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06.03.2012

13:35 Uhr

Reiseunternehmen Tui

Urlauber wollen nicht nach Griechenland

Politische Turbulenzen in Ägypten und Griechenland schrecken die Tui-Urlauber ab. Kroatien und Bulgarien sind 2012 begehrte Urlaubsziele. Doch die politischen Rahmenbedingungen machen es dem Tourismus-Unternehmen schwer.

Auch 2012 sind die Buchungszahlen beim Reiseunternehmen Tui weiterhin hoch. dpa

Auch 2012 sind die Buchungszahlen beim Reiseunternehmen Tui weiterhin hoch.

Griechenland, Ägypten und die politischen Rahmenbedingungen für den Tourismus machen dem größten deutschen Reiseveranstalter Tui zunehmend Sorgen. Shootingstars bei den Buchungen für den Sommer seien in diesem Jahr die osteuropäischen Länder, berichtete Tui Deutschland Chef Volker Böttcher im Vorfeld der Reisemesse ITB am Dienstag in Berlin.

In Kroatien lege die Gästezahl um ein knappes Drittel zu. Bulgarien verzeichne ein Plus von 14 Prozent und Polen, Slowenien und Russland wüchsen zweistellig. Das liebste Auslandsziel der deutschen Urlauber bleibe aber Spanien.

Die Deutschen blieben auch in diesem Jahr reisefreudig, die Buchungen lägen nur knapp unter dem Rekordreisejahr 2011, sagte Böttcher. Bei Griechenland-Ferien gebe es jedoch starke Zurückhaltung bei den Kunden. Die Gästezahlen seien um rund ein Drittel zurückgegangen.

Die hitzige Debatte um Griechenland nannte Böttcher überzogen: „Wir sehen keinen Grund für die Deutschen, Griechenland im Sommer 2012 zu meiden.“ Die eigenen Tui-Hotelmarken koppelten sich aber von dem rückläufigen Trend ab und lägen größtenteils im Plus.

Das gelte auch für Ägypten. Einige Regionen am Roten Meer erholten sich dort auch schneller als andere. Insgesamt aber liege die Nachfrage noch unter dem Niveau aus der Zeit vor der Revolution. Äußerungen des CDU-Politikers Klaus Brähmig, der von Reisen nach Ägypten abgeraten hatte, nannte Böttcher „in jeder Hinsicht unmöglich“. In Tunesien sei die Aufwärtsentwicklung stärker zu spüren. Buchungen und Umsätze lägen dort wieder im Plus.

Heftige Kritik übte Böttcher an politischen Entscheidungen, die die Reisebranche betreffen. Obwohl jeder achte Job in Deutschland vom Tourismus abhänge, würden sich die Rahmenbedingungen zusehends verschlechtern.

Böttcher nannte in diesem Zusammenhang die Luftverkehrsabgabe, den gestiegenen Mehrwertsteuersatz auf Flusskreuzfahrten und Nachtflugverbote wie etwa in Frankfurt. Dies habe allein die konzerneigene Fluggesellschaft Tuifly mit zwei Millionen Euro belastet, weil eine zusätzliche Maschine habe eingesetzt werden müssen.

Kommentare (2)

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k_winter

13.03.2012, 15:46 Uhr

Für eine positive politisch-ökonomische Entwicklung in Griechenland und Ägypten ist es von größter Bedeutung, dass die Touristen nach wie vor ins Land kommen. Weite Teile der griechischen Bevölkerung leben direkt oder indirekt vom Tourismus. In Ägypten trifft das zumindest auf die Tourismus-Region am Roten Meer zu. Der Tourismus leistet in beiden Ländern einen wesentlichen Beitrag zur Stabilität im Land und zum Wohlstand der Bevölkerung. Interessante Meldung dazu: http://de.euronews.com/agenturmeldungen/1418558-tui-will-demokratisierung-in-nordafrika-foerdern/

Markus123

13.03.2012, 18:57 Uhr

Das ist schon ziemlich typisch Deutsch, dass man sich dann nicht mehr nach Griechenland traut. Find das einfach nur komisch. Hallo? Meint ihr die Griechen vergraulen sich wirklich die Touristen? Der einzige Zweig, der noch vernünftiges Geld in die Kassen spült... Das glaubt man doch im Leben nicht...
Ich werd glaube ich genau aus dem Grund nach Griechenland fliegen...

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