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14.03.2013

13:56 Uhr

Rekordumsatz

Rewe will Märkte mit 1,5 Milliarden Euro modernisieren

Mit einem Rekordumsatz im Rücken will Rewe eine Milliarden-Investition in seine Filialen stecken. Von der Modernisierung verspricht sich Konzernchef Caparros einen weiteren Schub – nur ProMarkt bleibt ein Klotz am Bein.

Rewe will seine Märkte im großen Stil modernisieren. dpa

Rewe will seine Märkte im großen Stil modernisieren.

KölnDer Einzelhandelskonzern Rewe will deutlich mehr als eine Milliarde in die Expansion und die Modernisierung seiner Supermärkte investieren. „Wir werden im laufenden Geschäftsjahr den eingeschlagenen Kurs des langfristig orientierten, profitablen Wachstums konsequent fortsetzen und planen Investitionen - ohne Akquisitionen - in Höhe von über 1,5 Milliarden Euro“, kündigte Rewe-Chef Alain Caparros am Donnerstag an.

Mit dem Geld sollen vor allem die Marken Rewe und Billa ausgebaut und die Discount-Kette Penny auf Vordermann gebracht werden. „Dieser Modernisierungsschub wird unserem Geschäft zusätzliche Impulse geben.“ Denn der Wettbewerb um die preisbewusste Kundschaft sei weiterhin hart.

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Im vergangenen Jahr steigerte die Rewe Group, die 15.538 Märkte in Deutschland und 12 weiteren europäischen Ländern beliefert, ihren Umsatz um 2,7 Prozent auf 49,7 Milliarden Euro. Dabei schnitt das Ausland, wo Rewe vor allem unter der Marke Billa auftritt, mit einem Plus von 3,6 Prozent besser ab als der Heimatmarkt, wo der Umsatz um 2,4 Prozent wuchs. Erfolgreich entwickelte sich dennoch das Supermarktgeschäft in Deutschland mit den Marken Rewe, Toom und Temma, das mit einem Umsatzplus von fünf Prozent auf 15,9 Milliarden Euro deutlich stärker wuchs als der Lebensmitteleinzelhandel insgesamt.

Insgesamt stieg der Konzernumsatz um 3,1 Prozent auf das Rekordniveau von 41,6 Milliarden Euro. „Wir haben unsere selbst gesteckten Wachstumsziele übertroffen“, sagte Caparros. Auch bei der kriselnden Discount-Kette Penny greife die Restrukturierung. Rewe machte mehrere Filialen von Penny in Deutschland und Billa in Italien dicht - vor allem deshalb sank die Gesamtzahl der belieferten Märkte 2012 um ein Prozent.

Daten und Fakten rund um Rewe

Genossenschaft mit Geschichte

Die Rewe ist einer der größten Handelskonzerne Deutschlands. Die Abkürzung Rewe steht für Revisionsverband der Westkauf-Genossenschaften, der 1927 gegründet wurde. Die Rewe-Zentrale kauft für die Genossenschaftsmitglieder – selbstständige Kaufleute – Waren kostengünstig ein. Gleichzeitig betreibt sie eigene Supermarktfilialen, die ebenfalls unter dem rot-weißen Rewe-Logo stehen.

Baustelle Penny

Die Discount-Tochter Penny ist tief in den roten Zahlen – Rewe will sie mit hohem Aufwand sanieren. Die Filialen werden saniert, 70 unrentable Läden geschlossen.

Tourismus und Baumärkte

Die Touristik ist mit den Reiseveranstaltern um ITS und Dertour ebenfalls ein Kerngeschäft. Zu dem Kölner Konzern gehören außerdem auch die Toom-Baumärkte und die Elektronikkette ProMarkt. Diese ist allerdings eine Baustelle – zehn unrentable Märkte werden geschlossen.

Mehr Umsatz, weniger Gewinn

Der Umsatz der gesamten Rewe-Gruppe wurde für 2011 auf mehr als 48 Milliarden Euro beziffert. Der Konzerngewinn ging aber um gut ein Viertel auf knapp 267 Millionen Euro zurück – vor allem durch Verluste von Penny sowie Rückstellungen für die Modernisierung der Discount-Tochter.

Mitarbeiter in 13 Ländern

Die gesamte Rewe-Gruppe inklusive der selbstständigen Kaufleute hat rund 323 000 Mitarbeiter, davon etwa zwei Drittel in Deutschland. 2011 wurden europaweit knapp 10 000 neue Arbeitsplätze geschaffen. Die Rewe-Gruppe ist mit insgesamt 15 700 Märkten und Reisebüros in 13 Ländern Europas aktiv.

