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24.11.2011

15:53 Uhr

Reisebranche

Tourismusboom ebbt 2012 ab

Nach einem mitunter zweistelligen Wachstum in diesem Jahr erwarten Marktexperten im kommenden Jahr eine deutliche Abkühlung in der Branche. Die Deutschen reisen laut aktuellen Zahlen überdurchschnittlich viel.

Die Akropolis in Athen: Griechenland war zuletzt ein besonders beliebtes Reiseziel. dpa

Die Akropolis in Athen: Griechenland war zuletzt ein besonders beliebtes Reiseziel.

Berlin/DaeguDer Tourismus in Deutschland und der Welt boomt ungeachtet der internationalen Schuldenkrise. Marktbeobachter meldeten am Donnerstag teils zweistellige Zuwachsraten für dieses Jahr, sagten aber ein merkliches Abflauen des Reisefiebers für 2012 voraus. Nach Erhebungen des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV) legte der Tourismus weltweit im ersten Halbjahr um 4,5 Prozent zu. Nach Berechnungen des Deutschen Reise-Verbandes (DRV) haben die Reisebüros 2010/11 ihren Umsatz um mehr als 9,5 Prozent auf rund 22,5 Milliarden Euro gesteigert.

In Griechenland zum Beispiel stiegen die Übernachtungszahlen im ersten Halbjahr 2011 um fast 14 Prozent. Das ergab das DSGV-Tourismusbarometer. Das Land bewegt sich damit in der europäischen Spitzengruppe; hohe Steigerungsraten wurden auch für Polen und das Baltikum ermittelt. Deutschland liegt im weltweiten Vergleich der Reisetätigkeit, gemessen an den Einreisen aus anderen Ländern, den Angaben zufolge mit 7,9 Prozent deutlich über dem Durchschnitt.

Bei den Übernachtungen legte Deutschland um 3,4 Prozent zu. Mit 380 Millionen Übernachtungen war es 2010 zum dritten Mal in Folge das beliebteste Urlaubsland Europas. Die Übernachtungen aus dem Ausland stiegen um 5,6 Prozent an. In den vergangenen zehn Jahren stieg damit der Anteil der ausländischen Gäste insgesamt von 12 auf 16 Prozent. Wachstumsmotor waren die Stadtstaaten Bremen, Hamburg und Berlin.

Nur moderates Wachstum von zwei bis drei Prozent sagte der DRV, der seine Statistik im südkoreanischen Daegu veröffentlichte, für 2012 voraus. Anzeichen einer Rezession und Unwägbarkeiten im Euro-Raum könnten die Verbraucher verunsichern und die Reiselust dämpfen, sagte DRV-Präsident Jürgen Büchy.

Die Steigerung des Reisebüro-Umsatzes im Geschäftsjahr 2010/2011 (Ende: 31. Oktober) um 9,5 Prozent liege „auch am Vorjahresergebnis, das noch deutlich von den Auswirkungen der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise im Jahr 2009 geprägt war“, erläuterte Büchy. Dennoch übertreffe dieses Ergebnis die bisherige Höchstmarke von 21,8 Milliarden Euro im Jahr 2008. Die Reiseveranstalter setzten 23,3 Milliarden Euro um, was einem Zuwachs gegenüber dem Vorjahr von neun Prozent entspricht. Auch diese Sparte übertraf damit ihr Spitzenergebnis aus dem Jahr 2008 in Höhe von 21,4 Milliarden Euro.

Von

dapd

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