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12.04.2013

11:50 Uhr

Registrierte E-Mail

Deutsche Post beerdigt De-Mail

Die Deutsche Post im Sommer 2010 den digitalen E-Brief gestartet. Sie wollte damit den Rückgang im klassischen Briefgeschäft ausgleichen. Die Entwicklung eines De-Mail-Angebots stoppen die Bonner aber nun.

Seit Sommer 2010 bietet die Post den E-Brief an. dapd

Seit Sommer 2010 bietet die Post den E-Brief an.

Bonn/FrankfurtDie Deutsche Post stoppt die Entwicklung eines eigenes De-Mail-Angebotes für die verschlüsselte elektronische Kommunikation. Stattdessen setzt das Unternehmen auf seinen bereits 2010 gestarteten E-Postbrief und will diesen mit neuen Funktionen für Privatkunden attraktiver machen. Solange der Gesetzgeber an den Bestimmungen für das Identifizierungsverfahren festhalte, habe die De-Mail für die Post keinen Sinn, sagte E-Postbrief-Chef Ralph Wiegand der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“.

Das Produkt für die De-Mail liege fertig in der Schublade, nur der Datenschutzbeauftragte verweigere sein Zertifikat, schreibt die Zeitung. Grund sei das Postident-Verfahren, mit dem die Post bei der Registrierung die Identität des Kunden überprüft. Dabei wird auch nach Personalausweis-Nummer und Ausstellungsbehörde gefragt, was das De-Mail-Gesetz jedoch nicht vorsieht. „Das Postident-Verfahren hat sich seit 17 Jahren bewährt. Davon werden wir nicht abrücken, nur um einem unglücklich formulierten Gesetz zu genügen“, sagte Wiegand.

Was Paketlogistik im E-Commerce-Zeitalter leisten muss

Packstation

Ende 2001 wurden in Dortmund und Mainz die ersten Packstationen in Betrieb genommen, heute stehen mehr als 2.500 dieser Automaten in ganz Deutschland den Kunden von DHL zur Verfügung. An sieben Tagen in der Woche rund um die Uhr können sie hier ihre Pakete abholen. Insbesondere für Berufstätige ist die Zustellung an eine Packstation eine sinnvolle Alternative zur Heimzustellung.

Online-Retoure

Für den Betreiber fällt damit die kostenintensive und wenig umweltfreundliche Produktion vieler ungenutzter Retouren-Label weg. Der Käufer muss nicht wie bisher üblich diese Label lange aufbewahren, sondern kann sie bei Bedarf zuhause ausdrucken. Der Shop-Betreiber wiederum hat die Möglichkeit zu wissen, welche Retouren überhaupt zu ihm unterwegs sind – und kann sie bereits für den Wiederverkauf einplanen, wenn sie noch gar nicht wieder bei ihm angekommen sind. Das erhöht die Umlaufgeschwindigkeit der Ware und verringert die Kapitalbindung.

Wunschzustellung

Registrierte DHL-Kunden können bei der Bestellung ihrem Händler ihre DHL-Kundennummer angeben. Sie werden dann von DHL per SMS kostenlos über den voraussichtlichen Zustelltag informiert. Ebenfalls per SMS kann der Kunde antworten und, für einen geringen Preisaufschlag, einen anderen Zustelltag vereinbaren und damit selbst bestimmen, wann er sein Paket empfangen möchte.

Internationale Retouren

Dank dieses vollständig webbasierten Verfahrens können Kunden die Sendungen bei allen Filialen der Postgesellschaften im Zielland zurückgeben. Den Online-Händlern stehen dabei drei unterschiedliche Varianten zur Verfügung, von einer Online-Buchungsmaske mit Link zum Retouren-Label bis zur Vollintegration in den eigenen Webauftritt.

Angebote für Shop-Betreiber

Vom Aufbau eines Web-Shops über die logistische Abwicklung und Lagerhaltung bis hin zum Kunden- und Debitoren-Management reichen die Fulfillment-Lösungen, die DHL für Versandhändler offeriert. Damit kann der Händler sehr flexibel auf die Nachfrage in seinem Shop reagieren und die von seinen Kunden erwartete Servicequalität sichern. Hinzu kommen spezielle Angebote für Powerseller wie der kostenlos herunterladbare DHL Versandhelfer: Mit Portorechner, Ausfüllhilfe, Online-Frankierung, Sendungsverfolgung, Postfinder und Adressbuch.

Ein Sprecher der Deutschen Telekom wies die Argumentation der Post zurück und sagte der Zeitung, die De-Mail-Anbieter unterlägen strengen Regelungen. Dazu gehöre auch die „Datensparsamkeit“. Die De-Mail soll in der digitalen Kommunikation mehr Vertrauen ermöglichen, insbesondere bei geschäftlichen Vorgängen oder für digitale Behördengänge. Angebote dafür haben die Deutsche Telekom, die Unternehmen der United-Internet-Gruppe und Mentana Claimsoft entwickelt.

Der Chaos Computer Club hat das Sicherheitsniveau der De-Mail wegen der fehlenden Ende-zu-Ende-Verschlüsselung über den gesamten Transportweg der E-Mail als unzureichend kritisiert und das Vorhaben für gescheitert erklärt. Stattdessen empfiehlt der CCC andere Verschlüsselungstechniken wie OpenPGP. Diese Verfahren seien aber nicht benutzerfreundlich genug, erklärte dazu der Parlamentarische Staatssekretär im Innenministerium, Ole Schröder, am Donnerstag in Berlin. Die De-Mail sei „ein absolut sicheres Verfahren.“

Von

dpa

Kommentare (2)

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honolulu23

12.04.2013, 12:22 Uhr

Das war ein kurzes Leben von 3-5 Jahren - alles unnötig und es wurde als gerichtssichere Email angepriesen! Wer braucht noch gerichtssichere Emails wenn alle Kleinen - alle außer Leuten wie Klatten - enteignet werden???

Wolfsfreund

18.04.2013, 18:38 Uhr

"Stattdessen empfiehlt der CCC andere Verschlüsselungstechniken wie OpenPGP. Diese Verfahren seien aber nicht benutzerfreundlich genug, erklärte dazu der Parlamentarische Staatssekretär im Innenministerium, Ole Schröder, am Donnerstag in Berlin. Die De-Mail sei „ein absolut sicheres Verfahren.“"
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Es kann natürlich sein, daß der Herr Parlamentarische Staatssekretät zu dumm ist, OpenPGP zu bedienen. Ich benutze es innerhalb von Thunderbird. Einrichtung, Schlüsselerstellung, alles mit ein paar Mausklicks erledigt (ich bin Computer User, kein Nerd) und wenn's einmal eingerichtet ist, dann reichen die Buttons "Unterschreiben" und "Verschlüsseln". Außerdem garantiert die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung, daß sich NIRGENDWO irgendwelche Behörden über Hintertüren rein hängen.
Wer sich in mein E-Mail-Fach reinhackt, wird feststellen, daß es eh fast immer leer ist (Mails nach dem Runterladen löschen!) und wenn noch was drin ist, ist's für Behörden zum Einschlafen. Sensitive Daten werden verschlüsselt und bei einem 4096 Bit RSA Schlüssel wünsche ich frohes Schaffen beim Entschlüsseln. :-)
Will sagen: Es gibt eigentlich keinen Grund, OpenPGP nicht zu benutzen, und ich wundere mich immer wieder, wie wenig es doch verbreitet ist.

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