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14.12.2011

10:00 Uhr

Reisebranche

Tui trotzt den Unruhen in Nordafrika

Niedrige Frachtraten in der Schifffahrt, Revolutionen und Unruhen in Afrika - trotzdem kann der Reisekonzern Tui schwarze Zahlen vorlegen. Weniger gut lief es bei Konkurrent Thomas Cook.

Urlauberin in Indonesien: Tui schreibt schwarze Zahlen. AFP

Urlauberin in Indonesien: Tui schreibt schwarze Zahlen.

HannoverDer Reisekonzern TUI hat seinen Gewinn trotz hoher Belastungen durch die Unruhen in Nordafrika gesteigert. Der Überschuss sei im Ende September ausgelaufenen Geschäftsjahr 2010/2011 wegen des florierenden Tourismusgeschäfts und höherer Preise um vier Prozent auf 118 Millionen Euro geklettert, teilte TUI am Mittwoch in Hannover mit. Dabei schlugen wegen der politischen Umwälzungen in Nordafrika Belastungen von 83 Millionen Euro zu Buche. Den Kosten für Umbuchungen von Reisen nach Nordafrika standen höhere Erträge gegenüber, weil viele Touristen nach Spanien auswichen. Dadurch konnten die Hotels auf den Kanarischen Inseln besser ausgelastet werden.

Den Betriebsgewinn (bereinigtes Ebita) steigerte TUI leicht auf 600 Millionen Euro. Der Umsatz stieg im abgelaufenen Geschäftsjahr um sieben Prozent auf 17,5 Milliarden Euro. Den größten Teil davon erwirtschaftete die Tochter TUI Travel. Der europäische Pauschalreise-Marktführer hatte anders als Konkurrent Thomas Cook die Unruhen in Nordafrika gut weggesteckt. Rekordgewinne in mehreren Ländern sorgten für Rückenwind. Für das neue Geschäftsjahr 2011/2012 zeigte sich der hannoversche Reisekonzern vorsichtig optimistisch und rechnet mit einem moderaten Zuwachs bei Umsatz und operativem Ergebnis.
Das Umfeld bleibe angesichts der unsicheren Konjunktur und hoher Energiekosten herausfordernd, erklärte Vorstandschef Michael Frenzel.

„Die vorgelegten Zahlen liegen in allen Bereichen über den Erwartungen“, schrieb Equinet-Analyst Jochen Rothenbacher in einem Kommentar. „Darüber hinaus ist TUI für 2011/2012 vorsichtig optimistisch.“

TUI will sein Geld angesichts der unsicheren Finanzmärkte allerdings zusammenhalten und beteiligt seine Aktionäre nicht an dem Gewinnanstieg des vergangenen Jahres. Der Tourismuskonzern kündigte am Mittwoch
an, keine Dividende für das abgelaufene Geschäftsjahr 2010/2011 zu zahlen. „Wir sind der Auffassung, dass angesichts des aktuellen Finanzmarktumfeldes die weitere Konsolidierung unserer Finanzen die oberste Priorität hat“, sagte Vorstandschef Michael Frenzel bei der Bilanzpräsentation in Hannover.

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