Aufgrund eines niedrigen Schuldenstandes sei die Rewe auch weiter sehr gut vorbereitet, um auch Akquisitionen zu tätigen, erklärte Caparros. Das gelte sowohl für den Einzelhandel als auch für die Touristik.

Das große Sorgenkind des Handelskonzern ist aber weiterhin die defizitären Elektronikmarktkette ProMarkt. Nach dem schlechten Weihnachtsgeschäft werden nun verschiedene Optionen geprüft.

Das Geschäft in den letzten Monaten 2012 habe bedingt durch Umsatzverlagerungen in das Internet nicht den eigenen Vorstellungen entsprochen, sagte das zuständige Rewe-Vorstand Frank Wiemer am Donnerstag bei der Bilanz in Köln. Die Geschäftsführung von ProMarkt prüfe derzeit alle Optionen zur Verbesserung der Situation.

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Dazu gehörten auch Veränderungen im Filialnetz. „Tatsache ist, dass diese Prüfung solcher Optionen ergebnisoffen ist und es noch keine Entscheidung gibt, wie wir weitermachen“, erläuterte der Manager. Der Umsatz der Elektronikmarktkette brach 2012 um 15,5 Prozent ein. 13 Läden wurden geschlossen. Das Filialnetz umfasst noch 55 Läden. Den Umsatz und Verlust der Tochter bezifferte Rewe nicht.

Nach Informationen der „Lebensmittel Zeitung“ wird der Verlust von ProMarkt in Branchenkreisen allein für das vorvergangene Jahr 2011 auf rund 40 Millionen Euro geschätzt. Rewe soll vor kurzem ein Verkaufsprospekt für ProMarkt an mögliche Interessenten verschickt haben. Dabei gehe es auch um einen Einzelverkauf von Filialen.

Was Marken erfolgreich macht

Was der Experte sagt

Der Marketingfachmann Hermann H. Wala hat das Buch geschrieben: „Meine Marke. Was Unternehmen authentisch, unverwechselbar und langfristig erfolgreich macht“. Die Kernthesen im raschen Überblick.

Selbstverantwortung

Die Marke ist zu wichtig, um die allein der Marketingabteilung zu überlassen. Auch die Geschäftsleitung muss sie mitentwickeln und gegenüber Geschäftspartnern nach außen hin glaubwürdig verkörpern.

Werte

Authentische Werte sind Leitlinien, keine Parolen. Unternehmen werden auch an ihrem sozialen Engagement gemessen.

Emotionen

Wer die Aufmerksam der ohnehin übersättigten Konsumenten gewinnen will, muss sie emotional berühren. Kundenherzen gewinnt man nicht mit faktischen Produkteigenschaften, sondern durch das Erfüllen von Träumen.

Geschichte(n)

Eine gute Geschichte bewirkt mehr als die allermeisten Verkaufsargumente. Sie gräbt sich in Kundengedächtnis ein und schafft Identifikation.

Vertrauen

Vertrauen in ein Unternehmen und seine Marke(n) ist die beste Form der Kundenbindung. Man gewinnt es durch Transparenz und Offenheit.

Dynamik

Spannend bleiben und gleichzeitig Kontinuität wahren – diesen Spagat schaffen erfolgreiche Marken. Dehnungen müssen zu ihr passen. Innovativ sein bedeutet, Kundenbedürfnisse immer besser zu erfüllen.

Positionierung

Positionierung ist ein Wettstreit der Wahrnehmungen, kein Wettstreit der Produkte. Einen Logenplatz im Kundentop erobert, wer es schafft, seiner Marke für die Zielgruppe begehrenswerte Differenzierungslinien zu verleihen.

Vor einem halben Jahr hieß es bei Rewe, dass ProMarkt mit einem gestrafften Filialnetz und aufgemöbelten Läden aus den roten Zahlen geholt werden soll. Zehn unrentable Läden sollten 2012 geschlossen werden, verlautete im September. Damit würden etwa 290 von 1890 Vollzeitarbeitsplätzen gestrichen. Die Läden stelle man schrittweise auf ein neues Konzept um. ProMarkt ist nur in Deutschland aktiv. 2011 sank der Umsatz der Kette um 3,8 Prozent auf 600 Millionen Euro.

Kommentare (1)

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Kniehase

14.03.2013, 15:12 Uhr

Die Reweführung sollte lieber dafür sorgen, dass die Regale voll sind. Ich erlebe immer wieder, dass gängige Produkte (keine Sonderangebote) tagelang ausverkauft sind.
Beschwerden beim Marktleiter werden achselzuckend abgetan.
Das Sortiment ist zu 50 % am Bedarf vorbei . Kein Nutella im regal, dafür 8 Sorten Pfälzer Riesling im Angebot .

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