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01.10.2017

12:20 Uhr

Rheinthal-Sperre wird aufgehoben

Die Zeit des Chaos ist bald vorbei

Ab Montag sollen wieder Züge auf der Rheintalbahn rollen. Sieben Wochen ging zwischen Baden-Baden und Rastatt nach einem Unfall nichts mehr. Die Schäden sind immens – nicht nur finanziell.

Am Montag soll die Rheintalbahn wieder in Betrieb gehen. Seit Mitte August war die Strecke lahmgelegt. dpa

Baustelle Rastatt

Am Montag soll die Rheintalbahn wieder in Betrieb gehen. Seit Mitte August war die Strecke lahmgelegt.

RastattLärm sind die Anwohner gewohnt. Nur wenige Meter von ihren Häusern entfernt rattern hier in Rastatt-Niederbühl an der Ringstraße Tag und Nacht die Züge vorbei. Normalerweise. In den letzten sieben Wochen nicht. Eine Havarie an der benachbarten Tunnelbaustelle hat zum Stillstand an einer der wichtigsten Nord-Süd-Bahntrassen Europas geführt. Ruhig ist es dennoch nicht. Um die Strecke wieder flott zu kriegen, ließ die Bahn rund um die Uhr arbeiten. Ab Montag (2. Oktober) soll die Rheintalbahn zwischen Rastatt und Baden-Baden wieder in Betrieb gehen. Die Erleichterung ist groß – der Schaden auch.

Seit dem 12. August ist die hoch frequentierte Route lahmgelegt. Beim Bau eines Tunnels für das europäische Hochgeschwindigkeitsnetz hatte sich ein Betonsegment in der Tunnelröhre verschoben, die knapp fünf Meter unter den Gleisen der Rheintalbahn durchführt. Wasser und Erdreich drangen ein, die Gleise senkten sich ab.

Und das auf einer Strecke, die Tag für Tag sonst etwa 120 Personenzüge passieren sowie bis zu 200 Güterzüge. Bahnen mussten umgeleitet werden, etliche fielen aus. Der Güterverkehr staute sich zwischen Rotterdam und Genua. Reisende und Pendler – täglich an die 30.000 – mussten in Busse umsteigen. Sie waren damit etwa eine Stunde länger unterwegs.

„Besonders negativ war und ist die Tatsache, dass es keinen Plan B für den Fall einer baubedingten Streckensperrung gab“, sagt Peter Westenberger, Geschäftsführer des Netzwerks Europäischer Eisenbahnen (NEE), das vor allem die Güterbahn-Konkurrenten der Deutschen Bahn vertritt. Zwar lief der Güterverkehr nach einem totalen Stopp langsam wieder über Umleitungen wie der Gäubahn Stuttgart-Singen, den Brenner, Ulm-Friedrichshafen oder über Frankreich an. Aber nicht alle Ausweichrouten waren geeignet.

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Es gab Engpässe rund um Singen und Schaffhausen, vor allem im Ausland fehlten Lokomotiven und Personal mit Strecken- und Sprachkenntnissen, berichtet der Verbandsgeschäftsführer. „Insgesamt lief nichts wirklich reibungslos.“ Nur maximal die Hälfte der üblichen Mengen sei transportiert worden. Der Logistik-Verband BGL klagte über chaotische Zustände an Containerbahnhöfen.

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