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16.09.2014

15:30 Uhr

Reich dank Alibaba

Bauern tauschen Traktoren gegen Luxusautos

Die Online-Plattform Taobao ist für chinesische Bauern zu einer Schatztruhe geworden. Durch den Handel im Internet bringen sie ihre Produkte einfacher an die Kunden – und entkommen so der Armut.

Chinesische Bauern machen über die Handelsplattform Alibaba ein Vermögen. ap

Chinesische Bauern machen über die Handelsplattform Alibaba ein Vermögen.

BaigouSehr weit von der New Yorker Wall Street entfernt, wo der chinesische Internethändler Alibaba noch für diese Woche den größten Börsengang der Geschichte anpeilt, machen chinesische Bauern über die Handelsplattform ein Vermögen. Sie tauschen beispielsweise Traktoren gegen Luxusautos – und schaffen über Alibaba den Sprung aus der Armut.

„Wir wickeln jetzt alle unsere Geschäfte über das Internet ab“, sagt Huang Jianqiao. Er gründete einen Online-Shop für Taschen und entkam so der Armut, in der er aufwuchs. 30 Millionen Yen (3,5 Millionen Euro) verdient er nun jährlich, fährt in einem schwarzen Jaguar zur Arbeit und verbringt seine Urlaube mit seiner Frau in Paris. Er ist einer von tausenden chinesischen Bauern, deren Leben Alibaba verändert hat.

Das chinesische Unternehmen dominiert den Internethandel des Landes. Es verbindet Elemente von Ebay, Amazon, Paypal und anderen westlichen Online-Diensten und erleichtert es kleinen und mittelständischen Unternehmen, Käufer für ihre Produkte zu finden. Analysten glauben, dass Alibabas Börsengang an der Wall Street einen Rausch unter Investoren auslösen und den Wert des Unternehmens auf 200 Milliarden Dollar treiben könnte.

Weit von New York entfernt warten in Huangs Lager im Dorf Baigou ganze Berge von Kartons darauf, quer durch China ausgeliefert zu werden. Ein zentraler Dienst von Alibaba ist die Plattform „Taobao“ (zu deutsch: Schatzsuche) und dieser erlaubt es Huang, seine Handtaschen und Rucksäcke vor Ort zu produzieren und an Kunden im ganzen Land zu verkaufen. „Es gibt fast keine Zutrittsbeschränkung für die Seite, das ist sehr angenehm für viele von uns“, erklärt Huang.

Baigou, gelegen in der nördlichen Provinz Hebei, ist eines der größten der etwa 20 „Taobao-Dörfer“ in China. Das sind ländliche Regionen, in denen auf Taobao tätige Online-Shops mindestens zehn Prozent der lokalen Bevölkerung beschäftigen und jährlich mehr als 10 Millionen Yen einnehmen. „Früher war meine finanzielle Situation schlecht, ich hatte weder ein Haus noch ein Auto“, sagt Huang. „Aber jetzt habe ich die Möglichkeit, mit meiner Frau fremde Länder zu besuchen.“

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