Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

19.02.2014

15:10 Uhr

Rezension

Legos Erfolgsanleitung für Manager

Dieser Konzern hat viel erlebt: Erfolg, Krise, Comeback. Ein Buch zeigt die Wendungen beim Spielzeughersteller Lego, analysiert die Strategie der Dänen und erklärt, wie der Angriff der Computerspiele abgewehrt wurde.

Auch bei Lego gab es immer wieder große Baustellen, zwischenzeitlich rutschte der Konzern tief in die roten Zahlen – und arbeitete sich mühsam wieder heraus. dpa

Auch bei Lego gab es immer wieder große Baustellen, zwischenzeitlich rutschte der Konzern tief in die roten Zahlen – und arbeitete sich mühsam wieder heraus.

StockholmLegosteine hat jeder Erdenbürger, im statistischen Durchschnitt sind es genau 80 Stück. Das bunte Bauklötzchen hat die Welt erobert wie kaum ein anderer Gegenstand und lässt sich aus keinem Kinderzimmer mehr wegdenken. Jedes Jahr werden rund 36 Milliarden neuer Bauklötze produziert. Man sollte meinen, der Lego-Konzern sei bereits ausreichend beleuchtet worden, doch ein Blick in die Bücherlisten zeigt etwas Überraschendes: Über die Geschichte, über den Fast-Zusammenbruch und das Comeback des dänischen Konzerns gibt es zwar unzählige Reportagen, aber keine Bücher, in denen die Berg-und-Tal-Fahrt analysiert wird.

David C. Robertson hat mit Hilfe seines Koautors Bill Breen versucht, das „Imperium der Steine“ zu beleuchten. Der Untertitel „Wie Lego den Kampf ums Kinderzimmer gewann“ gibt die Stoßrichtung an: Die Autoren untersuchen das „Innovationsmanagement“ des Familienkonzerns. Wie hat Lego den Weg aus der selbst verschuldeten Krise gefunden, in die der Konzern Anfang der 2000er-Jahre schlitterte und 2003 erstmals in der Unternehmensgeschichte tiefrote Zahlen schrieb?

Damals waren Spielekonsolen auf dem Eroberungszug in die Kinderzimmer, Computerspiele und MP3-Player lösten mehr und mehr die bunten Bauklötzchen ab, die Generationen kleinerer und größerer Bauherren geprägt hatte. Was war falsch gelaufen? Was kann man daraus lernen? Und wie gelang Lego das spektakuläre Comeback, das es heute laut Robertson und Breen auf eine Stufe mit Apple stellt?

Um das herauszufinden, haben die Autoren bei Dutzenden von Reisen zur Lego-Zentrale im kleinen dänischen Billund Interviews mit dem Topmanagement geführt, den Enkel des Lego-Gründers getroffen, Einblick in die Entwicklungsarbeit erhalten, den Designern über die Schulter geschaut.

Deutschland-Chef im Interview: Kein Wunschzettel ohne Lego

Deutschland-Chef im Interview

exklusivKein Wunschzettel ohne Lego

Der Spielwarenproduzent wächst in Deutschland rasant. Der Hersteller der bunten Plastikklötzchen hängt schon seit Jahren die Konkurrenz ab. Daran wird sich auch nichts ändern, meint Deutschland-Chef Michael Kehlet.

Robertson kennt sich aus: Er war Professor für Innovation und Technologiemanagement am International Institute for Management Development (IMD) in Lausanne, zuvor arbeitete er bei der Unternehmensberatung McKinsey. Seit zwei Jahren lehrt er an der Wharton School in Pennsylvania. Spezialgebiet Innovation. Co-Autor Breen ist Journalist.

Das Buch will kein praktischer Ratgeber für Manager sein, die ihr Unternehmen zurück in die Erfolgsspur bringen wollen. Vielmehr versuchen Robertson und Breen, den Niedergang und den erneuten Aufstieg des Spielzeug-Riesen zu vermitteln. Das Vordringen der Computerspiele hatte Lego völlig unvorbereitet getroffen.

Um an der Erfolgswelle der Computerspiele teilzuhaben, ließ das Unternehmen auf die Schnelle und recht halbherzig Computerspiele entwickeln, die sich allerdings als Ladenhüter erwiesen. Die Marke Lego, die bis dahin als Synonym für Kreativität und Spiellust stand, war beschädigt. Außerdem hatte man in Billund kaum eine Kostenkontrolle. Die einzelnen Entwicklungsabteilungen durften vor sich hinwursteln.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×