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24.01.2005

15:05 Uhr

Restrukturierungsprogramm fortgesetzt

Karstadt-Quelle verkauft Großteil der Logistik an DHL

Der angeschlagene Einzelhandelskonzern Karstadt-Quelle hat mit dem Verkauf von Teilen seiner Logistik an die Deutsche Post einen weiteren Schritt seines Sanierungsplans umgesetzt. Branchenkreisen zufolge übernimmt die Post dabei mehr Teile der Logistik als bislang angenommen.

HB ESSEN. Rund 200 Mill. € lässt sich die Transport-Tochter des „gelben Riesen“ den Kauf zum Auftakt des „Karstadt-Schlussverkaufs“ kosten. Im Gegenzug darf DHL zehn Jahre einen dicken Brocken der Warenverteilung des Kaufhaus- und Versandkonzerns abwickeln. Dafür zahlt Karstadt-Quelle jährlich rund 500 Mill. € an die Post. „Der Konzern spart im Gegenzug drei bis 5 % der bisherigen Kosten“, sagte am Montag Karstadt- Logistikchef Awed Fischer in Essen.

Jetzt will Karstadt-Quelle noch für weitere 700 Mill. € Konzernteile verkaufen. „Es wird bei 1,1 Mrd. € Verkaufserlösen bleiben“, sagte Karstadt-Quelle-Chef Christoph Achenbach. Dazu muss der Handelsriese noch die Einzelhandelsketten Sinn-Leffers, Wehmeyer, Runners Point und Golfhouse sowie die großen Warenverteilzentren in Unna (Westfalen) und Frankfurt/Main verkaufen.

Der Anteil an der Kaffeehauskette Starbucks, ein paar andere Randgeschäfte und jetzt der Logistikteilbereich haben nach Konzernrechnung schon mal rund 400 Mill. € eingebracht. Auch vom Anteil am Deutschen Sportfernsehen (DSF) wollen sich die Essener trennen. „Da sind wir auch in ganz guten Verhandlungen“, sagte Achenbach. Außerdem wurden die 70 kleineren Warenhäuser zur Disposition gestellt, von denen zwei bereits verkauft wurden.

Während sich die Post beim Kauf der Warenzentren in Unna und Frankfurt enthalten möchte - „Wir sind kein Immobilienkonzern“, betonte Post-Chef Klaus Zumwinkel - wollen die Bonner Brief- und Warentransporteure beim Karstadt-Quelle-Paketversand am liebsten gleich mitmischen. „Da werden wir in das Auktionsverfahren einsteigen“, kündigte Zumwinkel an.

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