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29.05.2012

18:17 Uhr

Rhön-Klinikum

Aufsichtsräte verkaufen Aktien an Fresenius

Eine Übernahme des Konkurrenten Rhön rückt für Fresenius in greifbare Nähe. Die Rhön-Aufsichtsräte verpflichteten sich, ihre Aktien an den Gesundheitskonzern zu verkaufen.

Blick auf den Eingang zur Konzern-Zentrale der Fresenius AG in Bad Homburg. dpa

Blick auf den Eingang zur Konzern-Zentrale der Fresenius AG in Bad Homburg.

FrankfurtDer Gesundheitskonzern Fresenius macht bei der geplanten Übernahme des Konkurrenten Rhön Fortschritte. Nach Aufsichtsratschef Egon Münch verpflichteten sich auch alle anderen Mitglieder des Gremiums, ihre Aktien an Fresenius zu verkaufen. Zudem empfahl der Aufsichtsrat einstimmig auch allen anderen Aktionären, dass insgesamt 3,1 Milliarden Euro schwere Angebot von Fresenius anzunehmen. Die Offerte sei fair und angemessen, hieß es am Dienstag in der offiziellen Stellungnahme auf der Internetseite der fränkischen Firma. Der Aufsichtsrat stützt sich bei seinem Urteil auch auf eine Unternehmensbewertung der Investmentbank Perella Weinberg.

Am Montag hatte bereits der gesamte Rhön-Vorstand den Anteilseignern die Annahme der Fresenius-Offerte empfohlen. Der Zusammenschluss zum größten privaten Krankenhausbetreiber in Europa sei strategisch sinnvoll, sagte Vorstandschef Wolfgang Pföhler. „Mit der Grundsatzvereinbarung, die wir mit Fresenius geschlossen haben, haben wir zudem die berechtigten Interessen unserer Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer gesichert.“ Auf die Vereinbarung über Arbeitsplatz- und Standortfragen hatten sich Rhön und Fresenius bereits vergangene Woche verständig.

Bisher haben nur sehr wenige Aktionäre ihre Papiere an Fresenius verkauft. Bis zum vergangenen Freitag seien dem Konzern 292.593 Rhön-Aktien angedient worden, erklärte Fresenius auf seiner Internet-Seite. Dies entspricht 0,21 Prozent des Grundkapitals. Rechnet man die Rhön-Anteile von Personen aus dem Umfeld von Fresenius hinzu sowie die 12,45 Prozent, die Rhön-Gründer Münch und seine Frau an Fresenius verkaufen wollen, kommt der hessische Konzern auf 12,67 Prozent des Grundkapitals von Rhön. Bei öffentlichen Übernahmeangeboten ist es üblich, dass Aktionäre ihre Papiere erst auf den letzten Drücker einreichen. Die Annahmefrist läuft noch bis einschließlich 27. Juni.

Der Aktien-Kurs des fränkischen Konzerns hat dank der Empfehlung der Rhön-Spitze zuletzt zugelegt. Am Dienstag gewann die Rhön-Aktie 0,3 Prozent auf 22,06 Euro, lag damit aber immer noch unter dem Fresenius-Angebotspreis von 22,50 Euro.

Die Differenz ist auch darauf zurückzuführen, dass die Übernahme trotz der Empfehlungen der Rhön-Spitze und der Grundsatzvereinbarung noch scheitern kann. Darauf wies am Montagabend auch der Rhön-Vorstand hin. Fresenius will mehr als 90 Prozent der Rhön-Papiere einsammeln. Diese Hürde hat der Konzern gesetzt, weil sie in der Rhön-Satzung für alle wichtigen Entscheidungen festgeschrieben ist. Wenn sich Rivalen bei Rhön-Klinikum einkaufen oder zu viele Kleinaktionäre die Briefe ihrer Bank nicht öffnen und so vergessen, ihre Aktien anzudienen, könnte Fresenius diese Quote verfehlen.

Von

rtr

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