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17.11.2011

21:27 Uhr

Rekordjahr

Handwerk profitiert von der Euro-Krise

Das deutsche Handwerk steuert auf ein Rekordjahr zu. Die Umsätze legen zu, der Ausblick der Betriebe ist positiv und auch die Mitarbeiterzahlen steigen. Ausgerechnet die Euro-Krise sorgt für zusätzliche Aufträge.

Für das Handwerk bringt die Euro-Krise neue Aufträge. dapd

Für das Handwerk bringt die Euro-Krise neue Aufträge.

BerlinHandwerk hat offenbar immer noch - oder wieder - den sprichwörtlichen „Goldenen Boden“, denn die Branche steuert auf ein Rekordjahr zu. Der Geschäftsklimaindex verbesserte sich im dritten Quartal auf ein Allzeithoch, wie der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) am Donnerstag in Berlin bei der Vorstellung des Konjunkturberichts mitteilte. Demnach sind 90 Prozent der Firmeninhaber mit ihren Geschäften mindestens zufrieden, im Vorjahr waren es noch 86 Prozent. Von den 23.600 befragten Handwerksbetrieben beurteilten 46 Prozent ihre Lage als gut. Das sind sieben Prozentpunkte mehr als 2010. 

„Das bisherige Umsatzwachstum verspricht ein Rekordjahr“, sagte ZDH-Generalsekretär Holger Schwannecke. 29 Prozent der Betriebe berichten über gestiegene Umsätze, nur 19 über gesunkene. Solch einen Wert verzeichnete der ZDH zuletzt 1992. Allerdings hätten einige Branchen und Regionen bereits Probleme mit der Stellenbesetzung durch Fachkräfte. Dennoch werde das Umsatzplus nominal bei mindestens fünf Prozent liegen.

Auch für Arbeitnehmer ist die Situation erfreulich. Während 19 Prozent der befragten Betriebsinhaber Personal einstellen, bauen nur neun Prozent Stellen ab. Dieser Saldo von zehn Prozentpunkten liege sogar über denen der Hochkonjunkturphasen im Vorjahresquartal (sechs Punkte) und 2006 (drei Punkte). Schwannecke erwartet für 2011 ein Plus von 25.000 Mitarbeitern (0,5 Prozent) im Handwerk. 

Die positive Entwicklung ist paradoxerweise den großen Unsicherheiten über die Entwicklungen in der Euro-Zone geschuldet. Dies habe zur Folge, dass die Menschen verstärkt in Immobilien investieren. Außerdem sorgten hohe Arbeitsplatzsicherheit und steigende Löhne für ein positives Konsumklima. 

Für die kommenden Monate erwarten die Betriebe laut Handwerksverband keine Trendwende. Allerdings werde eine „Verlangsamung des Wachstumstempos“ erwartet, sagte Schwannecke. Auch für 2012 seien die Aussichten positiv. Damit das Wachstum anhalte, müsse die Regierung dafür sorgen, dass die verschärften Regeln der Kreditvergabe (Basel-III) nicht zulasten des Mittelstands gingen.

Von

dapd

Kommentare (10)

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Account gelöscht!

17.11.2011, 22:10 Uhr

Das ist ein Spiegelbild des Volks: Dächer werden schnell neu gedeckt, neue Einbauküchen bestellt, Bäder neu eingerichtet, neue Heizanlagen installiert... das ist das beredte Zeugnis der Bevölkerung dafür, wie deren Vertrauen in den Euro und die EU verloren geht. Ein großer Teil der Bevölkerung weiß längst, dass der Euro crashen wird im deutschen Staatsbankrott und einer fälligen Währungsreform. Da kann sich die Merkel hinstellen und rufen, die Ersparnisse seien sicher, so oft sie will. Wer den Politikern am längsten glaubt, wird am meisten verlieren. Noch rollt der Crack-Up-Boom... danach wird's dunkel. Nur die ideologiebesoffenen Euroutopisten glauben weiterhin daran, dass alles "gut" wird. Solche Naivität wird bestraft werden!

Meisterbrief

17.11.2011, 22:14 Uhr

Ja, dem Handwerk geht es gut. Jedoch vor allem aufgrund massiver staatlicher Subventionen wie der Steuerermäßigung für Handwerkerleistungen, die wir alle als Steuerzahler zahlen. Dazu verdienen Handwerker immer noch glänzend mit Schwarzarbeit. Es ist an der Zeit, dem Handwerk den Geldhahn zuzudrehen.

Account gelöscht!

17.11.2011, 22:36 Uhr

@Miss_Trauen

Nichts für ungut, aber für Sie ist wahrscheinlich schon das morgentliche Aufgehen der Sonne ein Beleg dafür, daß Deutschland unbedingt aus der EUROzone austreten muss.

Haben Sie iegentlich kein Leben oder werden Sie für diesen Müll, den Sie permanent posten, bezahlt?

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