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21.05.2013

13:38 Uhr

Reiseverband

Kritik an Lufthansa-Umstellung auf Germanwings

Mehr Internet, mehr Billigflieger: Die Lufthansa übergibt der Tochter Germanwings künftig alle Europaflüge, die nicht über München und Frankfurt gehen. Die Reisebranche läuft dagegen Sturm.

Die Lufthansa-Tochter Germanwings übernimmt viele Europaverbindungen der Konzern-Mutter. dpa

Die Lufthansa-Tochter Germanwings übernimmt viele Europaverbindungen der Konzern-Mutter.

Berlin/KölnDie geplante Verlagerung vieler Europaflüge auf die Tochter Germanwings bringt der Lufthansa Ärger mit der Reisebranche ein. Der Deutsche Reiseverband (DRV) beklagte am Dienstag „erheblichen Mehraufwand“ für Reisebüros und Nachteile für deren Kunden, wenn künftig Germanwings-Flüge verstärkt über das Internet gebucht und in die bestehenden Systeme integriert werden müssten. Lufthansa will künftig alle Europaverbindungen, die nicht über die Drehkreuze München und Frankfurt gehen, von Germanwings fliegen lassen. Die Kölner Lufthansa-Tochter bietet dafür ab dem 1. Juli ein dreistufiges, stärker internet-orientiertes Ticketmodell an.

Dessen günstigster Tarif Basic kann ausschließlich über das Internet und nicht über die Globalen Reservierungssysteme (GDS) gebucht werden. „Für Geschäftsreisebüros wird eine Germanwings-Buchung über andere Wege als das GDS erheblichen Mehraufwand erzeugen“, erklärte Stefan Vorndran, Vorsitzender des DRV-Geschäftsreiseausschusses. Da Germanwings zudem für die beiden anderen Tarife Smart und Best erhöhte GDS-Entgelte verlange, müssten sich Geschäftsreisende auf steigende Kosten einstellen.

Sollten die Firmen selbst Flüge über das Internet buchen, müssten sie auf die zusätzlichen Dienstleistungen ihrer Reisepartner verzichten, warnte Vorndran. Zu den Dienstleistungen gehörten die 24-Stunden-Betreuung sowie die Zusammenführung und Auswertung der Reisebuchungen über das Geschäftsjahr.

Germanwings wies die Vorwürfe zurück. Die globalen Systeme könnten den Basis-Tarif nicht abbilden, sagte Vertriebschef Christian Hein der Nachrichtenagentur dpa. Dieser beinhalte nur den Flugsitz und sei darauf ausgelegt, dass die Kunden kostenpflichtige Zusatzleistungen zubuchten, was mit den GDS technisch nicht möglich sei. Die höheren GDS-Entgelte für die beiden anderen Tarife deckten lediglich die zusätzlichen Kosten von 15 Euro pro Strecke. Germanwings spreche derzeit mit allen Partnern, wie sie die Flüge kostengünstig online buchen können, sagte Hein. Dabei werde Partnern auch der direkte Zugriff auf das System der Airline angeboten.

Von

dpa

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