

Platz 1

Hamburg
Passagiere Jan.-Jun. 2014: 6,81 Millionen
Zuwachs: + 7,2 Prozent

Platz 1

Berlin-Schönefeld
Passagiere Jan.-Jun. 2014: 3,41 Millionen
Zuwachs: + 7,2 Prozent

Verlierer – Platz 5

Hahn
Passagiere Jan.-Jun. 2014: 1,11 Millionen
Verlust: - 7,6 Prozent

Platz 4

Saarbrücken
Passagiere Jan.-Jun. 2014: 182.537
Verlust: - 9,1 Prozent

Platz 3

Paderborn/Lippstadt
Passagiere Jan.-Jun. 2014: 318.287
Verlust: - 9,5 Prozent

Platz 2

Nürnberg
Passagiere Jan.-Jun. 2014: 1,45 Millionen
Verlust: - 10,6 Prozent

Platz 1

Weeze
Passagiere Jan.-Jun. 2014: 814.946
Verlust: - 26,1 Prozent

Quelle: ADV

Damit ist Weeze nicht allein: Zu den Verlierern zählen fast ausschließlich kleinere Flughäfen. Der Airport Nürnberg, der gerade erst eine Finanzspritze von der Stadt erhielt, büßte bis Ende Juni gut zehn Prozent seiner Passagiere ein und kommt nur noch auf 1,45 Millionen Fluggäste. Immerhin: Betrachtet man den Juni separat, konnte der Flughafen um mehr als zehn Prozent zulegen. Der Flughafen Paderborn/Lippstadt zählte mit 318.000 ebenfalls knapp zehn Prozent weniger Passagiere, Saarbrücken verlor 9,1 Prozent und kommt lediglich noch auf 183.000 Fluggäste.

An Verkehr zulegen konnten die großen und mittelgroßen Flughäfen Deutschlands. In Berlin platzten die Alt-Flughäfen Tegel und Schönefeld aus allen Nähten, in den ersten sechs Monaten ist das Passagieraufkommen um 5,8 (Tegel) beziehungsweise 7,2 Prozent (Schönefeld) gestiegen. Insgesamt flogen mehr als 13 Millionen Fluggäste über die Berliner Airports. Zu den Gewinnern zählt auch Hamburg mit einem Plus von 7,2 Prozent und 6,8 Millionen Passagieren.

Kommentare (4)

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Herr Delete User Delete User

28.07.2014, 17:14 Uhr

Und wieder sind die Mautvorhaben der CSU mit im Spiel.

Dobrindt und Seehofer haben sich reichlich verkalkuliert. Täglich tauchen neue Aspekte auf, die dieses CSU-Duo nicht bedacht hat.

Längst stellt Seehofer die Koalition in Frage und Frau Gerda Hasselfeldt spricht gar von "Gezeter, was den Menschen auf den Geist ginge". Fakt ist, dass es ausschließlich den Genossen der CSU mächtig auf den Geist geht. Täglich können sie in allen möglichen Tageszeitungen lesen, wie kurzsichtig sie gedacht haben und wie unreif das Konzept des Bundesverkehrsministers Dobrindt tatsächlich ist. Er hatte lange Zeit und hat fast nichts zustande gebracht. Würde man die gleiche Aufgabenstellung einer Abiturientenabschlussklasse stellen, käme sicherlich mehr dabei heraus. Im Gegensatz zu überversorgten Politikern (der CSU) sind Abiturienten noch in der Lage die richtigen Parzellen in ihrem Hirn zu aktivieren.

Jahrelanges Dampfgeplaudere und tägliche Wendehalsmanöver liefern Ergebnisse à la Seehofer oder Dobrindt.

Das Mautprojekt überfordert die CSU auf jeden Fall einzigartig und beispiellos! Mal abwarten, wann es endlich begraben wird.

Herr Uwe Warschkow

28.07.2014, 19:19 Uhr

München und Frankfurt leben auch nur von der Lufthansa und den vielen Zubringerflügen dorthin.Köln ist das Drehkreuz für Billigflieger,Düsseldorf das dritte Drehkreuz der LH,wenn auch stiefmütterlich von ihr behandelt.Aber!Angenommen,man nehme den Frankfurtern das LH-DHL Drehkreuz über Nacht weg,was bleibt da noch vom Airport Frankfurt? Nicht viel..90% der Flugbewegungen gehen auf die früher staatlichen LH und DHL(Post).

Max Power

28.07.2014, 21:51 Uhr

Und zum 1000. Mal muss man sich fragen, wofür all die Flughäfen, wenn sie sich nicht rechnen. Entweder, sie ergeben bundespolitisch Sinn, weil rundrum nicht ist - oder sie werden vielleicht einfach nicht gebraucht. Die vielen Arbeitsplätze wären vielleicht billiger zu haben...

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