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26.10.2015

14:19 Uhr

Renaissance der Luftschiffe

Frau Dörriés Gespür für Zeppeline

VonJoachim Hofer

Eine Münchener Unternehmerin will den legendären Zeppelin wieder in den Himmel bringen. Tatsächlich könnte ihr Traum bald abheben: Luftschiff und Geld sind schon da, nur ein geeigneter Standort fehlt noch.

Die Computersimulation zeigt das Luftschiff kurz nach dem Abheben. PR

Schwebender Traum

Die Computersimulation zeigt das Luftschiff kurz nach dem Abheben.

MünchenNeun Jahre lang tüftelte der legendäre Ferdinand Graf Zeppelin an seinem ersten Luftschiff, dann stieg es über dem Bodensee in den Himmel. Das war am 2. Juli 1900. Arantxa Dörrié hat denselben Traum wie einst Graf Zeppelin. Die Münchener Unternehmerin will ein Luftschiff zum Fliegen bringen. Sie muss es nicht einmal konstruieren, das hat ja schon der große Graf gemacht. Trotzdem dauert es jetzt schon sieben Jahre, ihre Pläne zu verwirklichen.

Es fehlt nicht am Geld, ja selbst den Zeppelin hat sie bereits gekauft. Was fehlt ist ein Ort, an dem das Luftschiff abheben könnte. Jahrelang hat die gebürtige Spanierin gehofft, in oder um München herum starten zu können. Vergebens. Nun hat Dörrié genug von der bayerischen Bürokratie. „Jetzt gehen wir aktiv die Suche nach Standortalternativen an, bundesweit“, betont Dörrié.

Luftschiffe: Zeppeline feiern ein Comeback

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Die Ära der Zeppeline liegt fast 80 Jahre zurück. Ihre Zeit schien vorbei, doch jetzt werden sie wieder gebaut. Und zwar keine Retrofluggeräte, sondern moderne Maschinen, sogar für die Raumfahrt geeignet.

Das Konzept für das Vorhaben hat Dörrié noch bei ihrem alten Arbeitgeber entwickelt, der Zeppelin-Gruppe. Der Konzern mit dem berühmten Namen ist einer der größten Baumaschinen-Händler der Welt. Am Ursprungsort des Unternehmens in Friedrichshafen hat die Firma vor einigen Jahren bereits eine neue Version des legendären Luftschiffs des Grafen Zeppelin bauen lassen.

Für die Flüge über den Bodensee stehen die Touristen inzwischen Schlange. Und doch waren den Eigentümern, der Zeppelin-Stiftung, die Münchener Pläne ihrer forschen Managerin eine Nummer zu groß: Der Stiftungsrat verweigerte das Geld.

Deshalb hat Dörrié gekündigt und verfolgt ihr Projekt, das sie Hangarworld genannt hat, auf eigene Faust. Doch das ist mühsam, vor allem, weil sich die Standortsuche zieht. Zuletzt hatte sie gehofft, etwas nördlich der Münchener Fußballarena in Garching starten zu können. Ein unbebautes Feld, direkt an der Autobahn A 9, gleich nebenan eine U-Bahn-Haltestelle. Doch die Verhandlungen ziehen sich in die Länge. Eigentümer des Grundstücks ist die Stadt München, doch das Areal liegt in der Nachbargemeinde Garching. Eine schwierige Gemengelage.

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