Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

25.01.2016

11:33 Uhr

Rewe, Edeka, Aldi und Lidl

Gammelobst- und Gemüse im Supermarkt

VonCarina Kontio

„Besser leben“, „Wir lieben Lebensmittel“ oder „Super frisch“ – so werben die Händler für ihre Produkte. Doch die Wirklichkeit sieht oft anders aus, wie Recherchen des NDR ergeben haben. Das Ergebnis alarmiert Experten.

Wir lieben Lebensmittel? Damit scheinen es einige Händler in Deutschland wohl nicht ganz so genau zu nehmen, wie Recherchen des NDR ergeben haben. Caro / Sorge

Schimmelpilze auf Resten von Quitten

Wir lieben Lebensmittel? Damit scheinen es einige Händler in Deutschland wohl nicht ganz so genau zu nehmen, wie Recherchen des NDR ergeben haben.

DüsseldorfBei dieser Pressemitteilung, die das NDR-Fernsehen verschickt hat, vergeht einem der Appetit: In vielen Supermärkten und Discountern wird Obst und Gemüse angeboten, das verdorben ist und nach den Anforderungen des Lebensmittelrechts eigentlich überhaupt nicht mehr verkauft werden dürfte. Das haben Recherchen des Verbraucher- und Wirtschaftsmagazins „Mark“" ergeben. In 15 von 17 getesteten Märkten wurde vergammelte Ware verkauft. Das Ergebnis alarmiert Experten für Lebensmittelsicherheit und Verbraucherschützer und ist leider auch nicht neu. Immer wieder fallen Supermärkte negativ auf.

Die größten Discounter der Welt

Platz 10

Dollar Tree belegt den zehnten Platz unter den weltgrößten Discountern. Das US-Unternehmen erwirtschaftete 2014 6,8 Milliarden Euro.

Quelle: Planet Retail/Statista

Platz 9

Auch aus Skandinavien kommt ein Discounter, der es unter die Top Ten der weltgrößten geschafft hat: Rema 1000 gehört zum Konzern Reitangruppen. 2014 setzte das Unternehmen sieben Milliarden Euro um.

Platz 8

2014 generierte der US-Discounter Family Dollar einen Umsatz von 8,3 Milliarden Euro.

Platz 7

Der siebtgrößte Discounter der Welt heißt Biedronka, ist in Polen aktiv, gehört aber der portugiesischen Gruppe JMR Jerónimo Martins Retails. 2014 setzte die Kette 9,3 Milliarden Euro um.

Platz 6

Die sechstgrößte Discountkette der Welt stammt aus Spanien. Das Unternehmen mit dem Namen Dia (zu Deutsch „Tag“) setzte 2014 10,3 Milliarden Euro um.

Platz 5

Auf dem fünften Platz findet sich ein deutsches Unternehmen: Der Discounter Penny, der zur Rewe-Gruppe gehört. 2014 betrug der Umsatz des Discounters 12,1 Milliarden Euro.

Platz 4

Der viertgrößte Discounter der Welt ist Netto. Die Kette gehört zur Edeka-Gruppe und erwirtschaftete 2014 einen Umsatz von 14,5 Milliarden Euro.

Platz 3

Die US-Kette Dollar General verkaufte 2014 Waren im Wert von 15,0 Milliarden Euro.

Platz 2

Der Discounter Lidl, der zur Schwarz Gruppe gehört, belegt im Ranking der weltgrößten Discounter mit großem Abstand zum Drittplatzierten den zweiten Platz. 2014 betrug der Umsatz der Supermarktkette 62,7 Milliarden Euro.

Platz 1

Aldi Nord und Süd sind gemeinsam auf Platz eins im Ranking der weltweit größten Discounter. 2014 verkauften die beiden deutschen Unternehmen Artikel im Wert von 65,9 Milliarden Euro.

Reporter haben in einer Stichprobe 17 Märkte von Rewe, Edeka, Aldi und Lidl besucht, die für ihre Produkte mit Slogans wie „Besser leben“, „Wir lieben Lebensmittel“ oder „Super frisch“ für ihre Produkte werben. Doch die Wirklichkeit, das haben die Recherchen ergeben, sieht oft anders aus: So liegen in den Obst- und Gemüseabteilungen viele gammelige oder schimmelige Paprika, Tomaten, Gurken, Auberginen, Mandarinen, Zitronen und Salat. Häufig soll die verdorbene Ware auch noch den ganzen Tag in den Regalen gelegen haben, ohne ausgeräumt zu werden. Und selbst am darauffolgenden Tag wurden in manchen Märkten dieselben nicht mehr verkehrsfähigen Produkte noch zum Verkauf angeboten – angeblich als tagesfrische Ware.

Der Verbraucherschützer Armin Valet von der Verbraucherzentrale Hamburg zeigt sich über die Rechercheergebnisse von „Markt“ alarmiert: „Dem Verbraucher werden 'unsichere Lebensmittel‘ verkauft, die man auf keinen Fall verzehren sollte. Ein Verzehr solcher Produkte kann gesundheitliche Risiken haben. Die Märkte haben ihre Sorgfaltspflicht vernachlässigt, denn die Lebensmittel entsprechen nicht den Anforderungen des Lebensmittelrechts.“

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×